Lacoste - Das Krokodil hat wieder Biss!

Lacoste-Chefdesigner Christophe Pillet über die Kult-Marke

Lacoste Chefdesigner und Multitalent Christophe Pillet: Die Flakons mit dem Krokodil sind eine Hommage an das Polohemd Der neue Herrenduft US-Topmodel Karlie Kloss zeigt in der aktuellen Kampagne, dass das typische Polo von Lacoste niemals aus der Mode kommen wird

Der französische Sportswear-Klassiker Lacoste ist zum coolen Trendlabel geworden. Für die zeitgemäßen Entwürfe, die frischen Looks und neuen Parfums ist Chefdesigner Christophe Pillet verantwortlich. OK! hat das Ausnahmetalent getroffen.

Dieses kleine Krokodil auf dem Polohemd. 1927 hat es Tennislegende René Lacoste entworfen und damit das erste „Branding“ eines Kleidungsstücks geschaffen.

Christophe Pillet, Jahrgang 1959, der als Kreativ-Chef seit drei Jahren für die Marke Lacoste verantwortlich ist, hat die Marke weiterentwickelt. Mittlerweile prangt das Krokodil nicht mehr nur auf klassischen Poloshirts, sondern auf einer kompletten High-Fashion- Sportswear-Linie. Und nebenbei gestaltet er auch noch Möbel, richtet Hotels ein und designt Gebrauchsgegenstände.

Wie er das alles unter einen Hut bekommt, verrät er in diesem OK!-Interview …

Sie sind ein echtes Mulitalent, wenn man sich Ihre ganzen Projekte so anschaut. Wie muss man sich einen Tag in Ihrem Leben vorstellen?
Ich stehe um 6 Uhr auf, auch wenn ich Urlaub habe. Diese Zeit mag ich, weil ich nur dann das Gefühl habe, nicht zu spät dran zu sein und hetzen zu müssen. Drei, vier Stunden arbeite ich dann an Entwürfen, bevor es ins Büro geht und das Chaos die Regie übernimmt. Das geht bis zum Abend so – gegen 21 Uhr bin ich erst wieder zu Hause. Das ist mein Alltag.

Sie sind also ein Workaholic?
(lacht) Nein. Ich habe einen wirklich schönen Job, den man glücklicherweise nicht nur innerhalb eines Bürogeb.udes machen kann. Für mich ist es der perfekte Mix aus Work und Life.

Haben Sie denn schon immer Designer werden wollen?
Nein! Eigentlich wollte ich Musiker werden. Und bin dann eher zufällig Designer geworden. Deshalb fühle ich mich manchmal wie ein Fremder in dieser Branche. Viele meiner Kollegen wollen die Welt verändern oder etwas Bedeutendes geschaffen haben. Das geht mir völlig ab. Mich kann man eher wie einen Touristen sehen. Das Gestalten von Dingen bringt mich nämlich auch immer dazu, auf neue Menschen zu treffen.

Können Sie sich noch daran erinnern, wann Ihnen das erste Mal ein typisches Lacoste-Polohemd „begegnet“ ist?
Aber klar! Meine Eltern waren beide Sportlehrer – so war ich das Krokodil-Logo sozusagen von klein auf „gewohnt“. Ich erinnere mich aber auch, dass es mal uncool war, das Logo auf dem Shirt zu tragen. Also habe ich mühevoll das Krokodil vom Hemd abgetrennt. Unfassbar, oder?

Lacoste steht für Farbe – der neue Herrenduft „L.12.12 Noir“ hat allerdings einen komplett schwarzen Flakon. Was hat es damit auf sich?
Schwarz ist schick und sorgt immer für ein bisschen Dramatik. Außerdem wirkt die Farbe formell. Aber als Parfumflakon auch frisch, modern, irgendwie verspielt.

Und was bedeuten Düfte für Sie?
Düfte sind wie Kino. Sie sind Unterhaltung. Man kann sich mit nur einem Sprühsto. in ein anderes Dasein beamen. Und sie sind sehr eng mit Erinnerungen verbunden. Das mag ich. Und ich schlüpfe damit in verschiedene „Ichs“, eine Art „Mary-Poppins-Effekt“.

Wie würden Sie Ihre Lebensphilosophie beschreiben?
Ich halte mich an die Regel „Tu lieber eine Sache gut als viele schlecht“. Und mir ist auch ganz wichtig: Wir leben auf der Welt alle in einer großen Gemeinschaft – deswegen sollte man teilen. Damit alle eine Chance haben!

Spielen Sie eigentlich Tennis?
Als ich jünger war. Jetzt habe ich einfach keine Zeit mehr dafür.

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