Star Trek

Alles auf Anfang

Star Trek - Neustart eines Mythos: Das Science-Fiction-Abenteuer erzählt vom ersten Einsatz der „Enterprise“-Crew.

Die Legende sagt, dass der Filmmogul Samuel Goldwyn einem Drehbuchautor in den 40er-Jahren den bis heute gültigen Rat gab: „Ein guter Film sollte mit einem Erdbeben anfangen – und sich dann langsam steigern.“ Goldwyn wäre zufrieden, wenn er „Star Trek“ sehen würde. Denn mit dem actionreichen, augenzwinkernden Epos gelang dem Regisseur J. J. Abrams („Mission: Impossible III“) ein filmisches Bravourstück: Mit dem ersten Weltraum-Einsatz der jungen, zufällig zusammengewürfelten Crew um den späteren Captain Kirk (Chris Pine) und seinen ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) verschafft Abrams der in die Jahre gekommenen, erfolgreichsten Science-Fiction-Serie aller Zeiten einen echten Neustart.

Der klassische „Star Trek“-Kult lebt von einer erzkonservativen und hochgradig fachkundigen Fangemeinde. Klugerweise ignoriert der 42-jährige Abrams weitgehend die Bedürfnisse der eingefleischten „Trekkies“ – und inszenierte seine Version von Kirk & Co. für die jungen Zuschauer von heute – in rasendem Tempo, voller sensationeller Effekte und zündender Gags.

Kickstart in die Zukunft: Nach dem fulminanten Auftakt, in dessen Verlauf James T. Kirk inmitten einer Raumschlacht zur Welt kommt, gönnt der Film seinen jungen Raumfahrern kaum eine Pause: Gut 20 Jahre später müssen Kirk und Spock im Kampf gegen den rachsüchtigen Romulaner Nero (Eric Bana) Rivalitäten aus der Welt schaffen und sich als echte Helden erweisen … Dabei entrümpelt Abrams den über 40 Jahre alten Mythos von pseudophilosophischem Firlefanz, bleibt aber dem Charme der Charaktere treu und setzt auf Action, Emotionalität und eine gehörige Portion Ironie. Sein „Star Trek“-Neustart ist ein wahres filmisches Erdbeben – und ein makelloses Stück zeitgemäßer Popkultur.

Kinostart: 07.05.2009

Eric Stahl