Wtf? 'Born in the Wild'-US-Show zeigt Geburt in der Wildnis

Wie weit würden Fernsehmacher für gute Quoten gehen?

Für gute Quoten scheinen Fernsehsender wirklich alles zu tun. Die neueste Idee des US-Senders "Lifetime" ist die Reality-Show „Born in the Wild“, die vor laufender Kamera werdende Mütter bei der Geburt in ihres Kindes allein in der Wildnis zeigen soll.

Auf Youtube bekam das 22-Minütige Video einer Wildgeburt bereits über 20 Millionen Klicks, sodass der US-Sender die Chance für ein gutes Geschäft wittert. Einer Frau dabei zusehen, wie sie ganz alleine in der Wildnis ihr Baby entbindet, soll die Zuschauer anlocken.

Lebenverändernd 

Vor Beginn des Videos erscheint sogar eine Warnung vor den Bildern, denn das Video ist nichts für schwache Nerven. Doch die glückliche Mutter, die am Ende ihr Baby im Arm hält, schwärmt von dieser Form der Geburt: „Es hat mein Leben als Mutter und das meiner Kinder grundlegend verändert“.

Risikoreich

 

Doch eine Geburt in der Wildnis ohne jede Unterstützung birgt auch Risiken. Der Vizepräsident des Senders, Eli Lehrer, ist jedoch davon überzeugt, dass sie diese im Griff haben.

Bei „Entertainment Weekly“ erklärt er, dass zusätzlich zu der TV-Crew auch Sanitäter vor Ort seien würden. Auch stehe fest, dass nur Frauen teilnehmen dürften, die schon mal entbunden haben.

Keine Hebammen am Set

Er ist sich sicher: „Unsere Anwesenheit bei den Geburten macht sie um einiges sicherer, als wenn sie ganz allein wären“, sagt er. Hebammen und Ärzte wird es jedoch trotzdem nicht am Set geben.

Der Arzt Ron Jaekle sagt dazu: „Ich verstehe jeden, der meint, dass wir Schwangerschaften zu sehr medikalisieren, und es ist ein natürlicher Prozess. Aber es ist eben auch ein natürlicher Prozess, der historisch besonders viele Leben forderte“, lauten seine Sorgen.

Leichtsinniger Trend?

Doch das Risiko der gefilmten Geburten ist nur ein Teil des Problems. Es gibt außerdem Kritiker, die befürchten, dass ein leichtsinniger Trend zu Wildgeburten ausgelöst werden könnte.

Diese Gefahr kann Lehrer nicht sehen: „Ich denke wirklich nicht, dass das etwas ist, was Leute leichtsinnig nachmachen“. Dass er dabei die Augen verschließt und eigentlich nur die Einschaltquoten im Kopf hat, ist offensichtlich.