'Millionärswahl' - Absurde Abstimmung sorgt für Shitstorm

Publikumsliebling von der Konkurrenz in letzter Sekunde ausgestochen

Sie zog sich so dahin, die gestrige Auftaktshow der ProSieben-Sendung "Millionärswahl". Doch zum Ende dann die Überraschung: Kurz vor dem Einzug ins Finale wählten seine Konkurrenten den Favoriten Ralf Zanders aus der Show. Auf Facebook und Twitter entbrannte ein Shitstorm.

Das Prinzip des Formats ist es, einen Menschen erstmals "demokratisch" zum Millionär zu ernennen. Die Zuschauer, eine Online-Community sowie die Konkurrenten wählen ihren Favoriten in die nächste Runde - sieben Folgen lang. Im Finale treten diese Kandidaten gegeneinander an. 

Am gestrigen Abend, 9. Januar, kristallisierte sich schnell ein Publikumsfavorit heraus. Ralf Zanders, 36, trat für sein krankes Patenkind Neele an. Die Tochter seines Bruders leidet an dem seltenen Wolf-Hirschornsyndrom. "Das Bad zum Beispiel ist viel zu klein für eine optimale Pflege, die Treppe ist auch zu schmal. Dabei möchte ich meinen Bruder und seine Familie unterstützen", erklärt er im Vorfeld im Interview mit "RP Online". 

Das Publikum hatte Zanders, der für seine Patentochter an seine physischen und psychischen Grenzen ging, hinter sich. Und so lag der 36-Jährige bis zuletzt an der Spitze der sieben Kandidaten, bis die Band "GIFT" die Entscheidung in letzter Sekunde kippte. Mit drei Punkten lag er in Führung. Die Rocker setzten alles auf eine Karte und ließen ihre gesamten Punkte dem Zweitplatzierten, Breakdancer Benedikt Mordstein, zukommen. Dieser hatte im Zuschauervoting aber deutlich abgeschlagen den letzten Platz belegt.

Mit einem Endpunktestand von 17:16 sicherte sich dieser somit den Einzug ins Finale. Während im Studio Buhrufe wahrzunehmen sind, lässt der Shitstorm auf Twitter und Facebook nicht lange auf sich warten. "Demokratie ist, wenn die Unbeliebtesten einfach mal den Favoriten killen", schreibt ein Twitter-User. "Die letzte Abstimmung hat das Format zerstört. Eine weitere enttäuschende Show im deutschen TV", empört sich ein anderer. 

Auf Facebook wandte sich Ralf nach der Show mit einer Videobotschaft an das Publikum: "Das Wahlsystem war so, wir kannten die Regeln, das passt alles. Und jetzt ist es nicht ein Kind, aber jetzt sind es ganz viele Jugendliche, die die Chance haben auf eine Million. Ohne Wenn und Aber, das passt."