Dita Von Teese hautnah

Die Burlesque-Tänzerin im OK!-Interview

Ihr unverkennbarer Look erinnert an den Hollywood-Glamour vergangener Tage. Im Gespräch mit OK! verrät die Queen of Burlesque Dita Von Teese, was eine unvergleichliche Mischung wirklich ausmacht.

Knallrote Lippen, schneeweißer Teint, pechschwarzes Haar – übersehen kann man Dita Von Teese, 37, ohnehin nicht. Erst recht nicht, wenn sie sich in einem riesigen Martini-Glas räkelt. So wie vor einiger Zeit in Paris: Für Cointreau, deren Markenbotschafterin die Amerikanerin ist, zeigte Dita ihr Können als Show-Girl. OK! sprach mit der Burlesque-Tänzerin über echte Ikonen und wie sie es geschafft hat, sich neu zu erfinden …

Sie haben einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil.  Woher kam dieses Bedürfnis nach Veränderung?
Das Gefühl, als Teenager unattraktiv und gewöhnlich zu sein, und die Tatsache, in einer völlig unglamourösen Umgebung aufzuwachsen, spielten bei mir eine große Rolle. Ich wollte meine eigene Fantasiewelt, in der ich mysteriös und extravagant sein konnte. Als ich dann alte Filme aus den 30er- und 40er-Jahren sah, habe ich schnell begriffen, dass ich so aussehen wollte – und erfand mich mit 18 eben neu.

Das hört sich bei Ihnen extrem einfach an. Ist denn jede Frau für so einen Imagewandel geeignet?  
Man braucht natürlich neben viel Selbstbewusstsein ein hohes Maß an Hingabe, Geduld und Disziplin – wenn man es so auf die Spitze treiben möchte wie ich. Ich bin da schon extrem und habe das Ziel jahrelang obsessiv verfolgt. Man sollte sich selbst gut kennen, und es sollte einem egal sein, was andere darüber denken. Das ist schwer, aber wer es wirklich will, schafft das auch.

Braucht man neben Mut nicht auch das nötige Kleingeld?  
Nein, man muss in die Entwicklung eines eigenen Stils investieren – das hat nichts mit Geld zu tun. Ich zum Beispiel trage viel Vintage.  Einige meiner Kleider haben weniger als 100 Dollar gekostet, nun ja, manche haben kleine Mottenlöcher, die gestopft werden mussten. Aber ich mag diese glamourösen Original-Kleider und bekomme auch regelmäßig Komplimente, wenn ich sie anhabe.

Lieben Sie den nostalgischen Hollywood-Glamour deshalb so, weil die Stars früher mehr Stil hatten?
Ganz sicher. Es war eben eine ganz andere Zeit. Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Rita Hayworth haben es damals genossen, ihrem Leinwand-Image auch im wahren Leben zu entsprechen. Sie wollten ihre Fans nicht enttäuschen. Ich bewundere diese Einstellung. Heute wollen doch Promis und Stars nur modisch und trendy aussehen. So etwas langweilt mich.

Dennoch sitzen Sie bei vielen Modenschauen in der ersten Reihe – warum eigentlich?
Das hat damit nichts zu tun. Ich gehe zu den Schauen, weil mich Mode interessiert und nicht was jetzt gerade oder im nächsten Jahr „in” sein wird. Ich schaue nach Kleidern, die perfekt zu meiner Figur passen und meinen Stil unterstreichen.

Ist Ihr eigener Stil vielleicht eine Form der Rebellion gegen unsere heutige Zeit?
Vielleicht. Ich bleibe meinen roten Lippen und meinem 40er-Jahre-Hairstyle treu, trage weiterhin figurbetonte Roben, Seidenstrümpfe und hohe Schuhe. Dennoch liebe ich es, mich immer wieder neu zu erfinden. Mir macht es einfach Spaß, mein eigener Stylist, Visagist und Coiffeur zu sein. Und wenn ich auf dem roten Teppich oder der Bühne stehe, weiß ich, dass ich alles allein gemacht habe – ein tolles Gefühl!

Sie Schminken wirklich jeden Ihrer Bühnen-Looks selbst? Wie lange brauchen Sie dazu?
Ich verbringe wirklich nur maximal eine halbe Stunde vor jedem Auftritt vor dem Spiegel. Schließlich schminke ich mich immer auf die gleiche Art, seit ich 18 bin – da hat man ja schon eine gewisse Übung.

Und wie sehen Sie aus, wenn Sie keinen offiziellen Termin haben?
Dann pudere ich mir nur leicht die Nase, lege etwas rotes Lipgloss oder Lippenstift auf und ich mache einen simplen Chignon.

Fühlen Sie sich eigentlich anders, wenn Sie gar kein Make-up tragen?
Ja, verletzlicher. Deshalb ist dieser Anblick den Menschen vorbehalten, die mir am nächsten sind. Ich verstecke mich nicht hinter Make-up, aber es ist doch schön, etwas für sich und diejenigen zu haben, die einen richtig gut kennen.