Jens Lehmann provoziert in Talkshow mit Schwulen-Vorurteilen

Bei Sky 90 verärgerte er DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte kürzlich Thomas Hitzlsperger, 31, als dieser sich outete. Sein ehemaliger Fußballkollege Jens Lehmann, 44, schien in der Fußball-Talksendung "Sky 90" Probleme damit zu haben, sich neutral zu diesem Thema zu äußern.

Bei den Meisten erntete Hitzlsperger Anerkennung und Lob dafür, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Viele aber haben mit diesem Thema noch immer ein Problem. So findet Jens Lehmann, dass mit Homosexuellen oft eine gewisse Weichheit assoziiert wird, die man aber bei Hitzlsperger nicht hätte spüren können.

Er hätte es als komisch empfunden, wenn er während ihrer gemeinsamen Zeit beim Fußball von Hitzlspergers Geheimnis gewusst hätte. Wenn ein Spieler sich während seiner aktiven Zeit als Fußballer outen würde, "wäre er blöd".

Seiner Meinung nach sei der Profi-Fußball auch noch lange nicht bereit für dieses Thema, es hätte sicher permanent Sticheleien gegeben: "Fußball ist eine Männersache, da muss man nicht so viel nachdenken".

Auch Lehmann hat wohl nicht lange darüber nachgedacht, was er da von sich gab. Mit seinen Äußerungen stieß Lehmann vor allem auf Missverständnis, der DFB-Präsident unterbrach ihn sogar, um klarzustellen, dass der DFB ganz auf der Seite von Thomas Hitzlsperger stehe und ihn dort einbinden wolle.

Ihm sei es wichtig, "dass man damit genauso normal umgeht wie bei Künstlern, Politikern, Schauspielern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses. Wir stehen freundschaftlich an seiner Seite".