Knowing

Apokalypse? Now!

Der 19. Oktober ist der Todestag der Menschheit. Genau den versucht Nicolas Cage in dem Katastrophenfilm "Knowing" zu verhindern.

Der Untergang der Erde war schon immer Stoff für großes Kino. Nachdem bereits Helden wie Bruce Willis oder Dennis Quaid  in „Armageddon“ oder „The Day After Tomorrow“ gegen Meteore und Klimawandel kämpften, versucht nun Nicolas Cage, die ultimative Katastrophe zu verhindern: Als Astrophysiker John Koestler dechiffriert er mysteriöse Zahlenreihen, die aus dem Jahr 1959 stammen: Die Zahlen sagen präzise Zeit, Schauplatz und Opferquote der größten Katastrophen der letzten 50 Jahre voraus – von spektakulären Flugzeugabstürzen bis hin zu den Anschlägen aufs World Trade Center am 11. September 2001. Drei der tödlichen Ereignisse stehen noch bevor. Verzweifelt warnt John vor den bevorstehenden Unglücken, aber niemand glaubt dem Wissenschaftler. Während er versucht, Menschenleben zu retten, beginnt sein Sohn Caleb (Chandler Canterbury), unheimliche Stimmen zu hören …

Spektakuläre Action, Schocks und gepflegter Grusel: Das sind die Zutaten, mit denen Regisseur Alex Proyas („I, Robot“) seine düstere Vision anreichert. Dabei geht er deutlich subtiler ans Werk als beispielsweise der Krawallfilmer Michael Bay mit „Armageddon“. Auch wenn die Spezialeffekte in den sensationellen ­Katastrophenszenen – zum Beispiel bei der Entgleisung einer U-Bahn – mit einer grandiosen Wucht daherkommen und einem den Atem stocken lassen, lebt „Knowing“ eher von dem unguten Gefühl latenter Bedrohung und einer schaurigen Atmosphäre.

Am Schluss wird der handfeste Katas­trophenfilm zum esoterischen Quatsch.  Mit dem Lüften des Geheimnisses um die mysteriösen, stets flüsternden Männer, die John und seinen Sohn ständig zu beobachten scheinen, schießt „Knowing“ übers Ziel hinaus. Dennoch: So kurzweilig ist man beim Ende der Welt selten unter­halten worden.

Eric Stahl