Australien: Abenteuer im Outback

Filmreife Kulissen

Australien: Abenteuer Outback! OK! besuchte die Drehorte von "Australia", in denen Wunder alltäglich sind. So drehte Regisseur Baz Luhrmann etliche Szenen seines Dramas beispielsweise auf einer echten Rinderfarm und in der australischen Ste

Das Vieh wirbelt Staub auf, unsere Pferde­ tänzeln nervös.­ Doch der „Drover“, ein australischer Cowboy, beruhigt uns lächelnd: „Keine Angst, denen juckt es bloß in den Hufen.“ Sein Gesicht ist wettergegerbt, sein Lederhut abgegriffen. Wie jeden Tag treibt er seine Rinderherde auf die schier endlose Weide hinaus.
Was an einen Marlboro-Werbespot erinnert, ist Alltag auf der „Home Valley Station“, dem Ausgangspunkt unserer Rundreise. Das knapp 3 000 Quadratmeter große Areal, 1 000 Kilometer östlich von Darwin, ist am malerischen Gebirgszug Cockburn Range gelegen. Der Himmel ist azurblau. Schon kurz nach Sonnenaufgang klettert das Thermometer auf 30 Grad. Das Herzstück ist die „Homestead“, ein altes Farmhaus. Dort hat Chris Fenech ein Paradies für Abenteurer geschaffen. Unter der Leitung kundiger Ranger kann man von hier aus Touren in die Umgebung machen, und im nahe gelegenen Pentecost River fischen. Rund 10 000 Rinder gehören zur Farm, die sich neben dem Tourismus immer noch über den Viehhandel finanziert.

Ein Ort, wie geschaffen für einen Film, dachte sich Regisseur Baz Luhrmann, und machte ihn zur Kulisse für sein neuestes Werk „Australia“. Erzählt wird die Geschichte von Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman), die sich als Erbin einer Viehfarm mit dem rauen Leben im australischen Outback arrangieren muss. Nur der Drover (Hugh Jackman), ein eigenbrötlerischer Vieh­treiber, hilft ihr (mehr zum Film auf Seite 78).

Der Dreh brachte Tumult ins sonst so ruhige Hinterland. „Frau Kidman ist jeden Tag mit dem Helikopter eingeflogen worden, während die Crew hier bei uns auf der ,Homestead‘ geschlafen hat“, erzählt Chris Fenech, als er uns in einem Jeep das Gelände zeigt. „Für den Film sind sie mit Flugzeugen drei Meter über dem Boden geflogen, nur um den Staub einer Herde zu imitieren“, weiß Chris.

Am nächsten Morgen fahren wir die Gibb River Road, eine 705 Kilometer lange Sandstraße durch das Outback. Richtung Zivilisation. Doch nicht bevor wir mit dem Geländewagen durch eine Furt im Pentecost River rollen. Fast wie Nicole Kidman für den Film, weshalb diese Stelle seitdem „Kidman’s Crossing“ heißt. Nach dreistündiger Fahrt sind wir am nächsten Teilziel: Kununurra. Mit 6 000 Einwohnern ist dies die größte Stadt der Region Kimberley. ­Viele ­Aborigines, die Ureinwohner Austra­liens, ­leben dort. Es gibt sieben Galerien, das ein­zige Kino im Umkreis von 250 Kilometern und eine erfolgreiche Diamantenhänd­lerin. Frauke ­Bolten-Boshammer vertreibt die selte­nen rosa Diamanten, jeder in Kununurra kennt sie. Nicht zuletzt, weil sie ihr Haus für Buz Luhrmann räumte, während er „Australia“ drehte. „Viele von uns sind für die Zeit ins Hotel gezogen“, erzählt sie, „im Haus meiner Nachbarin hat Nicole Kidman gewohnt.“

Auch Martina Manners, eine Freundin von Frauke, hat schöne Erinnerungen an den Dreh: „Wir Frauen sind ganz früh auf­gestanden, als wir erfuhren, dass Hugh Jackman morgens in unser Fitnessstudio geht. Wir standen dann vor dem Fenster, und er hat uns zugewunken.“ Sie fährt uns mit einem Bus ihres Unternehmens den tiefblauen Lake Kununurra entlang. ­„Außerdem“, erzählt sie, „hat Mr. Jackman Karaoke in unserem Pub, der ‚Tavern‘, gesungen.“

Wenig später sitzen wir im Flieger. Eine Flugstunde von Kununurra liegt Broome, die letzte Etappe unserer Reise. Wir klopfen uns den Staub des Outback von der Kleidung und blicken auf den Indischen Ozean, der türkisfarben leuchtet und mit seinen Traumstränden zum Baden einlädt. Abends werden wir in der „Sunset Bar“ des „Cable Beach Resort“ Zeuge eines atemberaubenden Sonnenuntergangs und bekommen hier ein Souvenir, an dem wir uns für immer erfreuen werden. Keine der Perlen, für die Broome so berühmt ist. Sondern die ­Erinnerung an ein Land des Abenteuers.

Anna-Julia Meyer

OK! Travel Tipps:

Hotels & Resorts

Wer das Leben in der Abgeschiedenheit des Outback erleben will, der ist in der Home Valley Station (DZ ab ca. 95 Euro, Campingplatz ab ca. 7,50 Euro, www.homevalley.com.au) an der Gibb River Road (in der Nähe von Kununurra) bestens aufgehoben. Für Fans des Films „Australia“ lässt sich vor Ort die „Home Valley Station & Australian Movie Tour“ buchen (ca. 47 Euro pro Person), die einen ganzen Tag lang an die Drehorte führt. Nur 100 Kilometer von der „Home Valley Station“ entfernt lädt die El Questro Homestead (ebenfalls über die Gibb River Road zu erreichen, Bungalow ab ca. 150 Euro, Campingplatz ab ca. 7,50 Euro, www.elquestro.com.au) mit eigenem Schwimm-Wasserloch zum Ausspannen ein. Sie können im gemütlichen Holzbungalow mit Blick auf den Pentecost River wohnen. Beim allabendlichen Lagerfeuer führen Ranger und Drover Kunststücke mit dem Lasso vor, singen und erzählen Geschichten aus der Kimberley-Region. Wer sich eher nach gesellschaftlichem Leben und Einkaufsmöglichkeiten sehnt, der sollte der Ferienanlage The Kimberley Grande ­(DZ ab 82 Euro, www.thekimberley grande.com.au) in Kununurra den Vorzug geben. Mit Pool und Sonnenliegen ausgestattet, liegt das Resort nur einen Steinwurf vom lebhaften Stadtzentrum und dessen Pubs entfernt. Freunde des Strandlebens und des ganzheitlichen Lebenstils kommen im Cable Beach Resort  (DZ ab ca. 138 Euro, www.cablebeachclub.com) in Broome auf ihre Kosten, denn die Anlage kann nicht nur mit exklusiven Bars und Restaurants aufwarten, sondern auch mit einem buddhistisch-chinesischen Ambiente.

Restaurants & Bars

Lust auf Känguru- und Krokodil­fleisch? Dazu einen echt australischen Zucker­rohr-Rum? In der Rumbrennerei Hoochery in Kununurra (300 Weaber Plain Rd.) gibt es mit der „Hoochery Tasting Platter“ typische Gerichte der Region und Proben der neun verschiedenen Rumsorten für nur ca. 15 Euro. Stilvoll Bier trinken kann man in Broo­mes Brauerei Matso’s (Ecke Hamersley und Carnarvon St.). Auf der Veranda mit Blick auf Palmen und Meer werden fruchtig-feurige Eigenkreationen wie Mango- und Chili-Bier serviert.

Ausflüge

Man muss starke Nerven haben, aber der Flug mit einem Leichtflugzeug in die Bungle Bungles (Tagestour-Start am Airport Kununurra, Alligator Airways in Cooperation mit Kimberley Wilderness Adventures, www.alligatorairways.com.au) ist ein absolutes Muss. Denn die wellenförmigen, schwarz-roten Gebirgsformationen sehen nicht nur von oben beeindruckend aus. Nach dem Flug führen Ranger durch Teile des Nationalparks, der zum größten Teil den Aborigines vorbehalten ist. Höhepunkt ist das durch Wasser in den Stein gehöhlte, natürliche Amphitheater „The Cathedral“, das die Ausmaße des Petersdoms in Rom hat. Wer anstatt zu wandern lieber sitzt und genießt, der darf eine Bootsfahrt auf dem Ord River mit Triple J Tours  (www.triplejtours.net.au) nicht verpassen. Mit Bussen geht
es von Kununurra aus zunächst an den 50 Kilometer entfernten Lake Argyle, den größten Süßwassersee Westaustraliens. Von dort aus fährt ein viermotoriges Schnellboot den Ord River hinunter. Neben Krokodilen, Flughunden und Vögeln zeigen einem die Bootsführer alle Besonderheiten des Flusses. Zur Mittagszeit gibt es einen leckeren Snack an einem Rastplatz mitten zwischen Schilf und Bäumen. Die Frau des Booteigners serviert selbst gemachte Muffins. Kurz vor Ende der Tour am Anleger in Kununurra kann man einen farbenprächtigen Sonnenuntergang auf dem Lake Kununurra erleben.

Tipp der Online-Redaktion:

Besuchen Sie in Broome das „Blooms Cafe“ (12 Carnarvon Street, 6725 Chinatown Broome), dort erwartet sie Kaffee aus selbst angebauten und gerösteten Bohnen zu niedrigen Preisen. Danach bietet sich eine Tour durch die Stadt, in einer zur Limousine umgebauten Harley Davidson an (1,5 Stunden etwa 41,- € pro Person, www.broomewildsidetours.com.au).

Sollten Sie hingegen die Region um Kununurra besser kennen lernen wollen, dürfen Sie die „Ord Valley Tour“ (etwa 36,- € pro Person, www.KSBTours.net) nicht verpassen. In einem Kleinbus können sie auf einer rund 100 km langen Tour, das „Argyle Downs Homestead Museum“ besuchen und einen Blick auf das einmalige Bewässerungsystem der Umgebung werfen. Außerdem erfahren Sie alles wissenswerte über die Geschichte von Kununurra und der Kimberleys.