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Matthias Schweighöfer im OK!-Interview
JAN 29

Matthias Schweighöfer im OK!-Interview

'Ich bin schon oft auf die Nase geflogen'

Mit seinem aktuellen Film „Friendship“ spielt Matthias Schweighöfer sich endgültig in Deutschlands A-Liga. Was ihm dabei hilft, nicht abzuheben? Die Erkenntnis, dass Fehler zum Leben gehören. Und eine junge Dame …

Seit Anfang 2009 ist Matthias Schweighöfer stolzer Vater der kleinen Greta. Im OK!-Interview verrät der Schauspieler, wie sich sein Leben verändert hat und das Fehler auch zum Erwachsenwerden dazugehören ...

Als Sie Ihren neuen Film „Friendship“ in den USA gedreht haben, war Ihre Freundin Ani schwanger. Fiel es Ihnen schwer, sie in Deutschland allein zu lassen?
Das war eine ziemlich schwierige Phase, auch die ganze Fliegerei. Also sind meine Freunde zu mir gekommen. Nur Ani ist zu Hause geblieben. Das war aber okay für uns. Die Zeit ging letztlich schnell vorbei. Und sobald ich wusste, dass es das Beste für uns war, habe ich meinen Egoismus zurückgenommen und eingesehen, dass wir nicht unbedingt zusammen sein mussten.

Was hat sich mit der Geburt von Greta verändert?
Je älter so ein Kind wird, desto mehr verändert sich. Im Moment ist wirklich alles total süß, weil ich bloß damit beschäftigt bin, die ­Kleine zu beschäftigen. Und wenn ich es trotzdem wage, das Zimmer zu verlassen, kommt so ein komischer Ton von ihr, ein „Wääh“, und dann weiß ich, dass ich sofort wieder umdrehen und weiter für sie da sein muss. Und trotzdem: Sie ist das Beste, was ich je im Leben gemacht habe.

Was ist Greta für ein Kind?
Sie lacht acht Stunden am Tag. Hammer, ich bin so glücklich!

Kein Wunder, dass sie so viel lacht...
(grinst) Ja, wir machen schon viel Quatsch, wenn ich ehrlich sein darf.

Mussten Sie Ihren Lebensstil umstellen?  
Eigentlich nicht, ich fühle mich einfach wohl, so wie es ist. Man nutzt seine Zeit zu Hause bewusster. Das Einzige, worauf ich momentan verzichte, ist Zeit einfach für mich alleine. Ich kann überhaupt nichts mehr von dem machen, was ich gern täte …

Und das wäre?
Zum Joggen komme ich zum Beispiel nur noch selten. Oder ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgestanden bin und gesagt habe, ich gehe mit einem Freund jetzt einfach nur so frühstücken. Aber dafür komme ich nach der Arbeit nach Hause und werde angelacht. Das entschädigt für vieles.

Brauchen Sie manchmal einen Tritt in den Hintern, wenn Sie zu gemütlich werden?
Ich habe natürlich Freunde, die mir ab und zu helfen, den Hintern hochzukriegen. Aber das hat bei mir eher was mit Bankangelegenheiten und Rechnungen zu tun. In solchen Sachen bin ich nämlich ganz schlecht.

Haben Sie eigentlich richtige Hungerjahre erlebt?
Die gab es auch, ja, aber meist konnte ich mich bei plus minus null halten. Inzwischen kann ich gut von meinen Gagen leben.

Sind Sie ein ehrgeiziger Typ?
Es geht mir nicht so sehr um Anerkennung und Lob für die Schauspielerei. Aber ich mache mir selbst unheimlich viel Druck, vor allem, weil ich jetzt mit meiner Produktionsfirma eigene Projekte vorantreiben möchte.

Sie machen außerdem Mode. Wäre nicht vieles leichter, wenn Sie weniger arbeiten würden?
Sicher, aber es ist eben jetzt an der Zeit, loszulegen. Ich könnte es mir auch gar nicht vorstellen, wie es ohne Hektik wäre. Ruhiger kann ich immer noch sein, wenn ich älter bin. Die Zeit kommt ja sowieso. Aber jetzt bin ich 28 und habe noch die Energie, das auch alles zu stemmen. Und es macht mir Spaß.

Wenn Sie zurückblicken: Haben Sie als Schauspieler auch Fehler gemacht?
Na ja, Kleinigkeiten. Bei jeder Rolle entdecke ich hinterher irgendetwas und denke, da hätte ich noch ein bisschen mehr rangekonnt, aber das sieht der Zuschauer ja nicht.

Ihr Herzensprojekt „Der Rote Baron“ (2008)war ein Flop an den Kinokassen. Haben Sie sich damit übernommen?
Ich mag „Der Rote Baron“ nach wie vor, dabei bleibe ich. Der Film hat eben ein paar Ecken und Kanten, aber das war im End­effekt Sache des Regisseurs.

Sie waren auch finanziell an der Produktion beteiligt. Haben Sie Ihr Lehrgeld bezahlt?
Das war Lehrgeld, ja. Aber das war gut so. Es ist wichtig, auch mal auf die Nase zu fliegen. Aufzustehen ist viel besser, als immer nur oben zu bleiben. Hinzufallen tut zwar weh, aber dann weißt du wenigstens, wieder, wo der Boden ist.

Kati Degenhardt 

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