Reise: Bora Bora

Eine Insel für die Sinne

Bora Bora - Eine Insel für die Sinne! Bora Bora gilt als Sehnsuchtsziel und Honeymoon-Paradies: Auf dem Südsee-Eiland werden Träume wahr.

Die Magie der Südsee überfällt die Seele sofort und ohne Vorwarnung. Unter dem Glastisch kreisen schillernd bunte Tropenfische, und der warme Wind spielt mit den Vorhängen des Überwasser-Bungalows, der auf Stelzen im Meer steht.
In einem Luxushotel wie dem „Bora Bora Lagoon Resort & Spa“ zu wohnen, ist sicherlich der stilvollste (aber auch teuerste) Zugang zur High Society der sogenannten Gesellschaftsinseln um Tahiti, Moorea oder Bora Bora. Und eine völlig relaxte Ouvertüre zur grandiosen Südsee-Symphonie.

Die ganz banal damit beginnt, dass man sich vor seiner Nobelhütte ins warme Wasser gleiten lässt und sich den Alltag von der Seele schnorchelt. Zu den prominenten Besuchern des „Lagoon“ gehören etwa die Hollywood-Stars Sean Penn, Colin Farrell, Wesley Snipes und John Travolta. Nicole Kidman oder Pamela Anderson steigen gern im „Hotel Bora Bora“ ab, der ersten Luxusherberge der Insel. Zurzeit müssen sie sich allerdings eine andere Bleibe suchen, denn die Anlage wird gerade umgebaut. Wiedereröffnung: 2011.

Alternativen gibt es genügend, und das nicht nur zu horrenden Preisen. Die Insel mit der schönsten Lagune der Welt ist voll von kleinen Pensionen und Gästehäusern. Und die sind durchaus ­bezahlbar. Wenn die „Perle der Südsee“ ihren Glanz zeigt, sind auch die Reisestrapazen (mehr als 20 Stunden Flugzeit von Europa) schnell vergessen. Nur neun Kilometer lang und fünf Kilometer breit, ist Bora Bora zwar schnell entdeckt, aber voller unvergesslicher Eindrücke. Viele Touristen sind bei der Inselrundfahrt auf der 32 Kilometer langen Ringstraße mit Fahrrad oder Roller unterwegs, die wenigsten per Auto. Am originellsten ist ein Trip im Bus, der immer dann hält, wenn man es dem Fahrer sagt. Pflichtstopps: natürlich die Lagune. Und die beiden großen Buchten Faanui und Povai im Südwesten, wo nicht nur die schönsten Strände liegen, sondern auch das berühmteste Restaurant der Südsee – das „Bloody Mary’s“. Dort stehen die Tische im Sand, und der fangfrische Fisch schmeckt unterm Palmendach doppelt gut. Wer ins tiefgrüne In­nere der „Erstgeborenen“ (polynesisch für Bora Bora) vordringen will, muss sich unbedingt für eine Jeep-Safari anmelden. Nachdem sich der Wagen über eigentlich unbefahrbare Wald­pfade auf die mit 727 Metern höchste Erhebung des Mount Otemanu gequält hat, versinken seine durchgerüttelten Passagiere in stiller, ehrfürchtiger Andacht. Wenn es ein Synonym für das Klischee vom Zauber der Südsee gibt, dann ist es diese perfekte Harmonie von reinster Luft und schillerndsten Farben. So viel Schönheit erklärt die Romantik, die Französisch-Poly­nesien zum Traumziel gemacht hat.

Deshalb eine (nicht ganz) ernst gemeinte Reisewarnung: Bitte nicht ohne Partner reisen! Zahlen belegen das: Knapp 250 000 Urlauber fuhren 2007 in die Einsamkeit der Gesellschaftsinseln. Rund 70 Prozent von ihnen waren in den Flitterwochen, der große Rest waren Paare ohne Trauschein – Singles stellten die absolute Minderheit.

Wem eine Insel nicht genügt, der muss aufs Schiff. Und zwar mit Bora Bora Cruises.­ Eine Woche an Bord der „MS Ti’a Moana“ ist ein romantisches Erlebnis, das mitten ins Herz trifft. Die Exklusivität fängt damit an, dass maxi­mal 50 Kreuzfahrer an Bord gehen, die von einem 42-köpfigen Service-Team verwöhnt werden. Die Route der „Ti’a Moa­na“ führt zu den Nachbarinseln Tahaa, Raia­tea, Huahine und zurück – und jeder Tag bringt neue Erlebnisse: Dabei sein, wenn Mini-Riffhaie und Babyrochen mit Futter angelockt werden. Auf dem Oberdeck unglaublich schöne Sonnenuntergänge genießen. Barbecue mit einem Auftritt polynesischer Tänzerinnen. Champagnerfrühstück am Strand. Der Besuch auf einer Perlenfarm auf Raiatea. Und zur Einführung in die Tattoo-Kunst, die ihren Ursprung in der Südsee hat, kommt ein Tätowierer an Bord, der (abwaschbare) Motive auf die Haut der Gäste malt.

Nach sechs Tagen ankert die „Ti’a Moana“ wieder vor Bora Bora. Ende einer ultimativen Traumreise, die auch weniger Betuchte mit gecharterten Segelbooten oder den zwischen den Inseln verkehrenden Fähren antreten können. Man muss sich ja nicht unbedingt Paul Allen zum Vorbild nehmen. Der Microsoft-Mitbegründer buchte die „Ti’a Moana“ für 250 000 Dollar eine ganze Woche lang,  um sie dann doch nur an einem einzigen Tag zwei Stunden lang zu nutzen. Zum Schnorcheln …

Markus Boden

OK! Travel Tipps:

Hotels & Gästehäuser

Fast alle Luxus-Hotelketten dieser Welt sind auf der Insel vertreten. Dort abzusteigen hat seinen Preis, zum Beispiel im Bora Bora Lagoon Resort & Spa (www.boraboralagoon.com, Motu-Bungalow für zwei Personen 470 Euro, Overwater-Bungalow 695 Euro), das auf einem eigenen Motu (kleine Insel) liegt. Auf der Hauptinsel Bora Bora ist das Boutique-Hotel Temanuata (www.temanuata.com, DZ ab 125 Euro) in der gleichnamigen Bucht ein absoluter Insidertipp. Genauso wie die Nummer eins unter den Pensionen und Gästehäusern, das Chez Nono (DZ ab 60 Euro, keine Website, E-Mail: nono.leverd@mail.pf“). Wer von Bora Bora aus zum Rundtrip auf die Nachbar­inseln Tahaa, Raiatea und Huahine aufbricht, hat verschiedene Reisemöglichkeiten. Die luxuriöseste bietet Bora Bora Cruises (ab 5 000 Euro pro Person in der Doppelkabine, www.
boraboracruises.com). Wesentlich billiger und individueller ist es, für die gleiche Route eine Segelyacht mit Crew zu chartern, zum Beispiel bei Polynésie Croisière auf Bora Bora (ab 1 500 Euro pro Person). Noch günstiger: eine der Fähren zu nehmen, die zwischen den Inseln verkehren. Der Maupiti Express bietet einen Rundtrip zu den genannten Inseln (ca. 290 Euro), auf denen in Gästehäusern und Pensionen preiswert übernachtet werden kann (DZ ab 40 Euro).

Restaurants & Bars

Wer auf Bora Bora ist, kommt am Bloody Mary’s (Povai Bay) nicht vorbei. Höchstes Niveau (auch preislich) haben die Restaurants und Bars der Luxus­hotels. Allerdings geht es dort recht steif zu. Gemütlicher und mit einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis punkten die Restaurants Bambou House, Kaina Hut und Villa Mahana (alle in Povai Bay, Infos über www.gotahiti.com).

Shopping & Souvenirs

Auf der Ringstraße um Bora Bora gibt es zahlreiche Boutiquen und Galerien, in denen sich wunderbar feilschen lässt. Abgesehen von den üblichen Souvenirs wie T-Shirts sind als Mitbringsel vor allem Vanille (auf Tahaa gibt es die beste der Welt) und die seltenen Black Pearls, die schwarzen Perlen, empfehlenswert. Sie sind auf den Nachbarinseln Tahaa, Raiatea ­und Huahine deutlich billiger als auf Bora Bora.

nicht verpassen
Die Lagune von Bora Bora, von dem amerikanischen Schriftsteller James A. Michener als „die schönste der Welt“ bezeichnet, bietet jede Menge Möglichkeiten: Flaschen­tauchen am Riff und in der „Rochenstraße“ inmittten von Manta­rochen oder Abtauchen mit dem U-Boot. Auch ein Besuch des Lagoonariums, eines Unterwasseraquariums beim Fischerdorf Anau, ist empfehlenswert. Hier kann man im Wasser stehen und hautnah die Fütterung kleiner Haie und Rochen miterleben. Natürlich werden alle Wassersportarten dieser Welt angeboten. Ultimativer Tipp für Verliebte: ein einsames Picknick auf einem der zahlreichen Motus, den kleinen Inseln rund um Bora Bora. Und für den atemberaubenden Blick vom erloschenen Vulkan Otemanu sollten Sie unbedingt eine Jeep-Safari buchen.

Tipp der Online-Redaktion:

Auf Bora Bora ist Entspannung angesagt – insofern gibt's In puncto Nightlife keine so besonders große Auswahl. Wer trotzdem Party machen möchte, kommt – auch zu späterer Stunde –  in der Disco des Club Med (Faoopore Bucht) auf seine Kosten. Oder im einzigen Nachtclub der Insel, dem La Recife (bei Vaitape).