Die Milch macht's! Aber was eigentlich?

Wie gesund der Naturdrink wirklich ist

Von glücklichen Kühen, frisch von der Weide - das war einmal. Die Produktionsbedingungen für Milch haben sich geändert - mit Folgen für uns und für die Umwelt...

Vorbei sind die Zeiten, in denen eine "Extraportion Milch" noch als Qualitätsmerkmal galt. Der Naturdrink in Weiß ist ordentlich in Verruf geraten. Er sei verantwortlich für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme, für Osteoporose und Krebs. Sogar dick soll die gute Milch machen. Es verwundert also kaum, dass immer mehr Deutsche auf Kuhmilch verzichten und lieber auf Alternativen aus d Mandeln, Hafer oder Soja setzen. Zu Recht?

Was sagen Experten?

Gleich vorweg: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Milch für Erwachsene weiterhin. "Pro Tag sollten etwa 200 Milliliter Milch und Joghurt verzehrt werden, dazu 50 bis 60 Gramm Käse", wird geraten. Und noch ein wichtiger Hinweis: "Für Kinder wie ERwachsene eignen sich auch fettarme Varianten." Offenbar gilt für Milch ebenso wie für alle anderen Lebensmittel: Wenn ich mehr Kalorien aufnehme, als ich an Energie verbrauche, wird der Überschuss als Fett gespeichert.

Aktuell legt eine US-Untersuchung die Vermutung nahe, dass das in Milch enthaltene Kalzium die Gewichtsreduktion eher unterstützt. Epidemiologische Studien in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass Milchtrinker meist schlanker sind als Milchabstinenzler.

Macht Milch krank?

Es ist schon ein merkwürdiger Zusammenhang, dass Osteoporose, ebenso wie auch Krebs - in westlichen Ländern, wo viel Kuhmilch konsumiert wird, häufiger vorkommen als etwa in Asien. Dort trinkt man weniger Milch. Eine schwedische Studie zeigt sogar ganz konkret, dass der Milchkonsum definitiv keinen positiven Einfluss auf die Knochendichte von Frauen hat - sogar das Gegenteil sei der Fall.

Zumindest teilweise Entwarnung gibt's in Sachen Krebs. Im Zuge einer Konferenz am Max Rubner-Institut für Ernährung wurde der Forschungsstand zusammengefasst.

Das Ergebnis: Wer viel Milch trinkt, verringert das Risiko Darmkrebs zu bekommen, erhöht aber die Gefahr auf Prostatakrebs. Immerhin: Nicht die Milch aber die aus ihr hergestellten Produkte wie Käse scheinen vor Brustkrebs zu schützen.

Ist Milch gleich Milch?

Hier kommt der Knackpunkt: Vieles, was uns in den Supermärkten präsentiert wird, ist nicht mehr als fettiges Wasser. Die Zusammensetzung der Milch hängt davon ab, was ihre Erzeuger - die Kühe - grasen. Die wervollen Omega-3-Fettsäuren, die vor Herzrhythmusstörungen schützen und die Blutfette senken, sind nur in der Milch von "glücklichen Kühen" zu finden. Also den Tieren, die auf der Weide stehen und frisches Gras widerkäuen. Industriemilch (aus Massentierhaltung) hingegen enthält hauptsächlich gesättigte Fettsäuren, ja sogar gefährliche Transfette.

Tipp: Wer etwas für seinen Körper - und nebenbei für sein gutes Gewissen - tun möchte, sollte zu Weidemilch aus Bioproduktion greifen. Die ist zwar teurer als die Massenware - aber auch viel gesünder!