Fit und schlank wie die Stars

Die geheimen Tricks der Fitnesstrainer

Fit und schlank wie die Stars. Jeder kann es schaffen, eine Bikini-Figur zu bekommenen. Personal Trainer Karsten Schellenberg, der Promis wie Franka Potente fit macht, verrät, wie’s sogar mit Spaß geht!

Schade, dass es keine gute Fee gibt, die Wünsche erfüllen kann. Ansonsten würde wohl bei den meisten Frauen „Traumfigur“ ganz oben auf der Wunschliste stehen! Vor allem zu Beginn der Bikini-Beach-Saison, in der unschöne Dellen an Beinen oder Popo und „Winkfleisch“ an den Oberarmen gnadenlos in der prallen Sonne freigelegt werden. Und so manche schielt jetzt neidisch auf die Superstars in Hollywood, denen ein flacher Bauch, ein knackiger Po und straffe, schlanke Beine scheinbar naturgegeben sind.

Doch auch Cameron Diaz, 36, Jennifer Aniston, 40, Gwyneth Paltrow, 36, oder Ex-Topmodel Elle Macpherson, die ihrem Spitznamen „The Body“ auch mit 46 Jahren noch gerecht wird, verdanken ihre Silhouette nicht irgendeinem ominösem Zauber: „80 Prozent Vererbung und 20 Prozent harte Arbeit“, erklärt Elle ihren Traumkörper. Und auch bei Jennifer Lopez, 39, und Jessica Alba, 28, die während ihrer Schwanger­schaften beide 20 Kilogramm (!) zulegten, verschwan­den die Pfunde nicht magisch über Nacht, sondern mit „Babyspeck-weg-Plänen“, die auf einer strengen fett- und kohlenhydratarmen Diät und einem konsequenten Sportprogramm beruhten.

Auch Promitrainer Karsten Schellenberg, ­(www.fitnessworker.de), der unter anderem Franka Potente, Clemens Schick und Detlef D! Soost fit macht, zerschlägt im Interview mit OK! jegliche Illusionen eines Fett-weg-Wunders: „Ohne Sport kann sich der Körper nicht verändern.“

Aber der „Fitnessworker“, wie er sich nennt, weiß, wie jeder sein Ziel erreichen, sogar mit Spaß überflüssige Pfunde loswerden kann. Punkt 1 auf seiner „Weg mit dem Winterspeck-Liste“ ist: Waage wegschmeißen, „damit man sich auf sein eigenes Wohlfühlgewicht konzentrieren kann.“ Denn: „Jeder Mensch ist ein Individuum. Es gibt Frauen, die sind sehr weiblich gebaut, sehen fantastisch aus und haben eine tolle Ausstrahlung. Was bringt es denen, auf Krampf zehn Kilo abzunehmen, wodurch sie vielleicht verhärmt wirken und kein Leuchten mehr in den Augen haben“, erklärt der 46-Jährige. „Der Trick ist, ein gesundes Gefühl für seinen Körper zu entwickeln, fitter und agiler zu werden.“

Sein SOS-Programm gegen zwackende Sommerkleider lautet: „Die Ernährung eiweißreicher, gesund und vollwertig gestalten und mit dem Training beginnen. Wichtig ist, dass jeder für sich die Sportart findet, die Spaß macht. Es bringt nichts, joggen zu gehen, wenn man beim Gedanken ans Laufen schon lange Zähne bekommt.“ Ein von ihm abgesegnetes Tagesmenü ist zum Beispiel aufgekochte Haferflocken mit Honig und einem geraspelten Apfel als Start in den Tag, Kohlrabi oder Paprika mit Pumpernickel und Kräuterquark mittags und abends gedünsteter Fisch mit Reis. Karsten Schellenberg verspricht: „Wer sich bewusst und gesund ernährt, vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr isst und Sport macht, kann nach zehn Tagen in den Spiegel grinsen, weil sich erste Veränderungen am Körper zeigen.“

Doch Vorsicht: Ambitioniertes Rumgehopse ohne Anleitung ist nicht ungefährlich! „Wenn Kniebeugen falsch ausgeführt werden, kann das Auswirkungen auf die Wirbelsäule haben“, warnt der Experte eindringlich. Und da neben dem Ausdauer­training ein Muskelworkout Pflicht ist, um den Körper zu straffen, ­„sollte man sich vorher dringend Rat vom Fachmann holen, der einen Trainingsplan aus­arbeitet und sagt, wie Übungen richtig aus­geführt werden, ohne die Gesundheit zu gefährden“, empfiehlt Karsten Schellenberg.

Stichwort „Personal Trainer“, ohne die in Hollywood längst nichts mehr geht: Madonna, 50, lässt sich von Tracy Anderson mit Pilates und Hanteltraining quälen, David Kirsch sorgt mit seiner „Null Kohlenhydrate“-Diät und Kraft-Workout dafür, dass Heidi Klum, 35, auch nach der Geburt ihres vierten Kindes im Spätherbst wieder fit für den Laufsteg wird. Und als Jessica Simp­son, 28, wegen ihrer mopsig gewordenen Figur mit Häme überschüttet wurde, rief sie Mike Alexander an. Der verdonnerte sie zur „Fünf-Faktor-Diät“ von Har­ley Pasternak, bei der fünf Mahlzeiten mit jeweils fünf Zutaten pro Rezept gegessen werden, und trainierte sie mit Sit-ups, Kniebeugen und Co. wieder in ihre Hotpants.  

Diese Rundumbetreuung ist Hollywood-Luxus. Aber fachliche Beratung, zum Beispiel im Fitness-Studio, ist eine Investition in die Gesundheit. Die nötige Disziplin, um regelmäßig zu trainieren, muss dann jeder selbst aufbringen. Doch ist der „innere Schweinehund“ besiegt, macht Sport plötzlich Spaß, wie Eva Longoria Parker, 34, überrascht erkannt hat: „Ich habe vor ‚Desperate Housewives‘ nie trainiert und hatte null Kondition“, gibt sie zu. „Doch für die Serie habe ich mit dem Joggen angefangen. Jetzt laufe ich regelmäßig durch die Hollywood Hills, und was soll ich sagen? Das setzt echt Glückshormone frei!“ Zusätzlich hält die Latina ihren Körper mit Yoga geschmeidig: „Das ist aber mehr eine Lebenseinstellung. Mit Yoga lernst du deinen Körper besser kennen und kannst besser mit Stress umgehen.“ Das sieht Gwen Stefani, 39, anders: „Yoga und Pilates sind so gar nichts für mich“, sagt die zweifache Mutter, die vier Mal die Woche im Kraftraum trainiert. „Ich brauche einfach Power.“ Ähnlich ticken Jennifer Garner, 37, und Kate Beckin­sale, 35: Beide schwören schon allein wegen ihrer Rollen wie in „Alias“ oder „Underworld“ auf knallhartes Kick-Box-Training.

Die Ladys als Vorbild zu nehmen, hält Karsten Schellenberg nicht für verkehrt: „Es ist ein Motivator, jemandem mit einer Top-Figur nachzu­eifern“, sagt er. „Aber man muss dabei unbedingt realistisch bleiben. Frauen, die von Natur aus eine weibliche Figur haben, werden nie so filigran wie manche Models.“ Daher ist es ihm beim Training mit seinen Klienten am wichtigsten, dass sie Spaß daran haben, sich zu bewegen und gesund zu ernähren. Denn: „Wer gesund isst und auf sich achtet, kann sich auch mal eine Sünde leisten.“ Und steht nach dem nächsten Winter nicht gefrustet vorm Kleiderschrank…
Damit die schnell wieder passen, ist eins für den Fitness-Experten tabu: „Extrem­diäten!“ Hollywood-Mythen, die suggerieren, dass mit einer Zitronensaftkur in zwei Wochen zehn Kilo purzeln, sind sogar gefährlich für Körper und Psyche. Deshalb rät Karsten Schellenberg: „Lassen Sie sich Zeit, haben Sie Spaß, und lernen Sie, auf sich zu achten!“

Kathrin Kellermann