Yvonne Catterfeld: Ich habe beruflich noch viel vor

Exklusiv im Interview

Noch immer liegt die „Romy“-Verfilmung auf Eis. Stattdessen konzentriert
sich Schauspielerin Yvonne Catterfeld auf ihr Privatleben. Und auf ein neues Projekt …

Früher war sie oft nur die nette ­Blondine. Doch die blonde Phase als Popmusikerin („Für Dich“) und Serien­star bei „GZSZ“ ist schon länger vorbei. Seit Yvonne Catterfeld, 29, auf den Startschuss für die „Romy“-Verfilmung wartet – sie ist seit Februar 2008 verpflichtet, aber es gibt Probleme mit der Finanzierung – ist sie brünett, hat drei Filme gedreht und die Öffentlichkeit gemieden. Trotzdem wird sie in ihrer Heimatstadt Erfurt überall erkannt. Im „Café Riva“ bittet der Kellner um ein Autogramm, im Schokoladenladen an der Krämerbrücke soll sie sich ins Gästebuch eintragen und ein paar Pralinen kosten. Schließlich begegnen wir auch noch Yvonnes ehemaligem Lehrer. „Ich habe immer an deinen Erfolg geglaubt“, sagt Dieter Köchert zu ihr und fragt: „Ich darf doch noch Du sagen!?“

In Ihr Leben ist Ruhe eingekehrt. War das ein bewusster Rückzug?
Ich gebe zu, ich stehe lieber vor der Kamera als in der Öffentlichkeit. Mir war es in den letzten beiden Jahren einfach wichtiger, eine Basis in mein Leben zu bekommen.

Spielt denn Erfolg keine Rolle mehr?
Natürlich, ohne Erfolg könnte ich meinen Job gar nicht machen und bekäme keine neuen Rollenangebote. Aber ich muss nicht mehr die Erfolgreichste sein, mir ist viel wichtiger, womit ich Erfolg hab. Und wenn man auf einmal wieder klar sieht und weiß, was man will, spürt man auch den Ehrgeiz wieder, die Sehnsucht, damit auch erfolgreich zu sein. Aber im Moment bin ich glücklich, so, wie es ist. 

Hat das etwas mit dem Erwachsenwerden zu tun?
Meine Prioritäten haben sich verschoben, klar. Ich lebe viel bewusster, meine Privatsphäre ist mir sehr wichtig. Ich würde auch nicht sagen, dass ich vorher abgedriftet war oder abgehoben, aber jetzt bin ich wieder in der realen Welt angekommen. Ich merke, wie gut es mir tut, dass ich Kontakt zu meinen Freunden halte und ein normales Leben führe …

… und eine Beziehung.
Wir leben unser Leben zu zweit so wie andere Paare auch.

Woher kommt diese neue, innere Ruhe?
Ich habe durch mein Privatleben, vor allem meine Beziehung, eine große Stabilität gewonnen und auch eine Bestätigung für mich selbst, so wie ich bin. Vieles hängt doch davon ab, wie man sich in einer Beziehung fühlt. Ob man auch man selbst sein kann, ob man angenommen wird. Ich fühle mich da sehr stabil.

Ihr Freund Oliver Wnuk und Sie wohnen in Berlin zusammen. Denken Sie an Heirat?
Wir wohnen beide in dieser tollen Stadt und da Gedanken bekanntlich frei sind, behalten wir diese in jeglicher Art auch für uns.

Wie sieht es mit Kindern aus?
Wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umsehe, bin ich auf jeden Fall die Letzte! Aber um beim Thema Ehrgeiz zu bleiben: Ich habe beruflich schon noch ein bisschen was vor.

Fans warten auf ein neues Album von Ihnen …
Ich nehme gerade in Hamburg meine neue Platte auf, die im November erscheint. Ich habe die letzten Jahre zu Musik wie beispielsweise zum Jazz zurückgefunden, ich habe ­Chansons für mich entdeckt und gemerkt, dass zeitlose Musik mir schon immer am meisten bedeutet hat. Eben das Akustische und nicht dieser ganze aufgeblasene Kram. Die Leichtigkeit, die ich wieder empfinde, wird sich auch in der Musik widerspiegeln.

Aber Ihr letztes Album …
… das finde ich nach wie vor gut! Für mich ist jede Platte wie ein Tagebuch. Sie ist wie ein Zeugnis der vergangenen Jahre. Daran erkenne ich, dass ich damals noch nicht wusste, was ich will. Da war alles drauf – sogar ein Song im 60er-Jahre-Retro-Soul.

Wie kam es zu dieser Mischung?
Ich hatte damals meine Freiheit wieder, vor allem durch die Trennung von meiner Managerin, und freie Hand von der Plattenfirma. Auch jetzt gibt es zwar keine Zwänge mehr. Aber ich gehe ins Studio, wenn ich mich danach fühle. Es ist nicht mehr so, dass Yvonne Catterfeld ins Studio muss, sondern ich allein.

Kati Degenhardt