Sieben Leben - Will Smith zeigt große Gefühle

Er kann auch anders

Sieben Leben: Schuld und Sühne, Verzweiflung und Hoffnung, Liebe und Lebenslust. In diesem Drama reizt Schauspieler Will Smith große Gefühle aus - und überrascht als sensibler Wohltäter.

Mittlerweile scheint er sein Erfolgs­rezept gefunden zu haben. Hollywoods ewiger Sonnyboy Will Smith pendelt seit zwei Jahren zwischen effektorientierter Action und klassischem Schauspielkino: Nach dem apokalyptischen Thriller „I Am Legend“ drehte er das Vater-Sohn-Rührstück „Das Streben nach Glück“, nach dem Superheldenepos „Hancock“ nun das Drama „Sieben Leben“. Eine prima Maßnahme, um sein darstellerisches Talent zu präsentieren, das in den Spaßfilmen des Superstars durchaus Gefahr läuft, zwischen Gags und Explosionen unterzugehen.

Diese Gefahr besteht in „Sieben Leben“ nicht. Ben Thomas (Will Smith) hat einen Unfall verursacht, bei dem sieben Menschen starben. Dafür tut der zutiefst deprimierte, le­bensmüde Mann jetzt Buße: Er will sieben sorgfältig ausgewählten Fremden ein lebensrettendes Geschenk machen. Unter ihnen ist die herzkranke Emily Posa (Rosario Dawson). Sie schafft es, Bens emotionale Barriere einzureißen. Aber kann sie ihn auch von seinem Plan abbringen? Und wenn ja: um welchen Preis?   

Die größte Schuld, die letzte Liebe – und das ultimative Opfer: „Sieben Leben“ klotzt mit großen, existenziellen Gefühlen. Dass der Film trotzdem nicht in puren Kitsch abgleitet,  auch wenn Regisseur Gabriele Muccino dabei manchmal übers Ziel hinausschießt, verdankt er seinen Hauptdarstellern. Will Smith beeindruckt als von unfassbarer Schuld geplagter Ben, der durch die Liebe doch noch ein kleines Licht der Hoffnung am Ende seines Sühnetunnels sieht. Die wunderbare Rosario Dawson  balanciert die Verletzlichkeit und die Lebenslust von Emily so sanft aus, dass man sich auf Anhieb in sie verlieben möchte. Und darum bricht „Sieben Leben“ einem schließlich auch das Herz. Wenn Ben seinen Plan bis zur letzten Konsequenz zu Ende bringt, um Emilys Leben zu retten.  

Eric Stahl

Picture Copyright: Sony Pictures