65. Deutscher Filmpreis: "Victoria" räumt sechs Lolas ab

Der Echtzeit-Thriller von Sebastian Schipper war der Sieger des Abends

Die Stars des Abends: Frederick Lau und Laia Costa. Jubel beim Cast von  Frederick Lau bekommt einen Bussi von seiner Frau. Die spanische Hauptdarstellerin Laia Costa wurde ebenfalls geehrt.

Beinahe wäre die Verleihung des 65. Deutschen Filmpreises mit einem einzigen Sieger in allen Kategorien ausgegangen, denn der Thriller „Victoria“ von Regisseur Sebastian Schipper, 47, räumte volle sechs „Lolas“ ab. Obwohl der Film an nur einem einzigen Tag gedreht wurde, und nur in einer einzigen Kameraeinstellung ohne Schnitt erzählt, konnte er als Sieger des Abends hervorzugehen.

Nachdem der Thriller „Victoria“ zum ersten Mal auf die Bühne gerufen wurde, hätten die Darsteller des Ausnahmefilms eigentlich direkt für den Rest der Preisverleihung dort oben bleiben können. Denn der Film räumte eine „Lola“ nach der anderen ab und stellte sich – wie könnte es beim Namen „Victoria“ auch anders sein – als Sieger in fast allen Kategorien heraus.

"Victoria" ist die Siegerin des Abends

Nils Frahm, der für die so bedeutungsvolle musikalische Untermalung der Story des 140-minütigen Films zuständig war, wurde geehrt. Auch die Kategorie „Beste Kamera“, wobei diese in „Victoria“ schließlich nur in einer Einstellung verweilte, um die Protagonisten zu begleiten, ging an Sebastian Schnippers Thriller.

„Victoria“, die schon bei der Berlinale punktete, gewann ebenso in der Kategorie „Beste Regie“ zur Freude Schnippers eine „Lola“. Der in Berlin spielende Echtzeit-Thriller war für sieben Preise nominiert – nach drei gewonnenen hatte sich Laia Costa, die spanische Hauptdarstellerin der Produktion, bereits die Schuhe ausgezogen.

Laia Costa jubelte barfuß

Als sie aber für den Preis „Beste Hauptdarstellerin“ auf die Bühne gerufen wird, musste sie wohl oder übel wieder in die blauen Kitten Heels schlüpfen. Die Dankesrede, die sie daraufhin hielt, lockerte die Stimmung durch ihre offene Art und eröffnete die Bühne für den nächsten Gewinner in der Reihe „Victoria“.

Gerührter Frederick Lau

Denn auch Frederick Lau gewinnt als „Bester Hauptdarsteller“ des Thrillers für seine Verkörperung des „Sonne“. Gerührt von dem endlosen Lob ballte er die Siegesfaust und versuchte krampfhaft, die Tränen zu unterdrücken.

Als wäre das noch nicht genug, wurde der Film auch noch mit der Goldenen „Lola“ ausgezeichnet und trägt damit den Titel „Bester Film des Jahres“. Im Saal schien niemand überrascht zu sein, denn keiner der anderen Filme kam an die Leistung von „Victoria“ heran.

Nur die siebte Nominierung für die „Beste Tongestaltung“ musste „Victoria“ an den Hacker-Thriller „Who Am I – Kein System ist sicher“ mit Elyas M'Barek abtreten. Aber das war sicher kein Grund, weniger stolz zu sein.