YouTube-Star Torge Oelrich: "Das ist mein Tabu-Thema"

Im OK!-Interview verrät Freshtorge, worüber er sonst nicht spricht

YouTube-Star Torge Oelrich, 26, besser bekannt als "Freshtorge" (fast 1,5 Millionen Abonnenten!) ist treibende Kraft hinter dem ersten YouTuber-Film "Kartoffelsalat". Der verrückte Zombie-Streifen zog in der ersten Woche 119.000 Zuschauer in die Kinos und rangiert derzeit auf Platz 10 der deutschen Kinocharts. Im OK!-Interview blickt der Erfinder der Kultfigur "Sandra" auf seine bisherige Karriere zurück, verrät seine weiteren Pläne, warum er nicht aus seiner kleinen Heimatstadt wegziehen will - und über welches Thema er nicht so gerne spricht...

"Am Anfang war ich einfach froh, dass keine Zeitungen austragen musste"

2009 haben Sie mit den ersten Videos begonnen. Jetzt sind Sie ein echter YouTube-Star!

Es ist schon krass geworden. Wobei, in meinem Leben hat sich eigentlich gar nicht so viel geändert, was sehr schön ist. Ich bin noch Erzieher an der Grundschule, wohne in meinem Heimatort.

Haben Sie mit diesem riesigen Erfolg gerechnet?

Ich hätte nie gedacht, dass es sich so entwickelt. Am Anfang war ich einfach nur froh, dass ich das machen konnte und sogar noch ein bisschen Geld reinkam, sodass ich keine Zeitungen austragen musste. Aber das es von Jahr zu Jahr mehr wird und ich sogar einen Film mit Otto mache, das hätte ich im Leben nicht gedacht. Da habe ich nicht mal ansatzweise drüber nachgedacht, dass das passieren könnte.

Kann man es eigentlich planen, ein YouTube-Star zu werden?

Absolut nicht. Das sollte man auch nicht. Denn wenn man das plant, wird man nach ein paar Wochen enttäuscht aufgeben. Ich vergleiche das immer mit einem Fußballer: Da gibt’s Millionen Menschen, die aus Spaß Fußball spielen. Und man muss YouTube auch machen, weil es Spaß macht und nicht, weil man das Ziel hat, der beste Spieler der Welt zu werden. Man kann es sich natürlich vornehmen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass man das schafft – und trotzdem spielen alle weiter Fußball.

"Momentan würde ich nein zu einer TV-Show sagen"

Was reizt Sie überhaupt an YouTube?

Alles, was das Fernsehen nicht bietet! Du bist Dein eigener Chef, Du kannst hochladen, was Du möchtest. Es gibt keinen Redakteur, der reinquatscht. Du kannst bestimmen, was, wo und wie lange Du drehst und wann Du es online stellt. Innerhalb von ein paar Sekunden hast Du schon die ersten Kommentare, hast sofortiges Feedback und weißt, wie das Video ankommt. Du kannst einfach echt sein auf YouTube – und das ist im TV mittlerweile echt schwer.

Also werden wir Sie nicht mal mit einer Comedy-Show im TV sehen?

Momentan würde ich sagen nein. Ich möchte auf jeden Fall weiter YouTube machen. Aber ich weiß nicht, was in ein paar Jahren ist. Vielleicht kann TV ein spannender Ausflug sein so wie jetzt der Kinofilm. Das heißt ja nicht, dass ich jetzt nur noch Kino mache.

Also planen Sie jetzt nicht die große Hollywood-Karriere?

Nein, ich habe ja auch noch nie irgendwas geplant, ich habe einfach immer gemacht und dann hat es sich entwickelt.

Pause als Erzieher

Sie arbeiten immer noch als Erzieher an einer Grundschule. Dabei verdienen Sie doch mit YouTube genug...

Ich könnte schon von YouTube leben, und ich werde den Job erstmal nicht mehr machen. Ich habe jetzt ein Jahr lang gearbeitet, YouTube-Videos gedreht und den Kinofilm gemacht. Dann noch Freundin und Freunde – das schaffe ich auf keinen Fall noch ein Jahr. Deshalb werde ich nun eine Pause als Erzieher einlegen, und dann einfach mit YouTube und Kino weitermachen und gucken, was passiert. Als Erzieher kann ich immer wieder anfangen.

Sie geben ja bei YouTube auch viele private Einblicke. Wo ziehen Sie die Grenze?

Jeder YouTuber muss selber entscheiden, wieweit er den Zuschauer an seinem Leben teilhaben lässt. Manche verraten ja nicht einmal, in welcher Stadt sie wohnen. Ich versuche es abzuwägen, lasse die Leute ein bisschen teilhaben. Das ist auch immer abhängig von meiner jeweiligen Stimmung. Aber mein Arbeitsplatz, die Grundschule, ist absolutes Tabu-Thema, da lasse ich niemanden reingucken. 

"Ich bin kein Stadttyp"

Wollen Sie weiterhin in der norddeutschen Provinz wohnen bleiben?

Keine Ahnung, was in ein paar Jahren ist. Jetzt möchte ich in meiner Heimatstadt Wesselburen bleiben. Meine Freundin, meine Familie habe ich alles hier. Was soll ich in Hamburg machen? Ich bin eh nicht der Stadttyp.

Haben Sie bei so vielen Fans auch schon mal negative Erfahrungen gemacht? Haben Sie Stalker?

Es ist teilweise schon verrückt, da klopfen manchmal schon Leute an meine Tür. Das ist schon wirklich krass. Es ist kein Stalking, das geht alles noch. Aber manchmal laufen mir auch welche die ganze Zeit hinterher, das nervt dann schon.  

Wird es eine "Kartoffelsalat"-Fortsetzung geben?

Wenn die Leute den Film mögen, man nochmal eine Finanzierung hinbekommt und das Team nochmal mitmacht, kann ich mir das schon vorstellen.

Und wie lautet Ihr YouTube-Ziel - wollen Sie bald die 2-Millionen-Marke knacken?

Ich habe das letzte halbe Jahr wenig auf YouTube machen können, weil mir die Zeit fehlte. Aber ab September habe ich wieder mehr Zeit und kann mich wieder stärker darauf konzentrieren. Ich möchte einfach gute Filme machen, ein Abonnentenziel habe ich nicht.