Bali - Göttliche Wellness

Reise-Tipp

Bali - Göttliche Wellness. Massagen, Blütenbäder, tropische Gärten: Verwöhnurlaub auf Bali boomt. Außerdem lockt die Insel mit exotischen Landschaften und geheimnisvollen Ritualen.

Es duftet nach würzigen Kräutern, im Hintergrund erklingt sanfte ­asiatische Musik. Eine ganz in Weiß gewandete Balinesin rührt mit eleganten Bewegungen ein Körperpeeling aus Meersalz und Gewürzen an. Nach der Behandlung mit dieser Hausrezeptur fühlt sich die Haut zart wie eine Aprikose an. Im Anschluss geht es für 15 wohltuende Minuten in die Badewanne, auf der Blüten in Violett und Purpur treiben. Zum Ausklang versinkt der Gast beinahe in der Liege, so entspannend ist die Massage mit dem wärmenden Öl, das den Geruch von Sandelholz, Vanille und Jasmin verströmt.

Im Wellnesszentrum des Hotels „Como Shambhala“ auf Bali ist der Alltag ganz schnell ganz weit weg. Das Sechs-Sterne-Resort thront auf dem Berg Begawan Giri im südlichen Hinterland der indonesischen Insel. Die ­luxuriösen Gästevillen, einige davon mit Privatpool, sind umgeben von verzierten Tempeln, Wassergärten und Yoga-Pavillons. Die Anlage ist ein­gebettet in tropische Wälder mit blühenden Bäumen und Bambushainen. Von hier oben haben die Gäste einen atemberaubenden Blick über das Ayung-Flusstal und saftig-grüne, kunstvoll ange­legte Reisterrassen. Man ahnt, dass dieses Panorama nicht ganz billig ist: Ein Zimmer kostet ab 200 Euro pro Nacht.

Auch die New Yorker Designerin Donna Karan schätzt das „Como Shambhala“:­ „Nach einer ­Woche Tai-Chi, Yoga und ­Wasser­therapie fühle ich mich wie neugeboren“, sagt die 60-Jährige. Wellness boomt auf Bali. Jedes Jahr eröffnen neue Verwöhnhotels. Die Insel der Götter, wie die Balinesen ihre Heimat nennen, verbindet die Vorzüge exklusiver Resorts mit tropischem Klima. Sie ist ein Ganzjahres-Reiseziel, denn selbst während der Regenzeit von November bis März schauert es zwar häufig, aber meist nur kurz. Die Tages­temperatur liegt bei konstanten 31 Grad.

Auch Altrocker Mick Jagger lässt sich hier regelmäßig verwöhnen und verjüngen. Er residiert dann im legendären Luxushotel „The Oberoi“ am Strand von Seminyak im Süden. Der Ort gilt als das St. Tropez von Bali mit durchdesignten Bars, Haute-Cuisine-Restaurants und gut versteckten Ferienrefugien. Kate Moss plante, an diesem szenigen Fleck Asiens ihren Skandalrocker Pete Doherty zu heiraten. Es blieb beim Plan. Trotzdem chillt sie hier nach wie vor gern im angesagten Beachclub „Ku De Ta“, der am Strand gleich neben dem „The Oberoi“ liegt. Wer keinen Platz mehr in einem der Tages­betten ergattert, schnappt sich einen der Stühle auf der riesigen Terrasse mit Meerblick – oder tanzt gleich zu den House- und Nu-Jazz-Sounds internationaler DJs. Weil das „Ku De Ta“ so beliebt und die Musik so gut ist, gibt es jetzt schon die dritte CD mit dem originalen Clubsound zu kaufen. Christina Aguilera, die mit Jordan Bratman ein glücklicheres Händchen als Kate bei der Wahl ihres Ehemannes bewies, verbrachte auf Bali ihre Flitterwochen. „Die Blüten, die Gerüche, die exotische Kultur: Für mich war Bali einer der inspirierendsten Orte überhaupt“, schwärmt die Sängerin.

Nicht nur bei Promis steht Bali als Honeymoon-Ziel ganz weit oben auf der Liste. Das liegt zum einen an den attraktiven Verwöhn­paketen der Hotels speziell für Paare in den Flitterwochen: Von der Flasche Champagner über Spa-Behandlungen für zwei bis zum Ausflug mit Candlelight-­Dinner reichen die Angebote. Zum anderen ist die südostasiatische Insel perfekt, um entspannte Tage im Hotel und Sightseeing miteinander zu kombinieren. Denn die Wege sind kurz: Bali ist gerade einmal 90 Kilometer lang und 140 Kilometer breit. Besucher erreichen innerhalb von ein bis zwei Stunden Fahrzeit quirlige Städte, wilde Natur oder majes­tätische Tempelanlagen.

Das bedeutendste Heiligtum der ­Hindus ist der Pura Besakih, der so genannte Mutter­tempel. Er liegt am Fuße des Vulkans Gunung Agung auf rund 1 000 Metern Höhe, im Westen­ Balis. Wer hier ein einzelnes Gebäude erwartet, staunt: Die riesige ­Anlage besteht aus über 200 ­Bauwerken und erstreckt sich über zahlreiche Terrassen, Gärten und Höfe, die durch Treppen miteinander verbunden sind. Einmal im Jahr, zwischen März und ­April, verwandelt sich Pura Besakih in ein einziges Farbenmeer. Dann feiern die Balinesen das Fest Bhatara Turun Kabeh, bei dem sich dem Glauben nach alle Götter am Mutter­tempel versammeln.
Frauen in glänzenden ­Sarongs balancieren auf ihren­ Köpfen Körbe mit Mangos,­ Papayas und Ananas,­ den Opfergaben.­ Die Tempel schmücken kunstvolle Flechtwerke, und prunkvolle Prozessionen mit riesigen Götterfiguren drängen auf die Plätze. Dazu spielt unablässig traditionelle Gamelan-Musik.

Die Mischung aus Glocken- und Trommelklängen haben die Besucher auch am nächsten Morgen noch im Ohr, wenn sie sich nach dem Ausflugstag am Pool sonnen. Einigen wird dann vielleicht klar: Bali ist mehr als ein Entspannungstrip in schöne Hotels mit luxuriösen Spas. Der Spirit, die Rituale, die exotische Natur, die jeden Gast hier umgeben  – das macht eine Reise auf die Insel erst zu einem richtig Verwöhnurlaub. Göttliche Wellness eben.

Katrin Müller