Kino-Tipp: Tron: Legacy

OK! über den neuen Blockbuster

Rein in den Computer: Das 3-D-Spektakel mit Jeff Bridges zeigt ein Universum, wie man es noch nie zuvor gesehen hat.

Als „Tron“ 1982 in die Kinos kam, gab es noch kein Internet, Computerspiele ­bestanden aus Pieptönen, Punkten und Pingpong-Effekten. Der Film wurde zum Kultfilm, weil er eine nie da gewesene, irreale Computerwelt zeigte. Die ist im digitalen Zeitalter natürlich längst hoffnungslos veraltet – höchste Zeit also für eine Fortsetzung. 

Das Sequel stellt Sam (Garret Hedlund), den Sohn des Computergenies Kevin Flynn (Jeff Bridges), in den Mittelpunkt. Über 20 Jahre nach dessen Verschwinden wird auch Sam in die digitale Game-Welt von Tron hineingezogen. Ein faszinierendes, aber gefährliches Universum. Denn dort regiert das seinerzeit von seinem Vater erfundene Computerprogramm Clu und sucht nach einem Weg in die reale Welt, um auch dort die Macht an sich zu reißen. Doch Sam findet einen unerwarteten Verbündeten im Kampf gegen das böse Programm: seinen verschollen geglaubten Vater und dessen Gefährtin Quorra (Olivia Wilde). Gelingt ihnen die Flucht in die Realität, bevor sich das dafür notwendige Portal wieder schließt? 

Alles schimmert und glänzt und ist von leuchtenden Streifen durchzogen. An der Computerwelt, den 3-D-Effekten und furiosen Actionszenen des Eventfilms kann man sich kaum sattsehen. Auch groß: die Musik von Daft Punk. Schade nur, dass Story und Figuren weit dahinter zurückbleiben und bei den pathetischen Dialogen immer wieder Langeweile aufkommt. Dafür wird Bridges eine seltene Ehre zuteil: Weil auch Clu seine Gesichtszüge trägt, kämpft er quasi gegen sein jüngeres Ich.   

Olaf Schneekloth

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