Lust auf Duft

Was macht Sommerdüfte so anziehend?

Wir lassen uns immer wieder von ihnen verführen – und zwar genau dann, wenn wir uns nach frischem Wind im Alltag sehnen. Was genau macht Sommerdüfte eigentlich so anziehend?

Im Sommer haben wir Lust auf Düfte, die …
… leicht und frisch nach grünen Gräsern, Blüten, salziger Meeresluft, Obst oder sogar nach knackigem Gemüse riechen. Umso höher die Temperaturen klettern, umso mehr steigt nämlich auch unser Bedürfnis nach Abkühlung. Und genau die verheißt der spritzige Inhalt von Flakons in Ozeanblau, Sonnengelb, Rosarot und Apfelgrün, die in den Sommermonaten die Regale der Parfümerien regieren.

Das Tolle an Splash und Eau de Cologne ist …
... ihre erfrischende und belebende Wirkung. Eau de Colog­ne und Splash haben mit bis zu fünf beziehungsweise drei Prozent eine weitaus geringere Duftstoffkonzentration als beispielsweise Eau de Toilette, in dem bis zu zehn Prozent reines Parfumöl steckt. Das macht auch Sinn, denn für den optimalen Kühlungseffekt werden Splash & Co. großzügig auf dem ganzen Körper gesprüht – zum Beispiel direkt nach dem Duschen oder Baden. Bei einer höheren Duftkonzentration bestünde Naserümpf-Gefahr. Der leichte Sommermix aus Alkohol, Wasser, Pflege- und Duftstoffen verfliegt hingegen schneller.

Wir greifen jetzt zu Sommerparfums, weil …
… sie leichter und deshalb sanfter zu unseren Näschen sind. Bei höheren Temperaturen entfalten sich Düfte stärker – aus diesem Grund trägt man sie auch da auf, wo das Blut pulsiert, zum Beispiel am Handgelenk. Hier ist die Körpertemperatur am höchsten. An sehr heißen Tagen kann jedoch gerade ein eher schwerer Duft als unangenehm und penetrant wahrgenommen werden. Dann hat die Intensität der Duftstoffe durch die Hitze sehr stark zugenommen und damit den eigentlich erwünschten Effekt zunichte gemacht. Damit dies nicht passiert, entwickeln Parfumhäuser gänzlich neue Sommerdüfte aber auch auf die heißen Monate abgestimmte Varianten ihrer Klassiker.

Bezeichnungen wie „Sheer“, „Eau Fraîche“ oder „Eau Légère“ lassen darauf schließen, dass …
… es sich um Parfums mit geringerer Duftkonzentration handelt. Das kann, muss aber nicht sein. So gibt es „leichtere“ Versionen von Eau de Toilettes, die wiederum selbst Eau de Toilettes sind. In diesen ­Fällen wird also nicht weniger Duftöl verwendet, sondern vielmehr „leichtere“ und „frischere“ Duftnoten – zum Beispiel Pampelmuse und Mandarine.

Dass Parfums beim Sonnenbaden braune Flecken auf der Haut hinterlassen, ist …
... ein Mythos. Die Ursache waren pflanzliche Duftbestandteile wie Bergamotte – und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, Alkohol. Seit man entdeckt hat, welcher Teil der natürlichen Essenz – die sogenannten Furocumarine – für die Flecken verantwortlich ist, wird dieser herausdestilliert. Düfte, die Bergamotte enthalten, dürfen Sie also bedenkenlos weiterverwenden. Manche Hersteller drucken die Information „Photosensivity tested“ auf ihre Verpackungen (z. B. „Very Irrésistble Givenchy Summer Sorbet“ von Givenchy). Die garantiert, dass das Tragen in der Sonne keine Spuren hinterlässt.