Reise: Berlin

Mieze von Mia. zeigt OK! ihre Stadt

Mieze von Mia. zeigt OK! exklusiv ihre Stadt Berlin: Mia. haben den „Hauptstadt-Style“ geprägt wie keine andere Band. Frontfrau Mieze zeigt OK! die Shops, Cafés und Clubs, in denen man den Trend hautnah erleben kann.

Der Duft von frischen Croissants liegt in der Luft. „Guten Morgen“, grüßt Ingo Puls und lümmelt sich erst mal auf einem der bequemen 50er-Jahre-Sessel. Wir sind in Berlin, genauer gesagt, in Prenzlauer Berg. Die Sonne strahlt, und im Café „Fleischmöbel“ wird gerade der erste Kaffee aufgebrüht. Als Nächstes erscheint Bob Schütze. Dann radelt Andy Penn um die Ecke. Weil Gunnar Spies verhindert ist, fehlt eigentlich nur noch Mieze Katz. Sie ist der Star von Mia., der Berliner Band, die seit elf Jahren die deutsche Musikszene mit kühnen Popsongs bereichert. Neben der Hitsingle „Tanz der Moleküle“ (2006) zählt außerdem  ihr Beitrag zum Grand-Prix-Vorentscheid 2004 „Hungriges Herz“ zu den größten Erfolgen von Mia.

Frontfrau Mieze liefert der Band dabei nicht nur das Gesicht und die Stimme, sondern auch die klugen Texte. Die sind wortgewaltig, aber nicht schwer. Eher flirrend wie die Sängerin selbst, die auf einmal quietschfidel im Türrahmen steht. Und dabei ziemlich cool aussieht: Die blonden Haare hat sie zu einem Knoten hochgezwirbelt, auf der Nase thront eine weiße Sonnenbrille, an den Füßen funkeln schwarze Lackballerinas. Berliner Schule eben.

Wer könnte bessere Tipps für einen Besuch der Hauptstadt geben als sie? 1979 in Berlin geboren, und in der Musikszene groß geworden, kennt Mieze Katz jeden Szene-Treff, noch bevor er zu einem solchen ernannt wurde. Den tierischen Namen gab sie sich übrigens selbst und verrät auch uns ihren wahren nicht … „Schön hier, oder?“, fragt sie grinsend und erinnert dabei irgendwie an Pippi Langstrumpf. Das „Fleisch­möbel“ zählt zu ihren Lieblingscafés. „Morgens ist es hier so leer, da kann man in aller Ruhe frühstücken.“ Voller Begeisterung zeigt uns Mieze alle Heiligtümer des Ladens: das barocke Landschaftsgemälde, die schrammelige Couchgarnitur und auch das kleine Hinterzimmerchen. „Hier haben wir schon so manche Fami­lienfeier veranstaltet.“

Gemeint ist damit die Band. Und deren Freunde. „Wenn es die nicht gäbe, wären wir nicht das, was wir sind“, sagt Mieze. „Wir haben belastbare Freundschaften. Das sind Leute, die schon auf unseren ersten Konzerten dabei waren und uns den Erfolg gönnen.“ Gerade hier in Berlin sei es aber grundsätzlich nicht so einfach, „Liebe und Freundschaft“ zu finden. „Man verschenkt hier nicht einfach sein Herz.“ Dazu seien die Berliner viel zu ruppig. „Aber wenn sie sich dann doch öffnen“, erklärt die Sängerin, „ist es umso schöner.“ Zufällig heißt nun auch die aktuelle Mia.-Single „Mein Freund“. Schon vor der Veröffentlichung des neuen Albums „Willkommen im Club“ (5. September) hat sich der Song in den deutschen Top 20 platziert.

Ein guter Freund der Band ist auch der Besitzer von „Paul’s Boutique“, dem Secondhandladen, den wir bei unserer kleinen Tour als Nächstes aufsuchen. „Bei Paul gibt’s aber nicht nur alte, sondern auch neue Klamotten“, erklärt Bassist Bob, während er einen übervollen Hemdenständer durchforstet. Mieze interessiert sich mehr für die schrägen Spielfiguren, und Gitarrist Ingo inspiziert erst mal eine Kiste mit alten Bundeswehrturnschuhen. Und dann sitzen wir auch schon wieder im Taxi und lassen uns die Kastanienallee hinunterfahren. Vorbei an Zionskirchplatz und Weinbergspark, landen wir bald dort, was man wohl Berlins brodelnde Mitte nennt.
Hier, in der Münzstraße, zwischen Adidas-Store und Cos, dem Designer-Label von H&M, findet sich ein weiteres Lieblingsplätzchen von Mieze und ihren Jungs: der „Münzsalon e. V.“. Durch ein dunkles Treppenhaus geht es in die sogenannte Beletage. Dort verbirgt sich hinter schweren Holztüren eine unfassbar große Gründerzeit-Wohnung. Wir werden freundlich begrüßt und können uns dann aussuchen, wo wir Platz nehmen möchten. In den schweren Sesseln des grün gehaltenen Kaminzimmers oder doch lieber auf den eleganten Lederbänken im zentralen Raum des „Münzsalons“? Man muss allerdings Mitglied sein, um die imposanten Räumlichkeiten jederzeit in Beschlag nehmen zu dürfen. Um sich dann wahlweise mit einem Buch aus der saloneigenen Bibliothek vor den Kamin ­zurückzuziehen, in aller Ruhe zu essen und zu trinken – oder einfach nur ungestört ein vertrauliches Gespräch zu führen …

Zum krönenden Abschluss der exklusiven Sightseeingtour geht es dann noch in die luftigen Höhen des Clubs „Week End“. Im 15. Stock eines Geschäftsgebäudes, zu DDR-Zeiten „Haus des Reisens“ genannt, genießt man hier eine umwerfende Aussicht auf die Spreemetropole. Zufrieden blicken Mia. auf ihre Heimatstadt. Und wenn Berlin jetzt noch am Meer läge, dann ginge für die Band ein kleiner Traum in Erfüllung.

OK! Travel Tipps:

Hotel

Mittendrin und trotz­dem eine (idyllische!) Oase der Ruhe: Im Garden Hotel Honigmond in der Invalidenstraße (DZ ab 109 Euro, www.honigmond-berlin.de) verfügen manche Zimmer sogar über einen eigenen Gartenzugang. In der Nachbarschaft des Kollwitzplatzes befindet sich das sehr stilvoll eingerichtete Myer's Hotel (DZ ab 99 Euro, www.myershotel.de). Und wer mal besonders cool ganz weit oben in einem echten Plattenbau logie­ren möchte, der bucht im angesagten Platte Mitte (DZ ab 80 Euro, www.plattemitte.de). Ostalgiecharme pur
gibt's auch direkt am Ostbahnhof im Hostel Ostel (DZ ab 62 Euro, www.ostel.eu).

Restaurants

Ruhiges und bei Mia. sehr beliebtes Örtchen zum Frühstücken: Im Café Fleischmöbel (Oderberger Straße 2) gibt es aber auch bis spät in die Nacht leckere Bagels, Kuchen und Sandwiches. Wen es nach herzhafte­ren Speisen verlangt,
der findet in Koll­witz­platz-Nähe im Mao Thai (Wörther Straße 30) thailändische Küche auf höchstem Niveau. Und am anderen Ende des Kollwitzplatzes gibt
es die auch bei Promis und Politikern sehr beliebte Trattoria Paparazzi (Husemannstraße 35). Beim Bummel durch Mitte darf ein Abstecher zum stets randvollen Monsieur Vuong (Alte Schönhauser Straße 46) nicht fehlen. Besonders köstlich ist hier der Glasnudelsalat!

Bars & Clubs

Einzigartig mit seiner Dachterrasse und
dem gigantischen Blick auf die Großstadt: der Club Week End  (Alexan­derplatz 5) im 12. und 15. Stock im ehemaligen „Haus des Reisens“ am Alexanderplatz. Und
im Cookies (Friedrichstraße/Ecke Unter den Linden), schon seit Jahren eine Berliner Party-Institution, durfte man schon so manchem deutschen Promi beim Feiern zusehen. Gedie­gener geht es dagegen in Mia.s Geheimtipp, dem Münzsalon (Münzstraße 23) zu, einem Club nach englischem Vorbild, in dem die Mitglieder
(monatlicher Beitrag ab 25 Euro) in unverfälschter Atmosphäre u. a. speisen, rauchen, feiern und diskutieren dürfen.

shopping

Alte und neue Klamotten, Spielfiguren und jede Menge (sinnvollen!) Krimskrams gibt's in Paul's Boutique (Oder­berger Straße 45/47). Auch in der nahe gele­genen Kastanienallee finden sich jede Menge originelle Klamotten­läden, wie z. B. Eisdieler  (Kastanienallee 12), ein lässig-elegantes Label von vier jungen Berliner Modemachern. Besondere Accessoires, Modeschmuck und Taschen bietet Tosh (Sredzkistraße 56) in der Nähe vom Kollwitzplatz. Freunde ausgefallener Schuhe kommen vor allem in Mitte, rund um den Hackeschen Markt, auf ihre Kosten, beispielsweise im sehr ausgesuchten, aber nicht ganz günstigen Blutorange (Neue Schönhauser Straße 6–7). 

Tipp der Online-Redaktion:

Wer sagt denn, dass man in der Hauptstadt immer nur in möglichst düsteren Clubs feiern muss? Im Geburtstagsclub (Am Friedrichshain 33) gibt's das genaue Gegenteil. Unter blinkenden Lichterketten und bunten Fähnchen – bei beschwingter Musik, die von House über Brasilbeats bis hin zu Reggae reicht – gerät man hier sommers wie winters in echte Urlaubsstimmung...