Reise: Kitzbühl

Ab auf die Piste!

Kitzbühl: Der Skiort in Österreich läuft St. Moritz den Rang ab. Auch, weil sich hier so ungestört feiern lässt...

Sie kennen das Kitzbühel-Lied nicht? Ja, dann: „Kitzbühel, mein Augenstern, Juwel von Tirol. Wer in deinen Bergen lebt, der fühlt sich wohl …“ Da muss was dran sein – bei der Anzahl der Prominenten, die in „Kitz“ wohnen oder zumindest eine standesgemäße Ferienvilla besitzen. Musik­produzent Jack White gehört zu den Glücklichen – genauso wie Schmuckerbin Fiona Swarovski und ihr Mann Karl-Heinz Grasser sowie die Modedesigner Otto Kern und Werner Baldessarini. Natürlich auch Volksmusikant Hansi Hinterseer – der wurde sogar in Kitzbühel geboren.

Ganz abgesehen von den vielen VIPs, die jeden Winter die Luxushotels des Örtchens bevölkern. Schließlich gibt es in dem beschaulichen Bergstädtchen immer einen Anlass zum Feiern. Ganz besonders an einem Wochenende im Januar: Wenn die Hahnenkamm-Abfahrt (23.–25. 1. 2009) – das spektakulärste Skiren­nen der Welt – auf der legendären Streif stattfindet, platzt der Ort aus allen Nähten.                                                                                                                         

Eine Feier jagt die nächste, Lokale, Bars und Discos sind restlos überfüllt. Menschenmassen schieben sich durch die Gassen der Innenstadt. Und weil das Partyvolk frühestens gegen Mittag wach wird und an den Liften und Seilbahnen höchstens noch nach Halbtages- oder Stundenkarten verlangt wird, macht Skifahren oder Snowboarden dann besonders viel Spaß. 56 Lifte und 60 Abfahrten mit rund 170 Kilometer Pisten gibt es im Skigebiet Kitzbühel, zu dem auch die Gemeinden Reith, Aurach und Jochberg gehören. Weil es sich beim Untergrund überwiegend um Almwiesen und nicht um Felsgestein handelt, genügt schon eine geringe Schneeauflage. Um den Rest kümmern sich 610 Schneekanonen, die auf 91 Kilometer Abfahrtsstrecken gerichtet sind. Pistensichere Skifahrer und Snowboarder starten schon früh am Tag in Kitzbühel mit der Hahnenkamm-Bergbahn, fahren hoch zum Pengelstein, runter nach Jochberg, über die Wurzhöhe und nach dem Einkehrschwung zum Mittagessen in der „Jägerwurzhütte“ wieder hoch zum Zweitausender – und nach der Abfahrt nach Pass Thurn wieder zurück.

Wer sich beeilt, schafft es auf dem Rückweg noch zum Après-Ski in die „Sonnbühel-Hütte“, dem absoluten In-Treff unterhalb der Hahnenkamm-Bergstation. Dort geht es bis 17 Uhr zu wie im Sommer an den Stränden von Ibiza: Partyleichen der letzten Nacht hängen in den Liegestühlen ab, Beats kommen aus den Boxen oder von einer Liveband, Jagertee und Champagner heben die Stimmung …

An der „Sonnbühel-Hütte“ kommt keiner vorbei – außer Snowboarder, für die auf der anderen Seite des Tales am Kitzbüheler Horn eine perfekte Area mit Halfpipe geschaffen wurde. Aber auch die trifft man dann abends wieder – in Kitzbühels Traditionsbars „Fünferl“ und „Stamperl“. Szenekenner lassen es langsamer angehen und sich zum Beispiel im Wellness-Tempel „Aquarena“ erst mal durchkneten. Natürlich ist dann ein Tisch fürs Abendessen längst gebucht. Wer das versäumt, läuft vor allem in der Hochsaison Gefahr, mit leerem Magen ins Bett zu gehen. Obwohl: Ein Geheimtipp für den schnellen Hunger zwischendurch ist der Würstchenstand hinterm Kitzbüheler Stadttor. Vor dem stehen die Leute noch morgens um 5 Uhr Schlange für eine „Eitrige“ (österreichisch für mit Käse gefüllte Bratwurst) – nachdem sie in der In-Disco „Take Five“ die Nacht zum Tag gemacht haben.

Partytrubel hin oder her: Wer unter Winterurlaub eher Skifahren als Skifeiern versteht, ist in Kitzbühel trotzdem richtig. Denn im Gegensatz zu Schweizer Promi-Orten wie etwa St. Moritz gibt es in Kitz noch jede Menge Pensionen, Bauernhöfe und Gasthöfe mit vernünftigen Preisen. Da können auch Nicht-Prominente ihr Wintermärchen erleben …

Markus Boden

OK! Travel Tipps:

Hotels

Wer besonderen Wert auf ein luxuriöses Wellness-Angebot legt, ist im Grand Spa Resort Arosa (DZ ab 228 Euro, www.a-rosa.de) bestens aufgehoben. Urig und günstig übernachtet man in Kitz auf dem Bauernhof, z. B. dem Henntalhof auf der Bichlalm (DZ ab 48 Euro, kein Internet, Tel. 00 43-53 56-646 24). Ebenfalls preisgünstig für Kitzbüheler Verhältnisse ist die familiär geführte Villa Mellon (DZ ab 100 Euro, www.villa-mellon.at). Tipp für Abenteurer: Im Alpeniglu-Hotel (Zweier-Iglu ab 210 Euro pro Person, www.alpeniglu.com) nächtigt man in echten Schnee-Iglus im Schlafsack, zugedeckt mit Rentierfellen. Im Preis u. a. inbegriffen: Dinner im Iglu-Restaurant und eine Fackelwanderung mit romantischem Lagerfeuer.

Restaurants

Der gläserne Wintergarten des bereits erwähnten Hotels zur Tenne (Vorderstadt 8–10) ist eines der beliebtesten Restaurants in Kitzbühel. Das hat mit der guten Küche und dem hohen Promi-Faktor zu tun. Die VIPs speisen und feiern auch gern in Rosis Sonnbergstubn (Oberaigenweg 103). Kitschig-romantisch wird’s, wenn die singende Wirtin nach dem Dessert zur Gitarre greift und das „Kitzbühel-Lied“ anstimmt. Das beste Wiener Schnitzel wird im Landhäusl (Obere Gänsbachgasse 8) serviert. Unschlagbar sind der Kaiserschmarrn und das Preis-Leistungs-Verhältnis im Gasthof Hagstein (Hagsteinweg 95).

Bars & Clubs

Stamperl (Jochberger Str. 62) und Fünferl (Franz-Reisch-Str. 1) sind die Après-Ski-Institutionen unter den Kitzbüheler Bars. Im Jimmy’s (Vorder­stadt 31) nimmt man noch einen Drink vor dem Besuch der Promi-Disco Take Five (Hinterstadt 22). Als berühmt-berüchtigt gilt auch der Pub The Londoner (Franz-Reisch-Str. 4). Engländer und Amerikaner feiern hier, bis der Arzt kommt … Die Nummer eins unter den Skihütten mit Schneebars ist die Sonnbühel-Hütte unweit der Bergstation Hahnenkamm-Bahn.

Tipps der Online-Redaktion:

Wer sich darüber wundert, das die Leute in Kitzbühel oft so coole Klamotten tragen, sollte wissen, dass in Kitzbühel auch viele coole Klamotten verkauft werden...

z.B. im Luxus-Sportswear-Shop Frauenschuh (Josef-Herold-Str. 13-15), bei Trachten Eder (Rathausplatz 3), oder auch bei Luis Trenker & Friends (Vorderstadt 31) – dort gibt es witzige Mode mit nostalgischen Reminiszenzen an den ehemaligen Kult-Bergsteiger.

Hotel:

Wer Relaxoasen im Schnee sucht, ist hier richtig: www.bestwellnesshotels.at