Briefe an Julia

Kinotipp der Woche

Briefe an Julia: Für die große Liebe ist es nie zu spät – Amanda Seyfried und Vanessa Redgrave finden ihre Traumprinzen in der Toskana.

Auf jede Julia wartet irgendwo ihr ­Romeo. Sie darf nur nie aufhören, nach ihm zu suchen. Das ist die einfache Wahrheit dieser romantischen Komödie. Sophie (Amanda Seyfried, „Mamma Mia!“) glaubt, ihren Romeo schon gefunden zu haben. Voller Vorfreude geht sie mit Victor (Gael García Bernal) auf Verlobungsreise in die Toskana.

Nur um festzustellen, dass der sich mehr für Pasta-Rezepte als für Romantik interessiert. Sie durchstreift Verona allein und entdeckt einen Frauenclub – „Julias Sekretärinnen“ – der die Briefe unglücklich Verliebter beantwortet, die für Shakespeares Julia an einer Mauer hinterlassen werden.

Als Sophie zufällig einen Brief entdeckt, der schon 50 Jahre dort liegt, schreibt sie der Verfasserin tröstende Worte, die daraufhin sofort anreist. Gemeinsam mit ihrem Enkel Charlie (Christopher Egan) will die mittlerweile betagte Claire (Vanessa Redgrave) ihre große Liebe Lorenzo wiederfinden. Sophie schließt sich den beiden an, obwohl sich Charlie und sie nicht ausstehen können – eigentlich …

Amanda Seyfried ist wie immer ganz zauberhaft. Aber der eigentliche Star dieser zuckersüßen Romanze ist die großartige Charakterdarstellerin Vanessa Redgrave. Sie überstrahlt mit ihrer Würde selbst die idyllischen Postkartenmotive der Toskana und verleiht dem rührend-naiven Märchen Grandezza – und echte Gefühle: Schließlich spielt „zufällig“ auch ihre echte große, seit 40 Jahren glühende Liebe Franco Nero („Django“) mit, den sie erst vor wenigen Jahren geheiratet hat! Zum Schluss noch ein Tipp für alle unglücklich Verliebten: Den „Club di Giulietta“ gibt es tatsächlich!

 Olaf Schneekloth