Alkoholbeichte: Lars von Trier trank eine Flasche Wodka am Tag

Der Regisseur bricht sein Schweigen nach Cannes-Skandal

Lars von Trier trank täglich Wodka um Ideen für seine Manuskripte zu bekommen Seiner Familie zuliebe will er nun trocken werden - hier mit Ehefrau Bente Trier Während des Filmfestivals in Cannes schockierte Lars von Trier durch rechtsradikale Äußerungen

Bereits drei Jahre sind vergangen, seitdem Lars von Trier, 58, sich beim Filmfestival Cannes für einen Eklat sorgte, als er sich selbst als „Nazi“ betitelte. In einem Interview mit der dänischen Tageszeitung „Politiken“, dessen Cover sein nackter Oberkörper ziert, gestand er nun, wie es zu dieser Aussage kam. Der Regisseur beichtet, täglich eine Flasche Wodka und Drogen zu sich genommen zu haben.

Seit dem skandalösen Vorfall in Cannes, hatte Lars von Trier nicht mehr viel von sich hören lassen, abgesehen von seinen Filmprojekten. Der Regisseur verpasste sich damals einen Maulkorb und weigerte sich bis jetzt, öffentlich zu sprechen. Doch ein Video auf der Seite des „Politiken“ zeigt von Trier, wie er sich symbolisch ein Klebeband vom Mund reißt und sagt: „Ich will das Recht haben, wie alle anderen zu sprechen“.

Ende des Schweigens

In dem Interview gesteht der Skandal-Regisseur, dass er viele seiner Film-Manuskripte unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen verfasst habe. Im Rausch habe er seine Kreativität besser entfalten können. Zudem seien seine psychischen Probleme, mit denen er seit seiner Kindheit zu kämpfen hat, eine Ursache für die Alkohol- und Tablettensucht gewesen.

Eine Flasche Wodka täglich!

Dies führte dazu, dass er täglich eine Flasche Wodka leerte und zusätzlich Drogen nahm, um eine „Parallelwelt“ zu betreten, die seine Ideen und seine Kreativität möglich machte. „Ich kann niemandem empfehlen, das Gleiche zu tun. Es ist sehr gefährlich und in jeder Hinsicht dumm“, will er nun warnen.

Das einzige Mal, dass er nüchtern einen Film gemacht habe, war „Nymphomaniac“. Die Arbeit an dem Sexdrama habe deshalb aber eineinhalb Jahre lang angedauert.

Kreativ durch Drogen?

Um seine Familie nicht zu verlieren hat sich der Regisseur nun aber ein Ziel gesetzt. Von Trier besucht, wie er im Interview verrät, seit drei Monaten täglich Treffen der Anonymen Alkoholiker. Trotzdem hat er noch Angst, dass die Abstinenz seiner Kreativität schaden könnte. „Ich weiß noch nicht, ob ich noch mehr Filme machen kann. Und das macht mir Sorgen“, so der Regisseur.

Medien-Strategie

Dass diese Aussage und das Ende seiner „Maulsperre“ jedoch nur seiner üblichen medialen Inszenierungen dienen, ist denkbar. Denn sein neuestes Projekt ist tatsächlich kein Film, sondern eine TV-Serie namens „The House That Jack Built“.

2011 hatte Lars von Trier beim Filmfestival in Cannes während einer Pressekonferenz von seinem leiblichen Vater, der Deutscher war, erzählt und daraufhin gesagt „Ich bin ein Nazi“. In Folge dessen wurde er der Veranstaltung verwiesen, was den Dänen offensichtlich wachrüttelte.

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