Twilight - Deutschland ist im Vampir-Fieber

Blutsauger erobern die Welt

Nach dem Kinohit "Twilight" mit Robert Pattinson und Kristen Stewart flimmern die
blassen Blutsauger jetzt auch über die TV-Mattscheibe. Dabei dreht sich immer alles nur um das eine …

Blutunterlaufene Augen, spitze Zähne, blasse Gesichter. Was einem ­früher Angstschweiß auf die Stirn trieb, verzückt heute Millionen Fans: Filme, Serien und Bücher über Vampire sind der absolute Renner. Seit der romantischen „Twilight“-Buchserie von Stephenie Meyer sind die Blutsauger plötzlich Lustobjekte. Die Verfilmung der Bestseller hat dann endgültig eine Begeisterungswelle um die Vamire losgebrochen, mit der niemand ­gerechnet hätte.

„Der Hype ist immer größer geworden. Es ist echt verrückt“, staunt Ashley Greene, 22. Sie spielt in „Twilight“ die Vampirin Alice Cullen. Als wir sie zum Interview in Berlin treffen, versucht sie, die Faszination zu erklären: „Es ist die Liebesgeschichte um Edward und Bella, die reizt. Zusammen mit Mystik und Gefahr ist das eine tolle Mischung. Jedes Mädchen will Bella sein, die sich in einen bösen Kerl verliebt.“

Aber nicht nur „Twilight“ sorgt für Furore.­ ­­Neuer Trend sind Vampirserien. Allen voran „True Blood“ mit Anna Paquin, 26, und Stephen Moyer, 39, die bei uns auf dem Pay-TV-Sender 13th Street zu sehen ist (montags, 20.13 Uhr). Statt mit keuscher, ewig währender Liebe wie in „Twilight“ sorgen die Macher und Hauptdarsteller der Serie mit heißen Küssen und Sex­szenen für Furore. Vorlage für den TV-Erfolg war die gleichnamige Bücherserie von US-Autorin Charlaine Harris. Ihre Hauptfigur ist die Kellnerin Sookie (Paquin), die Gedanken lesen kann und sich in den Vampir Bill (Moyer) verliebt. In den USA ist die Serie ein absoluter Quotenhit, Anna Paquin gewann für ihre Rolle sogar einen Golden Globe. Die zweite Staffel ist gerade in den USA angelaufen. Mit dabei: Evan Rachel Wood, 21, als 400 Jahre alte lesbische Vampirkönigin Sophie-Anne ...

In den USA heizt derweil eine weitere Jugendbuchserie das Vampir-Fieber an. In „The Vampire Diaries“ von L. J. Smith verfällt die junge Elena dem Blutsauger Stefan, der aus der italienischen Renaissance stammt. Richtig gefährlich wird es, als sein Bruder Damon auftaucht und ebenfalls um Elena buhlt. Die Serie wird gerade mit Nina Dobrev, 20, Paul Wesley, 26, und Ian Somerhalder, 30, verfilmt.
Vampire bleiben damit die nächsten Jahre im Trend. Zumal gerade mit „New Moon“ Teil zwei der „Twilight“-Erfolgsreihe abgedreht wurde. Zwei weitere Filme sind noch in Planung und schon jetzt locken Fan-Events mehrere tausend zumeist junge Fans an. Wie in Berlin, wo Ashley Greene extra aus Los Angeles anreiste, um die DVD vorzustellen – und ihre neuen Kollegen Daniel Cudmore, 28, und Charlie Bewley, 28: Der Amerikaner und der smarte Brite spielen in „New Moon“ die bösen Volturi Felix und Demetri und machen Hauptdarsteller Robert Pattinson jetzt schon (optisch) Konkurrenz.

Was es bedeutet, ein Teil von „Twilight“ zu sein, ist den beiden schon jetzt klar. Aber sie sind auch unsicher: „Ich habe keine Ahnung, wie die Fans mich und Daniel aufnehmen werden. Aber ich freu mich darauf“, erzählt Charlie Bewley. Für ihn ist „Twilight“ die erste große Rolle und er hofft auf einen Erfolg, wie ihn Ashley Greene bereits verbuchen kann: „Es ist schon toll, dass ich jetzt einen großen Namen habe, weil ich bei ,Twilight‘ mitgespielt habe. Ich bekomme dadurch Angebote und Möglichkeiten, die ich vorher nie bekommen hätte“, sagt sie. Auch wenn sie sich noch nicht an die Paparazzi gewöhnt hat, die ihr seitdem folgen, bereut sie keine Sekunde, Alice Cullen zu spielen. „Die Fans sind echt toll! Sie reisen mir nach, schreiben oder schicken mir Geschenke. Das ist etwas Besonderes, dass ich vor eineinhalb Jahren nicht hatte. Vom Nobody zum Teenie-Star!“

Ein Ende des Vampir-Hypes ist also nicht in Sicht.

Tanja Fritzensmeier