Leonardo DiCaprio als Glücksbotschafter: Heiße Casinonächte auf Macao

Die teuersten Glücksboten der Welt? Eine chinesische Casino-Hochburg gönnt sich ein echtes Staraufgebot als Werbekampagne

Umfangreiche Landgewinnungsprojekte haben in Macao den Raum geschaffen, den Luxusresorts und Hotelkomplexe benötigen. Macao ist eine schillernde Glücksspielmetropole im südlichen China geworden. Das neue mega Casino auf Macao. 

 

Es klingt wie in einem echten Hollywoodstreifen: Drei gut gekleidete und vermögende Herren treffen sich auf einer exotischen Insel und machen am Black-Jack-Tisch die Nacht zum Tag. Tatsächlich haben die Hollywoodstars Leonardo DiCaprio41, Robert de Niro, 72, und Martin Scorsese, 72, auf Macao eine rauschende Nacht verbracht und es war auch eine Menge Geld im Spiel. Die drei Filmgiganten waren allerdings nicht gekommen, um selbst ihr Glück am Spieltisch zu versuchen - jedenfalls nicht direkt. DiCaprio, de Niro und Scorsese waren beruflich auf Macao, und zwar um einen Kurzfilm zu promoten, in dem sie das neue Glücksspiel-Projekt auf der Insel bewerben. 

Hollywood auf Macao

In der chinesischen Glücksspielmetropole hatte erst am 27. Oktober dieses Jahres ein neues Hotel-Casino-Resort seine Pforten geöffnet. Für ein solches Projekt der Superlative ist den Betreibern offensichtlich nichts zu teuer und so engagierten sie drei echte Megastars, um ordentlich die Werbetrommel zu rühren. In dem nur eine Minute dauernden Werbespot „The Audition“ treffen Leonardo DiCaprio und Robert de Niro in dem neu eröffneten Resort auf Martin Scorsese, der einen von beiden für seinen neuen Film unter Vertrag nehmen möchte. Der Konkurrenzkampf um die von beiden begehrte Rolle lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Als wären die beiden Legenden der Filmbranche nicht schon genug, gibt sich auch Brad Pitt in einer kurzen Szene auf einem Filmposter die Ehre und wird von Martin Scorsese als Kandidat für eine Fortsetzung seines Streifens präsentiert. 

Mit diesem kurzen Film hat das Unternehmen, das das neue Hotel-Casino-Resort betreibt, den wohl teuersten Werbespot aller Zeiten produziert. Rund 70 Millionen Dollar hat der Casino-Konzern Melco Crown Entertainment (MCE) investiert, um drei echte Hollywoodgrößen zu den neuen Gesicherten der Glücksspielmetropole zu machen. Die durften jeweils 13 Millionen Dollar Gage für ihren kurzen Auftritt einstreichen. 

Deshalb ließen es sich die drei auch nicht nehmen, zu den Eröffnungsfeierlichkeiten auch noch einmal persönlich auf der Insel vorbeizuschauen und das Werbefilmchen ganz im Stile Hollywoods zu promoten. Bei einer so fürstlichen Gage gehört das wohl zum Service. Das neue Etablissement ist auch ganz stilecht einem hollywoodtauglichen Filmstudio nachempfunden worden. Rote Teppiche und zahlreiche Anklänge an berühmte Streifen der Filmhochburg machen die Atmosphäre perfekt. Den Besuchern scheint der neue Luxustempel gut zu gefallen. Über regen Zulauf kann sich das Hotel-Casino-Resort in Macao jedenfalls nicht beklagen. 

Das Las Vegas Asiens boomt

Das neue Casino der Superlative ist nur eines der Angebote, die Macao bereits seit einigen Jahren zu einer beliebten Anlaufstelle für Fans von Luxus, Glamour und echtem Casinoflair machen. Gut 50 Kilometer westlich der Weltmetropole Hongkong entsteht seit einigen Jahren ein Wirtschaftsstandort, der nicht umsonst den Namen „Las Vegas Asiens“ trägt. 

Laut Online Casinos liegt Macao im Hinblick auf Umsatz und Besucherzahlen bereits seit Jahren weit vor der Glücksspielmetropole in der amerikanischen Wüste. Ungefähr den sechsfachen Umsatz darf die chinesische Insel bereits verzeichnen. Wie Die Welt berichtet, konnte 2012 ein Umsatz von rund 30 Milliarden Euro verbucht werden. Knapp 30 Millionen Besucher ließen diese große Summe in die Kassen des Glücksspielparadieses fließen. In bislang 35 Casinos können sie ihr Glück versuchen und sich dabei einen Hauch von Luxus und Glamour vor einer malerisch exotischen Kulisse gönnen. Macao begeistert seine Besucher durch eine kulturelle Mischung aus portugiesischen und chinesischen Einflüssen und hat damit nicht nur im Hinblick auf ein rauschendes Nachtleben einiges zu bieten. Bis 1999 war Macao noch eine portugiesische Kolonie und ging kurz vor der Jahrtausendwende wieder an China zurück. 

Die Insel gehört seither geographisch und politisch gesehen zur Volksrepublik China, wurde aber als Sonderverwaltungszone eingerichtet. Damit ist die Insel der einzige Ort in ganz China, an dem das Glücksspiel offiziell erlaubt ist. Das zieht nicht nur Einheimische an. Aus einem großen Einzugsgebiet kommen die Touristen, um sich tagsüber von dem exotischen Flair der Insel und in der Nacht von den schillernden Hotels, Casinos und Unterhaltungsshows begeistern zu lassen. Ein Großteil der Besucher stammt allerdings aus der näheren Umgebung wie Hongkong und Taiwan. Ein derart gefragter Wirtschaftsstandort zieht früher oder später natürlich auch ausländische Investoren an. Da das Glücksspiel in Macao offiziell erlaubt ist, lassen sich seriöse Unternehmen der Branche besonders gerne dort nieder. So haben einige der großen Casinobetreiber aus Las Vegas bereits erkannt, dass die Konkurrenz nicht schläft und sich auch in der neuen Glücksspielmetropole Südchinas eingekauft. Das Casino Las Vegas Sands Inc. hat beispielsweise schon vor mehr als zehn Jahren hier die Niederlassung „Sands Macao“ eröffnet, um sich auch ein Stück vom stetig wachsenden Kuchen zu sichern. Mit dem Luxushotel „Venetian Macao Resort Hotel" legte das Unternehmen nur wenige Jahre später nach und etablierte sich damit endgültig an diesem vielversprechenden Wirtschaftsstandort. 

Investoren zeigen reges Interesse

Auch in Zukunft scheint Macao sich auf wirtschaftliches Wachstum freuen zu können. Das Interesse der Investoren ist ungebrochen und zahlreiche umfangreiche Bauprojekte sind noch in der Planung oder bereits in der Umsetzung begriffen. In den kommenden Jahren werden hier voraussichtlich weitere Milliarden in die Hand genommen, um das Las Vegas Asiens zum Standort der Superlative zu machen. Der Trend geht weiter in Richtung riesiger Hotelkomplexe, die neben luxuriösen Suiten auch reichlich Raum für Entertainment und natürlich Glücksspiel bieten. Darüber hinaus soll auch das Einkaufserlebnis vor allem für wohlhabende Besucher nicht zu kurz kommen. In Zusammenarbeit mit vermögenden Investoren sollen in Macao zahlreiche erlesene Boutiquen und Geschäfte entstehen, die in Sachen Luxus keine Wünsche offen lassen. Mehr als 200 Einkaufsmöglichkeiten sind mittelfristig geplant. Eine Investition, die vor allem den Wirtschaftsstandort weiter stärken soll. 

Damit der stetig wachsende Zustrom an Besuchern auch langfristig zu bewältigen ist, soll neben einer Erweiterung des Angebotes im Bereich Hotels, Unterhaltung und Shopping auch die sonstige Infrastruktur durch großzügige Investitionen ausgebaut werden. Das wohl umfangreichste Bauprojekt ist die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke, die 2016 fertiggestellt werden soll. Das Projekt umfasst den Bau mehrerer Brücken und Tunnel sowie die Anlage künstlicher Inseln im gesamten Perlflussdelta, damit Hongkong und Macao künftig über Straßensysteme besser miteinander verknüpft sind. Die zentrale Verbindung, die die beiden Bereiche miteinander verbinden soll, wird rund 35 Kilometer lang sein und den Perlfluss überspannen, der dem Delta seinen Namen verleiht. Die Verbindung wird über mehrere Brückenanlagen und durch verschiedene Tunnel geführt und einer dreispurigen Straße in beide Richtungen Raum bieten. Für Macao als Wirtschaftsstandort wird sich die neue Strecke nach ihrer Fertigstellung als äußerst wertvoll erweisen.

Glücksspiel sichert Arbeitsplätze

Nicht nur für örtliche und fremde Investoren ist die Entwicklung Macaos ein großer Segen. Auch die Einheimischen profitieren von dem wirtschaftlichen Wachstum, das die Insel seit einigen Jahren genießt. Die Casinos und die damit einhergehende Infrastruktur wie Hotels, Shows, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten schaffen eine große Zahl sicherer Arbeitsplätze. Damit darf das Glücksspiel inzwischen als wichtigste Einnahmequelle der Insel bezeichnet werden. Der starke wirtschaftliche Aufschwung wurde im Jahre 2002 durch die Aufhebung des staatlichen Glücksspielmonopols untermauert. Diese Entscheidung der Regierung ebnete privaten Betreibern und Investoren den Weg und sorgte dafür, dass Macao als Wirtschaftsstandort stark an Attraktivität gewann. 

Durch die Niederlassung namhafter Hotelketten und Casinos hat die Anziehungskraft der chinesischen Insel zugenommen und ein wahrer Konkurrenzkampf um das begrenzte Platzangebot ist entstanden. Erst umfangreiche Landgewinnungsmaßnahmen haben den Raum geschaffen, den riesige Hotelkomplexe, Luxusresorts und Spielcasinos benötigen. Ein weiterer Faktor, der sich positiv auf den örtlichen Arbeitsmarkt auswirkt. Hinzu kommt eine Steuergesetzgebung, die die Abgaben vor Ort sehr gering hält. Wenn der Boom im Bereich Tourismus und Baugewerbe auch in Zukunft ungebrochen bleibt, kann sich die Insel langfristig über Einnahmen in Milliardenhöhe freuen und es sich damit leisten, sich in puncto Steuern und Abgaben auch weiterhin großzügig zu zeigen.