Madrid - Dem Himmel so nah

Spaniens Hauptstadt

"De Madrid al cielo" - von Madrid hinauf in den Himmel. So lautet ein spanisches Sprichwort. Es macht deutlich, was der Madrilene von seiner Stadt hält. Historische Pracht und wilde Nächte regieren Spaniens Hauptstadt.

Einzig vorstellbare Steigerung ist nur die Residenz des Herrgotts selbst – der tiefblaue Himmel, der über Madrid fast das ganze Jahr strahlt. Nachts schimmert er tieforange – eine magische Reflektion der liebevoll ausgeleuchteten antiken Gebäude in der ganzen Stadt. Wer am Abend vom Alcalá-Tor aus hinab zum historischen Cibeles-Brunnen schaut, wird diesen Anblick sein Leben lang nicht vergessen.

Madrid ist eine Stadt zum Sehen und Staunen: Da wäre zum Beispiel die weltberühmte Gemäldesammlung im Prado – oder auch die wechselnden Ausstellungen im Prachtpalast der Schönen Künste, dem Círculo de Bellas Artes. Besonders beliebt ist auch das integ­rierte Café: Mit seinen Gewölbedecken, den Marmor­skulpturen und den gigantischen Kristalllüstern gehört es neben dem Literaten-„Cafe Gijón“ zu den beliebtesten Treffpunkten von Madrids Dichtern und Denkern. Sonntags trinkt man hier erst seinen „Café con leche“ und wechselt dann von Kultur auf ­Natur. Zunächst spaziert man durch die weitläufigen Gartenanlagen des Parque del Buen Reti­ro, mietet sich dann ein Ruderboot auf dem dortigen See und vertraut sich später einem der Wahrsager an, die entlang des Ufers ihre Zelte aufgeschlagen haben. Zu guter Letzt kann man am Plaza de Oriente den monumentalen Palast des spanischen Königshauses bestaunen. Heute wird er nur noch für repräsentative Zwecke genutzt, wie etwa die Hochzeit von Kronprinz Feli­pe im Mai 2004. Wer mag, kann sich durch die prunkvollen Räumlichkeiten führen lassen, wo Prinzessin Letizia vor ihrem Ja-Wort aufgeregt an ihren Nägeln knabberte …

Wer jetzt gleich ins Nachtleben aufbrechen will, muss sich noch ein wenig gedulden. Madrids Nächte beginnen nicht vor 22 Uhr, finden dafür aber selten ein Ende. Die unzähligen Bars, Bodegas und Restaurants sind immer voll. Zentrales Ausgehviertel ist die Altstadt mit ihren zahllosen verschlungenen Straßen und Gassen. Im „El Burladero“ oder „El Callejón“ wird zu Flamenco, Sixties-Musik oder Funk gefeiert, im mit alten Fliesen gekachelten Barclub „Viva Madrid“ fließt der Mojito im Strömen. Zur vorherigen Stärkung empfiehlt sich das legendäre Restaurant „Viña P“ am Plaza Santa Ana. Serviert werden hier vorzugsweise Gambas in Knoblauchöl und grüner gerösteter Spargel. Die hauseigene Crema Catalana ist die beste der Welt – und der Orujo-Likör weckt zur Abrundung jeden Lebensgeist. Eine Häuser­ecke weiter liegt der renommierte Jazzclub „Café Central“ mit seinen täglichen Live-Konzerten.

Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich die erste Adresse für den ursprüng­lichen Flamenco: Auf der kleinen Bühne der „Casa Patas“ hatten viele spanischen Flamenco-Stars wie zum Beispiel Paco de Lucía oder Antonio Canales ihre ersten Auftritte. Auf Prominenz trifft man auch an den rustikalen Tischen des „Casa Lucio“. Hier feiert Penélope Cruz Geburtstag oder es kommt König Juan Carlos höchstselbst mit seinem Freund Bill Clinton vorbei. Serviert wird dann meist ein Gemisch aus Spiegeleiern, Kartoffeln und Schinken. Die sogenannten Huevos estrellados von Chef Lucio haben alle nationalen Gourmetpreise gewonnen und wurden hier auch schon von Plácido Domingo oder David Beckham bestellt.

So ein Essen endet kaum vor 2 Uhr – eine zivile Zeit, um langsam die Nachtclubs anzusteuern. Absoluter Hotspot ist da das „Kapital“, ein Disco-Palast mit strengen Türstehern. Wer es luftiger mag, pilgert zur Club-Terrasse „Atenas“: Direkt hinter dem monumentalen Viadukt gelegen, serviert Chef Luis in seiner Open-Air-Bar die Drinks am liebsten selbst – auch Penélopes Liebsten, dem Oscar-Preisträger Javier Bardem. Nach dem Finale der Fußball-EM feierte der hier bis zum Morgengrauen. Nach dem Motto: Viva España, viva Madrid! Der Himmel kann warten ...

Anya Bartels-Suermondt

OK! Travel Tipps:

Hotels & Gästehäuser
Das The Westin Palace erstrahlt nach seiner Restaurierung wieder im neuen Glanz und wurde von diversen Reiseführern zum besten Hotel der Stadt gekürt. (DZ ab 234 Euro, www.star woodhotels.com). Unter einer riesigen Glaskuppel sitzt man in der Lobby, an der Bar treffen sich bei einem Cocktail prominente und einflussreiche Madrilenen. Luxuriöses Ambiente bietet auch das Fünfsternehotel Hospes mitten im Stadtzentrum von Madrid (DZ ab 212 Euro, www. fuenso.com). Stuckdecken, edle Designermöbel und perfekter Service würden auch einer spanischen Prinzessin gefallen. Wer mehr Wert aufs Nachtleben legt, sollte ein Zimmer im Hotel Santander buchen (DZ ab 52 Euro, www.thehotelsantander­madrid.com). Es liegt an der Calle Echegaray, der Straße mit den besten Nachtclubs. Sehr charmant: Im Eingang wacht die äußerst brave Schäferhündin Piper über die Gäste. 

Restaurants & Bars

Ein kulinarisches Muss ist der typisch spanische Eintopf „Cocido“ mit Kichererbsen und Chorizo, der bekannten scharfen Pap­ri­kawurst. Einen der besten bekommt man in der Casa Lucio (Calle Cava Baja 35, www.casalucio.es). In dem Restaurant treffen junge Kosmopoliten auf alteingesessene Madri­lenen, dazu gibt es Tapas, Cocktails und spanische Musik: Das Viva Madrid (Manuel Fernandez y Gonzalez 7, www.barvivamadrid.com) verwandelt sich zu späterer Stunde in eine einzige große Tanzfläche. Ernest Hemingways liebstes Lokal in Madrid: das gemütliche Viña P (Plaza Santa Ana 3).

Live-Musik

Wer Madrid besucht, kommt um Flamenco nicht herum. In der Casa Patas (Calle Cañizares 10, www.casapatas.com) treten regelmäßig lokale Berühmtheiten auf. Dazu tanzen Profis und zeigen gern, wie es richtig geht. Jazz und Blues bekommt man im Café Central (Plaza del Angel 10, www.cafecentralmadrid.com). Die Künstler sind so begehrt, dass man sogar eine CD mit den Sounds des „Café Central“ kaufen kann. Tipp: Auch essen kann man dort hervorragend. Das täglich wechselnde Menü mit Fisch oder Fleisch kostet nur 10 Euro.

Shopping
Wer die neusten Entwürfe der Star-Designer sucht, wird ganz sicher im Stadtviertel Salamanca fündig. Hier findet sich Tür an Tür alles, was international Rang und Namen hat, zum Beispiel Chanel, Yamamoto, Armani, Versace, Gucci sowie die spanischen Modemacher Adolfo Dominguez und Carolina Herrera. Skurriles und ausgefallenes Design findet man zuhauf in dem schrägen Viertel Chueca. Es ist gleichzeitig das Schwulenviertel der Stadt mit vielen schrillen kleinen Shops sowie Restaurants, Bars und Clubs. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich auch den großen Flohmarkt, den Rastro, der jedes Wochenende um die Straßen des Plaza de Cascorro  stattfindet.

Tipp der Online-Redaktion:

Madrids berühmteste Kneipe Los Gabrieles, Adresse: Echegaray 17
Die Bar wurde schon im Jahr 1898 gegründet und liegt mitten im Zentrum von Madrid in der Straße Echegaray in der Nähe des Plaza Santa Ana.
Besonders skurril: Skelette, die die gekachelten Wände verzieren, sollen das vorwiegend junge Publikum zum Tanzen anregen. Gerade für seine guten Flamenco-Darbietungen ist das Los Gabrieles bekannt. Jeden Dienstag gibt es Konzerte mit Flamenco-Vorführungen.

España Cañi, Adresse: Plaza del Angel 14
Das Espana Cani ist eine typisch spanische Bar und liegt direkt im Zentrum von Madrid, an der Plaza del Angel, einer der angesagten Ausgehgegenden der Stadt. Für Madrider steht das Espana Cani für das ländliche und bei Touristen so beliebte Spanien. Es gibt leckere Tapas, spanischen Schinken von iberischen Schweinen, erstklassige Weine. Und auch hier Flamenco-Musik.

Das Casino Gran Madrid besitzt drei riesige Spielhallen, den Französischen Raum, den Amerikanischen Raum und den Kleinen Amerikanischen Raum, mit allen bekannten Casino-Spielen, wie Roulette, Black Jack, Baccara etc., sowie über 200 Spielautomaten. Zudem kann man dort hervorragend essen unter anderm asiatisch. Im Nachtclub finden jeden Freitag Shows statt.

Discothek JOY ESLAVA
Hier feiern nationale und internationale Berühmtheiten wie Sportler, Schauspieler, Models bis morgens um 6.