Scissor Sisters: Night Work

Der Sound zum Sex

Die Scissor Sisters sind wieder da – mit zwölf neuen, extrem tanzbaren Songs. Das freut sogar Lady Gaga …

Nach vier Jahren Funkstille melden sich die vier Paradiesvögel aus New York zurück. Das neue Album unter­scheidet sich allerdings sehr vom Vorgänger. Denn mit ihrem letzten Album „Ta-Dah“ hatten die Scissor Sisters zwar weltweit abgeräumt und „I Don’t Feel Like Dancin’“ war einer der Hits des Jahres 2006. Doch so richtig zufrieden war die Band mit dem Werk nicht. „Es war einfach nicht richtig fertig, einige Songs darauf bedauern wir wirklich, die waren nicht gut“, gesteht Frontmann Jason „Jake Shears“ Sellards selbstkritisch. Und auch das darauffolgende Material war nicht das, was sie sich vorstellten. „Unser Gitarrist spielte Elton John unsere neuen Songs vor. Dann bekam ich einen Anruf von ihm und er sagte: ,Das ist es nicht, das ist nicht euer neues Album‘“, erzählt er.  

Zeit, den Reset-Knopf zu drücken. Jake ging zur Neu­orientierung erst mal nach Berlin. „Die Stadt ist unglaublich, diese Freiheit – großartig“, schwärmt er, „die ganze Feierei hat mein Gehirn richtig frei gemacht für einen Neu­anfang.“

 Der kam dann auch musikalisch, die Band kehrte zurück zu ihren Wurzeln. Deshalb motteten sie auch das lärmende Kneipenklavier ein und holten sich mit Top-Produzent Stuart Price (Kylie Minogue, Madonna, The Killers) Hilfe von außen. „Bei diesem Album hatten wir einfach einen Riesenspaß. Es war wie in unseren Anfangstagen, als wir keine Ahnung hatten, was wir da überhaupt machen.“ Heraus kam ein Tanzalbum. „Es ist supersexy geworden“, sagt Jake, „das ist Musik, zu der man Sex haben kann.“ Hat er das ausprobiert? „Um Gottes willen, nein, das wäre ja ziemlich peinlich, wenn man dazu seine eigene Musik anmacht. Ich habe nur dazu masturbiert.“

Wen das alles ein wenig an Lady Gaga ­erinnert, der muss sich nicht wundern, sind die Scissor Sisters doch explizit ihr Vorbild. „Toll, oder?!“ freut sich Jake. „Ich denke, dass wir sie schon beeinflusst haben und dass sie das sagt, bedeutet eine ­Menge.“

"Night Work" ist im Handel erhältlich