Malediven: Hier geht’s ins Paradies

Der Weg zum Glück

Immer mehr Stars entdecken die Inselkette im Indischen Ozean als Urlaubsziel: weniger wegen der weißen Strände und des türkisblauen Wassers – sondern eher, weil man an kaum einem Ort der Welt so ungestört entspannen kann.

Die Piloten sind barfuß. In ihren Händen halten sie Pappbecher mit Kaffee, während sie den schmalen Gang im Wasserflugzeug entlanggehen. Kurz vor dem Cockpit bleibt einer von beiden stehen, hält einen Plan mit Sicherheitshinweisen hoch und sagt: „Also, hier steht, was ihr im Notfall machen sollt. Ansonsten könnt ihr dieses Ding prima als Fächer verwenden!“ Dann setzen sich beide ­Piloten hinters Steuer und starten den Motor.

Es ist acht Uhr morgens, Flughafen der Hauptstadt Malé. Los geht’s, ab ins Paradies. Denn nichts anderes sind die Malediven: ein Inselstaat, doppelt so groß wie Belgien, mitten im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Etwa 385 000 Menschen leben hier, fast jeder Zweite ist jünger als 20 Jahre, die meisten verdienen ihr Geld mit Fischfang oder arbeiten in einem der unzähligen Hotelresorts. Exotisch sehen die Malediver aus, mit ihrer dunklen Haut und den fast schon schwarzen Augen – und genauso exotisch ist auch die Welt, in der sie leben. Ein Land, das für die meisten den Traum vom perfekten Urlaub verkörpert: schneeweiße Strände mit glasklarem Wasser voller farbenprächtiger Korallen und bunter Fische.

Gespannt schauen die Touristen aus den Kabinenfenstern. Es ist still an Bord der Propellermaschine. Tief unten sind die ersten der insgesamt 26 Atolle zu sehen. Inmitten der ringförmigen Riffgebilde tauchen nun immer wieder kleine Inseln auf, die wie sandweiße Perlen im tiefblauen und smaragdgrünen Meer glänzen. Viele der 1 200 Koralleninseln sind nur wenige hundert Meter lang und so flach, dass sie kaum mehr als zwei Meter aus dem Meer ragen. Nur 220 von ihnen sind von Einheimischen bewohnt, 87 weitere werden für touristische Zwecke genutzt. Seit das erste ­Resort in den 70er-Jahren eröffnet wurde, zieht es jedes Jahr – zur besten Reisezeit zwischen November und Februar – Tausende Frischverliebte und Pärchen in den Flitterwochen, aber auch Singles und Familien hierher. Auch Hollywood-Stars und berühmte Musiker lieben die Malediven. Madonna relaxte hier, genauso wie Tom Cruise und Katie Holmes. Spice Girl Geri Halliwell schmuste vor ein paar Monaten am Strand mit ihrem damaligen Verlobten Fabrizio Politi. Von den Promis werden die Malediven besonders deshalb geliebt, weil man hier drei Dinge findet: absolute Ruhe, totale Entspannung und eine atemberaubende Unterwasserwelt. Doch das Schönste am Inselurlaub bekommt man gratis – unendlich viel Zeit für sich selbst.

Das Wasserflugzeug setzt jetzt zur Landung im Süd-Ari-Atoll an. Es ist eines der bekanntesten Tauchgebiete der Male­diven. Ziel der ­Reise: Dhidhoofinolhu, eine typische Hotel­insel. 1,8 Kilometer lang, 200 Meter breit. Leichter Wind weht, als die ­Passagiere die Maschine verlassen. Über einen langen Holzsteg laufen die Urlauber zur Hotellobby des „Diva“. Es ist ein Resort, wie es auch ­Promis mögen: fünf Sterne de luxe! Zur Begrüßung wird frischer Himbeersaft gereicht. Weil es auf den Malediven keine Autos gibt, geht es mit einem kleinen Elektro-Buggy auf einer schmalen, geschlängelten Sandstraße zu den Strandvillen, die auf beiden Seiten der Insel liegen. Ungestört fühlt man sich darin, fast wie Robinson Crusoe …

Genau das schätzt auch Cameron Diaz an den Malediven: Zusammen mit ihrem Ex-Freund Paul Sculfor nächtigte sie vor ein paar Monaten in einem großen Bungalow am Wasser. Neben Zweisamkeit standen Jetskifahren  und Schnorcheln  auf dem Programm. Die Malediven zählen schließlich zu den schönsten Tauchrevieren der Welt. Hier tummeln sich 400 verschiedene Fischarten mit so exotische Namen wie etwa Zweifarben-Papageifisch, Einhornfisch, Imperator-Kaiserfisch oder Mondsichel-Falter­fisch. Ganz friedlich schwimmen sie in bunten Schwärmen durch die maledivischen Gewässer. Nachts, wenn es dunkel ist, trauen sich auch Muränen aus ihren Schlupflöchern. Ähnlich wie Wasserschlangen sehen sie aus, sind bis zu 1,5 Meter lang und werden auch „Jäger der Nacht“ genannt. Ein bisschen unheimlich ist es schon, wenn man einer von ihnen beim Tauchen begegnet – oder gar einem grauen Riesenrochen, der flach wie eine Flunder ist und eine Spannweite von bis zu acht Metern und ein Gewicht von zwei Tonnen haben kann. Mit ein bisschen Glück sieht man bei einem Ausflug mit dem Dhoni, einem traditionellen Holzboot, auch Delfine. Oft begleiten sie die Boote – genau wie Herden von Walen, die auf ihrem Weg in die Antarktis den westlich gelegenen äußersten Atollrand der Malediven passieren.

Wem nach so viel Naturspektakel nach Großstadttrubel ist, der sollte einen Abstecher in die Hauptstadt Malé machen. Spannend ist ein Besuch auf dem Fischmarkt, besonders nachmittags, wenn die Fischerboote anlegen und ihren Fang feilbieten. Interessant anzuschauen ist auch die älteste Moschee der Male­diven – Hukuru Miskiiy – deren Wände mit fein geriffelten Korallensteinen und filigranen Schnitzereien verziert sind. Ganz in der Nähe davon steht übrigens ein weiteres Highlight – der Präsidentenpalast Theemuge. Unweit von diesem entfernt ist die Majeedhee Mag, die Hauptstraße der Insel mit vielen Geschäften. Beim anschließenden Einkauf sollte man allerdings vorsichtig sein: bloß nicht Souvenirs aus Koralle oder Schildpatt mitnehmen, denn das ist verboten!

Ein bisschen wehmütig sehen die meisten Urlauber aus, wenn die schönen Ferien zu Ende gehen. Noch ein letzter Blick auf Kokos­palmen, Mangroven, Bananenstauden und Papa­yabäume. Dann hebt das Wasserflugzeug auch schon ab und der Ausflug ins Paradies ist zu Ende.

Sabine Hoffmann

OK!-Travel-Tipps:

Unterkunft: Dass Komfort seinen Preis hat, zeigt sich auch auf den Malediven. Dennoch lohnt es sich, bei Reise­veranstaltern nach den jeweils günstigsten Angeboten für einige male­- divische Luxusresorts zu suchen. Das Diva Maldives (www.naiaderesorts.com) kostet z. B.für eine Woche Halbpension in der Junior-Suite inkl. Flug etwa 1 800 Euro pro Person. Ganz auf Frischverliebte spezialisiert hat sich die Insel Coco Palm Bodu Hithi am Rand des Nord-Male-Atolls: Ideal für den Romantikurlaub sind die Villen (188 Quad­ratmeter groß) – mit einer frei­stehenden runden Designerwanne im Wohnzimmer und einem privaten, von einer Mauer geschützten Innenhof mit Außendusche, Tagesbett sowie einem kleinen Pool. Bei TUI gibt es eine Woche mit Flug und Frühstück ab 1 982 Euro pro Person. Info: www.cococollection.com.mv. Eine günstige Alternative ist das Dreisterneresort Kuramathi Village im Nord-Ari-Atoll. Bei TUI gibt es fünf Tage im Bungalow mit Halbpension ab 869 Euro pro Person. Ein neues Highlight auf den Malediven ist das gerade erst eröffnete Fünfsterneresort Halaveli (www.halaveli.com). Es verfügt u. a. über liebevoll gestaltete Strandvillen und ein traumhaft am Meer gelegenes Spa. Sieben Tage ab ca. 3 500 Euro pro Person inklusive Flug (über TUI).

Aktivitäten: Von Kite-Surfen über Kajakfahren bis hin zu Segelkursen – auf den Malediven gibt es unzählige Wassersportmöglichkeiten. Auf jeder Insel findet man ein Wassersportzentrum. Im Süd-Ari-Atoll ist besonders das Zentrum East Wind Watersports (www.eastwindwater
sports.com) zu empfehlen.

Wasserflugzeuge: Transfers oder Rundflüge mit dem Wasserflugzeug werden von den Maldivian Air Taxi und Trans Maldi­vian Airways durchgeführt. Buchungen und Anmietungen können entweder am Flughafen von Malé oder in den Resorts getätigt werden. Im Internet unter: www.transmaldivian.com oder www.mataxi.com

Shopping & Souvenirs: Einkaufen kann man am besten in der Hauptstadt Malé. Die größte Auswahl an Urlaubsmitbringseln findet man im Antique & Style Souvenir Market im K. U. M. Building auf dem Ahmadee Bazaar.