Exklusiv: OK! backstage bei Star-Fotografin Gabo

Die Fotografin geht unter die Regisseure

Für den neuen Spot von Poly Palette nahm die deutsche Star-Fotografin Gabo im Regiestuhl Platz. OK! war dabei – und hat erfahren, wie man es schafft, Menschen auf Bildern richtig gut aussehen zu lassen.

Seit über 20 Jahren fotografiert sie die ganz Großen des Showbiz – und wurde selbst ein Star der Szene: Gabriele Ostreich, bekannt unter dem Künstlernamen Gabo. Jetzt tauschte die frühere Lebensgefährtin von ­Tote-Hosen-Sänger Campino Fotostudio ­gegen Filmset. Beim Werbespot für die neuen Haarfarben von Poly Palette führte sie zum ersten Mal Regie. OK! war exklusiv beim Dreh in New York dabei – und sprach mit Gabo über ihre filmreife Erfahrung.

Sie waren erst Model, arbeiteten dann als Fotografin, drehten Musikvideos und jetzt Ihren ersten internationalen Werbespot. Kommt bald ein Hollywood-Film?

Schön wär’s! Ich mag Inhalte und Erzäh­lungen und finde es toll, dass wir mit dem Spot für Poly Palette die „Sex and the City“-Geschichte nachspielen. Aber ganz ehrlich? Ich würde schon sehr gern mal einen richtigen Liebesfilm drehen, weil mir bei vielen etwas Entscheidendes fehlt. Da geht die Dramaturgie zwischen Mann und Frau gar nicht mehr richtig in die Tiefe.

Wer wäre dann Ihre Lieblingsheldin?

Kate Hudson find ich klasse und Kate Winslet, eigentlich alle Kates. (lacht) Aber ich glaube auch, dass wir in Deutschland ganz starke Schauspieler haben. Wir müssen uns nicht immer an Amerika orientieren.

Uns Deutschen wird ja oft nachgesagt, zu sehr ins Ausland zu schielen. Viele Fotografen bekommen oft erst große Jobs, wenn sie international gearbeitet haben. Waren Sie überrascht, den Zuschlag für diesen Werbespot zu bekommen?
Ich war stolz, dass mir diese Verantwortung anvertraut wurde. Aber ich bin auch prädestiniert für den Job, schließlich habe ich alle Folgen von „Sex and the City“ gesehen und weiß, was Freundschaft und die Leidenschaft für Mode und Schuhe bei Frauen auslösen kann.

Was war beim Dreh des Werbespots für Sie die größte Herausforderung?
Die ständig wechselnden Lichtverhältnisse zwischen den Häuserschluchten hier in New York. Dazu kam noch der starke Wind, der uns permanent entgegenwehte und ständig die Frisuren der Models durchpustete. Das alles zu kontrollieren, war schon nicht einfach.

Beim Spot standen natürlich die Haare im Fokus. Wie stehen Sie selbst zu ihnen?
Haare sind für das Selbstbewusstsein schon sehr entscheidend. Wenn die nicht sitzen, kann ich schon auch mal einen schlechten Tag haben. Meine Stimmung kann man gut an meinen Locken ablesen, denn sie liegen immer so, wie ich mich gerade fühle. Manchmal wie bei „Witwe Bolte“ und manchmal eben auch wie bei einem Filmstar.

Schauen Sie jetzt eigentlich allen Menschen zuerst auf den Kopf?

Seit ich den Job angenommen habe, ertappe ich mich tatsächlich dabei, dass ich jedem sofort auf den Kopf gucke. Ist da ein Ansatz? Ist das jetzt ein echtes Blond oder doch gefärbt? Ich würde sagen, ich bin zu einer richtigen Spezialistin geworden und könnte jetzt glatt in einem Friseursalon anfangen.

Ihre Fotos erkennt man sofort. Was ist an diesem Werbeclip typisch Gabo?
Mir war extrem wichtig, dass die Protagonistinnen echt sind. Dass sie mehr Schauspielerinnen sind als Models, lieber Charakternasen haben als die üblichen süßen Stupsnäschen. Mich nerven austauschbare, leere Mozzarella-Gesichter, die man erst anmalen muss, damit sie Kanten und Formen bekommen. Mir ist es lieber, wie bei „Sex and the City“ echte Frauen abzubilden und deren Schokoladenseite zu präsentieren, indem ich mit dem Licht spiele, sodass vermeintliche Makel verblassen.

Ist das auch das Geheimnis Ihrer Bilder?
Ich glaube schon, weil ich ja selbst erlebt habe wie es ist, selbst vor der Kamera zu stehen. Ich habe von den Fehlern der Fotografen mehr gelernt als von dem, was sie gut gemacht haben. Das Wichtigste in meinem Job ist Menschlichkeit und Authentizität. Man muss der Person, die man fotografiert, das Gefühl geben, dass sie toll ist, damit sie selbst an sich glaubt und über sich hinauswächst.

Lassen Sie sich eigentlich noch gern selbst fotografieren?

Ich bin mittlerweile ganz auf die andere Seite gewechselt und mag kein Spotlight mehr auf mir haben.

Welcher der „SatC“-Charaktere steckt am ehesten in Ihnen
?
Sicherlich von allen ein bisschen. Aber eigentlich bin ich eher Carrie. Sie tappt auch oft in Fettnäpfchen und glaubt an die große Liebe. Ich putze mich auch gern wie Carrie heraus, mixe meine Outfits wild durch­einander. Meine Garderobe kann nur so funktionieren, ich bin so viel unterwegs, dass ich fast ausschließlich aus dem Koffer lebe.

Frie Kicherer