Conchita Wurst für Schwulenrechte: "Das Geschlecht sollte keine Rolle spielen"

Die ESC-Gewinnerin besuchte das Europaparlament in Brüssel

Conchita Wurst, 25, erregte Aufsehen, als sie in diesem Jahr für Österreich beim European Song Contest antrat und gewann und ist seitdem immer wieder präsent, sowohl als Sängerin, als auch als Model. Diesmal jedoch hat ihr Auftritt politischen Hintergrund, denn Conchita besuchte das Europaparlament in Brüssel, um sich für Schwulenrechte einzusetzen.

Dass Conchita für Toleranz kämpft und gewissermaßen die Einstellung der Menschen hinsichtlich Homosexualität revolutionieren möchte ist nicht neu, doch nun scheint sie wirklich Fortschritte mit ihrer „Botschaft der Toleranz“ zu machen. Heute, 8. Oktober, war Conchita Wurst im Brüsseler Europaparlament dabei und damit in direktem Kontakt mit den Politikern.

Großer Respekt vor politischer Arbeit

 „Ich kenne mich nicht aus in dem politischen Karussell, in dem sich diese Menschen bewegen und ich habe großen Respekt davor, weil es ohne Frage ein harter Job ist“, gibt sie während der Pressekonferenz zu. Trotzdem will Conchita klar stellen: „Diese Menschen haben sich ihren Job ausgesucht, wie ich mir meinen ausgesucht habe. Und ich erwarte Ergebnisse“, sagt sie und meint damit zum Beispiel die Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Ehen.

Geschlecht sollte keine Rolle spielen

„Wenn man sich dazu entscheidet, das Leben miteinander zu teilen, dann sollte das Geschlecht keine Rolle spielen“, findet Conchita. Dass sie das Parlament besuchen durfte, verdankt sie unter anderem Ulrike Lunacek, 57, die für die österreichischen Grünen im Europaparlament sitzt und selbst lesbisch ist.

Conchitas "Botschaft der Toleranz" ist Geld wert

Aus ihrer Sexualität habe sie ebenfalls nie ein Geheimnis gemacht, da das leichter sei, als sich verstecken zu müssen. Die Kosten von 17000 oder 18000 Euro, um Reise und Konzert von Conchita Wurst zu bezahlen, seien Wursts "Botschaft der Toleranz" wert. Eine Gage bekomme Wurst nicht. Doch die Möglichkeit,die Politiker zu inspirieren und zum Nachdenken anzuregen, das hat Conchita vermutlich genug bedeutet.

Das einzige Manko an ihrem Auftritt war dann wohl ihr weißer Hosenanzug, der am Bauch aufgeplatzt ist - aber bei einer so wichtigen Angelegenheit rücken diese Kleinigkeiten schließlich in den Hintergrund.