Wanted mit Angelina Jolie

Und Action, bitte!

Angelina Jolie in ihrem neuen Kinofilm "Wanted": In dieser actiongeladenen Comicverfilmung wird ein Stubenhocker zum eiskalten Killer - unter Anleitung einer atemberaubenden Angelina Jolie.

Manchmal findet man seine Berufung in einer völlig anderen Branche. Dann werden Werbetexter Tauchlehrer, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte eröffnen Jazzlokale. Und der Versicherungsangestellte Wesley (James Mc­Avoy) stellt fest, dass er der geborene Auftrags­killer ist. Hilfe bei der Bestimmungsfindung leistet die mysteriöse Fox (Angelina Jolie), die Wesley das Geheimnis seiner Herkunft enthüllt: Er ist der Sohn des besten Killers aller Zeiten, seine Begabung wurde ihm also in die Wiege gelegt. Der ehemalige Bürohengst unterzieht sich einem knallharten Training in einer „Bruderschaft“ von Kollegen, die berufsmäßig finstere Zeitgenossen ins Jenseits befördern. Und dann ist er bereit, dem vermeintlichen Mörder seines Vaters (Thomas Kretschmann) gegenüberzutreten … 

Es knallt und zischt mächtig in dieser tempo­geladenen, durchaus komplexen Comicverfilmung, in der sich der lässige McAvoy („Abbitte“) vom Charakterdarsteller zum Actionhelden mausert und sich körperlich in Topform zeigt. Ebenso wie Angelina Jolie, die in ihrer letzten Rolle vor der Babypause cool und sexy ist und noch mal richtig aufdreht.

Apropos „aufdrehen“: Der russische Filmemacher Timur Bekmambetov, der mit „Wanted“ sein aufsehenerregendes Hollywood-Debüt gibt, tobt sich fast nonstop mit visuellen Spielereien aus, pfeift auf die Gesetze der Schwerkraft und inszenierte einen zelluloidgewordenen Adrenalinrausch erster Klasse. Die Logik mag da auf der Strecke bleiben, aber das war bei „Matrix“ nicht anders – und der gilt schon als „moderner Klassiker.“ Vielleicht wird „Wanted“ diese Ehre nicht zuteil werden, aber unterhaltsam ist das bleihal­tige Märchen allemal. Und es wartet mit einigen der erstaunlichsten Actionsequenzen aller Zeiten auf. Das ist doch auch schon was.

 Eric Stahl