Summer in the City

Sonnenpflege

Sie wollen eine gesunde, sexy Bräune – ohne Badeurlaub? Nichts leichter als das ! OK! weiß, wie sie das auch in der Stadt hinbekommen.

1. Muss ich jeden Tag einen Sonnenschutz verwenden?
Ja! Die deutsche Durchschnittshaut wird nämlich schon nach etwa zehn Minuten im prallen Sonnenschein geschädigt – auch wenn die Rötungen erst viel später auftreten. Deshalb auch eincremen, wenn sie nur zehn Minuten auf dem Balkon oder im Café sitzen – sonst könnte es einen Sonnenbrand geben. Praktisch zum Mitnehmen: Ein UV-Spray ohne lange Einwirkzeit!

2. Welcher Hauttyp bin ich?
Die menschliche Haut wird in sechs verschiedene Typen unterteilt. Bei uns in Europa sind das vor allem: 

1. Der keltische Typ: Sehr helle Haut, die nie braun wird, oft Sommersprossen, helle Augenfarbe. Auch der Schneewittchen-Typ mit heller Haut, dunklen ­Augen und Haaren gehört dazu.
Eigenschutzzeit: ca. 5-10 Minuten

2. Der nordische Typ: Helle Haut, die langsam bräunt, manchmal Sommersprossen, meist blonde oder hellbraune Haare, helle Augen.
Eigenschutzzeit: ca. 10-20 Minuten

3. Der Misch-Typ: Von Natur aus leicht getönte Haut, die relativ schnell bräunt, kann ein paar Sommersprossen haben, alle Haar- und Augenfarben möglich.
Eigenschutzzeit: ca. 20-30 Minuten

4. Der mediterrane Typ: Auch im Winter bräunliche oder olivfarbene Haut, die schnell bräunt, braune oder schwarze Haare, dunkle Augen.
Eigenschutzzeit: ca. 30-40 Minuten
Typ 5 kommt vorwiegend in Nord­afrika und Asien vor, Typ 6 in Zentralafrika und Australien.

3. Wie hoch sollte der Lichtschutzfaktor mindestens sein?
Natürlich hängt das vom jeweiligen Hauttyp ab – generell werden jedoch 90 Prozent der Strahlen bei einem LSF von 20 abgeschirmt. Der nordische Hauttyp hat eine Eigenschutzzeit von ca. 10 Minuten. Und so rechnen Sie aus, wie lange Sie theoretisch in der Sonne bleiben dürfen: Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = maximale Besonnungszeit.

4. Wie viel Sonnencreme soll ich eigentlich benutzen?
Viel hilft viel – das ist beim Sonnenschutz wirklich so. Der Abrieb, beispielweise durch Kleidung, Schweiß, aber auch Sand oder Handtuch reduziert den Lichtschutzfaktor im Handumdrehen um die Hälfte. Empfohlen werden etwa ein Teelöffel Creme ­(5 ml) für das Gesicht und etwa zwei Esslöffel für den Körper (15 ml) eines Erwachsenen. Wenn Sie dann zwei Mal pro Tag nachcremen, sind das 60 ml. Für eine Woche Urlaub brauchen Sie also mindestens 420 ml Lotion! Und nicht vergessen: Wer mit der Sonnencreme zu sparsam umgeht, erzielt nicht den angegebenen Lichtschutzfaktor, der auf der Verpackung angegeben ist – er liegt deutlich darunter. Also drücken Sie ruhig kräftig auf die Tube!

5. Reicht ein Make-up mit LSF auch zum Sonnen aus?
Nein. Dr. Katrin Kipper von Vichy weiß: „Ein Make-up mit LSF bietet durch die mineralischen Pigmente Schutz gegen UVB-Strahlung, doch der UVA-Bereich ist damit nicht abgedeckt.“ Diesen bieten nur spezielle Sonnenprodukte mit chemischen Filtern. Fürs Büro und kurze Wege durch die Sonne, reicht ein Make-up mit Lichtschutzfaktor allerdings aus.

6. Kann ich meine Tagescreme mit LSF beim Sonnen verwenden?
Nein, denn auch hier ist in der Regel der enthaltene UVA-Filter zu niedrig. Es gibt zwar ab diesem Jahr eine neue Richtlinie für Sonnenschutz, laut der der UVA-Filter mindestens ein Drittel des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors betragen muss – diese gilt allerdings nicht für Tagescremes. Spezielle Sonnenschutzcremes sind im Übrigen wesentlich schweiß- und abriebresistenter als eine normale Tagescreme.

7. Warum ist UVA-Schutz so wichtig ?
UVA-Strahlen sind besonders tückisch, da sie – anders als UVB-Strahlen – keinen Sonnenbrand verursachen. Man merkt also nicht, wie sie in die tieferen Hautschichten vordringen und so die Faltenbildung beschleunigen. Außerdem sind sie für Sonnenunverträglichkeits-Reaktionen wie z. B. Sonnenallergie und Pigment- oder Altersflecken verantwortlich und können schlimmstenfalls Hautkrebs verursachen.

8. In welcher Reihenfolge soll ich Tagescreme, Make-up und Sonnenschutz auftragen?
Sylvia Enders, Pflege-Expertin bei Clarins, rät statt einer Tagespflege lieber ein Feuchtigkeitsserum unter dem Sonnenschutz aufzutragen. „In der Regel enthalten Sonnenprodukte ausreichend Pflegestoffe, die die Haut über den Tag versorgen. Wer auf seine Tagespflege nicht verzichten möchte, trägt diese unter dem Sonnenschutz auf – zuletzt kommt die Foundation.“ Allerdings empfiehlt sie statt Make-up einen Sonnenpuder oder ein getöntes Gel – wenn die Haut schwitzt, fühlt sie sich mit leichten Konsistenzen wohler.

9. Worauf muss ich bei empfindlicher Haut achten?
Sensible Haut braucht ein spezielles Schutzschild, um sich vor Sonnenallergie, Pigmentflecken und Fältchen­bildung zu schützen. Gut bewährt haben sich Cremes mit einer Mischung aus chemischen und ­mineralischen Filtern. Der Erste zieht in die Haut ein, der andere legt sich darauf und reflektiert die Strahlen an der Oberfläche.

10. Was fördert eigentlich Pigmentstörungen?
Die Antibabypille, Anti-Histamine (gegen Allergien) aber auch Antibiotika können Hautveränderungen verursachen – und natürlich, wenn man den UV-Schutz vergisst. Außerdem sollten in der Sonnenzeit parfum- und alkoholfreie Kosmetik zum Pflichtprogramm gehören. Aufgepasst: Parfum steckt oftmals auch in Waschgel, Reiningungsmilch, Gesichtswasser und Tagescremes. Generell ist man im Schatten mit LSF 50 auf der sicheren Seite und wird so vor einer Flecken-Optik garantiert verschont.

11. Welche Körperstellen brauchen Extra-Schutz?
Zu den sogenannten „Sonnenterrassen“ des Körpers gehören Lippen, Nackenrücken, Dekolleté, und Schultern. Auf diese Zone strahlt die Sonne besonders intensiv. Tipp: Mehrmals am Tag mit speziellen Cremes versorgen – denn besonders Pflege auf dem Mund wird oft einfach abgeleckt.

12. Braucht reifere Haut einen besonderen Schutz?
„Alternde Haut braucht einen besonders pflegenden Sonnenschutz, da sie wesentlich feuchtigkeitsärmer und weniger elastisch ist als junge Haut. Zudem ist sie dünner, trockener und empfänglicher für Pigment- und Altersflecken. Auch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung und Freie Radikale kann sie schlecht abwehren“, weiß Mathilde Thomas, Gründerin der Kosmetikmarke Caudalie.

13. Kann ich den LSF durch Nachcremen erhöhen?
Nein. „Wer morgens LSF 10 benutzt und nachmittags LSF 30 darübercremt, hat immer noch LSF 10 auf der Haut. Den Eigenschutz der Haut kann man nur einmal täglich aktivieren und nicht mehr erhöhen!“, erklärt Heide Paskowski von Clinique. Sie rät: „Grundsätzlich sollten Sie im Urlaub mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 40 beginnen. Nur so können Sie Ihre Haut langsam an die Sonne gewöhnen und vor Schäden schützen.“

14. Was, wenn ich doch mal Sonnenbrand habe?
Sofort kühlen – am besten mit After-Sun-Produkten, die im Eisschrank aufbewahrt wurden. Auch feuchte Umschläge und Kompressen helfen: dazu ein Baumwolltuch mit kühlem Wasser tränken und etwa 15 Minuten auf die betroffene Stelle legen. Finger weg von Eiswürfeln, sie können die Haut zusätzlich schädigen. Öle sind ebenfalls tabu – sie schließen die Wärme ein, reizen die Haut noch mehr. Quark statt After-Sun? Keine gute Idee. Die darin lebenden Bakterien können auf der verbrannten Haut Infektionen verursachen, die ­Eiweißstoffe allergische Reaktionen hervorrufen.