3 Gründe, warum Xavier Naidoo nicht der Richtige für den "ESC" ist

Ohne Vorentscheid: Die ARD bestätigt den "Sing meinen Song"-Star als offiziellen Teilnehmer

„Dieser völkerverbindende Wettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes!“ Mit diesen Worten tritt Xavier Naidoo zum "Eurovision Song Contest" am 14. Mai 2016 für Deutschland an. Mit welchem Song er sein Versprechen halten wird, „so schön und so gut zu singen wie noch nie“, das entscheidet sich am 18. Februar in der ARD. Doch ganz unumstritten ist die Direkt-Nominierung des "Sing meinen Song"-Stars nicht. OK! nennt drei Gründe, warum der 44-Jährige nicht die richtige Wahl ist. 

Hier spricht Xavier Naidoo über seine "ESC"-Nominierung:

Jetzt ist es raus: Xavier Naidoo singt für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016. Und ihr entscheidet mit...

Posted by Eurovision Song Contest Deutschland on Mittwoch, 18. November 2015

1. Xavier Naidoo wurde bevorzugt behandelt

Xavier Naidoo ist ein Ausnahmekünstler, der seit knapp 20 Jahren seinen Platz im deutschen Musikleben hat. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ihn direkt zu nominieren,

begründet ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber die Entscheidung, auf einen Vorentscheid verzichtet zu haben. Da fragt man sich allerdings trotzdem, warum Xavier Naidoo eine Sonderbehandlung bekommt. Wenn er wirklich der Richtige ist - warum vertraut man dann nicht dem Urteil der Zuschauer und lässt diese entscheiden?

Ähnlich sehen es viele Fans des Musikwettbewerbs. Ein User kommentiert auf der "ESC'"-Seite der ARD: "Grundsätzlich traue ich ihm schon einiges zu. Aber wenn Herr Naidoo sich so gerne mit anderen Künstlern messen will, wie er sagt, wieso dann nicht schon im Vorentscheid?"

Sicherlich wollten die Macher des NDR nach dem Debakel vom vergangenen Jahr - Andreas Kümmert sagte unmittelbar nach der Wahl für ihn ab und sorgte für einen TV-Eklat, Nachrückerin Ann Sophie holte desaströse 0 Punkte - etwas anders machen. Nur hat die Vergangenheit gezeigt, dass direkt nominierte Künstler selten etwas reißen können. Auch nicht Lena Meyer-Landrut, die 2011 ohne Vorentscheid für Deutschland sang - und an ihren Erfolg aus dem Vorjahr nicht anknüpfen konnte. 

2. "Eine traurige Entscheidung" - Naidoo ist politisch höchst umstritten

So unumstritten Xavier Naidoos Erfolg nicht nur in der Musikindustrie ("Dieser Weg"), sondern auch im deutschen Fernsehen mit Erfolgs-Shows wie "Sing meinen Song" oder ehemals "The Voice of Germany" zweifelsohne ist, so umstritten ist seine politisch zweifelhafte Gesinnung, die der Sänger in Interviews immer wieder offen zur Schau stellt. Und so wundert es nicht weiter, dass auf der offiziellen deutschen Facebook-Seite des "Eurovision Song Contests" gerade ein Shitstorm losbricht. Ein User kommentiert entsetzt: 

Der homophobe Volltrottel soll für Deutschland antreten? Vielleicht kann man ja so tolerant illustre Damen wie Birgit Kelle und Gloria von Thurn und Taxis als Triangel-spielenden Background gewinnen. Dann wäre es wenigstens Satire. Traurige Entscheidung! Ich hoffe auf viel Gegenwind für diese zutiefst undemokratische Entscheidung!

Ein Facebook-Nutzer kritisiert die Entscheidung scharf mit den Worten: "Gratulation! Die schlechteste Auswahl, die man hätte treffen können! Das neue Konzept: Homophober Verschwörungstheoretiker singt Songs, die man dann wählen kann... Klasse! Pest oder Cholera? Stimmen Sie ab! Die Gay-Community freut sich sicher über diesen Künstler! Da wünscht man sich doch ganz fest den Herrn Raab mit einem neuen INNOVATIVEN Konzept zurück!"

Mittlerweile sprechen sich via Twitter & Co. immer mehr User mit humorvollen Beiträgen gegen den Ex-"The Voice"-Juroren aus:

Und sogar eine Online-Petition gegen den Soul-Sänger wurde gestartet - mit einer wachsenden Anzahl von Unterzeichnern. 

3. Xavier Naidoo passt nicht in den kunterbunten "ESC"-Zirkus

Womit wir beim Thema Stefan Raab wären. Mag man persönlich von ihm halten, was man will: In Sachen "ESC" hat er immer wieder ein gutes Händchen bewiesen. Ob Guildo Horn, Raab selbst und schließlich Lenas erste Teilnahme mit "Satellite" - der TV-Entertainer zeigte stets ein Gespür dafür, was bei den erlebnisorientierten Fans des Song-Contests ankommt. Und das waren meist Künstler, die sich selbst nicht ganz so ernst nehmen und vor allem durch ihre Unverbrauchtheit punkteten. Das ist bei Naidoo nicht der Fall. Er ist ein alter Hase, der nicht selten bierernst und gelegentlich gar arrogant rüberkommt. Ob er damit bei den anderen Ländern landen kann, muss sich zeigen.

So geht es jetzt weiter:

Aller Vorbehalte zum Trotz: Ob der 44-Jährige doch Chancen in Stockholm hat, steht und fällt mit dem Song. Über den entscheidet das Publikum. Zum weiteren Prozedere teilt die ARD mit:

Am 15. Dezember 2015 entscheidet unter Beteiligung von Xavier Naidoo eine Jury aus Musik- und Kompositionsexperten, welche sechs Songs er dem Fernsehpublikum beim deutschen Vorentscheid am 18. Februar 2016 im Ersten präsentiert. Für die Kompositionen gelten die ESC-Regeln: So dürfen die Lieder maximal drei Minuten lang und erst nach dem 1. September 2015 veröffentlicht worden sein. Der Künstler muss live singen. Eine Vorgabe für die Sprache gibt es nicht: Xavier Naidoo könnte ebenso mit einem deutsch- wie beispielsweise auch einem englischsprachigen Lied antreten. Voraussichtlich am 16. Dezember werden den Studierenden der teilnehmenden Film- und Kunsthochschulen die Songs und die Voraussetzungen beim ESC vorgestellt, die Inszenierungsvorschläge sollen bis zum 12. Januar 2016 vorliegen. In der Show am 18. Februar werden ESC-Gewinnerin Lena und zwei weitere prominente Experten die Songs bewerten. Sie haben aber kein Stimmrecht - es entscheiden ausschließlich die Fernseh-Zuschauerinnen und -Zuschauer.

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