Tatort-Panne bei Internet-Ratespiel

Fans der ARD-Krimireihe legen Server lahm

Erstmals in der über 40-jährigen „Tatort“-Geschichte mussten gestern die Zuschauer die Polizeiarbeit selbst übernehmen – und das führte im Internet zu Chaos. Die Fans der Krimireihe legten den Server lahm.

Bereits vor einer Woche hatte eine technische Panne beim "Tatort" für Verwirrung und Erheiterung zugleich gesorgt: ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn hatte ins dramatische Finale geplappert.

Nun ein erneuter Patzer - allerdings diesmal im Internet. Erstmals in der Geschichte der ARD-Krimireihe durften die Zuschauer virtuell auf Mördersuche gehen. Doch den Hobbyfahndern waren erst mal die Hände gebunden: Denn das Online-Spiel wollte nicht funktionieren!

Der Fall ist gelöst - nur der Mörder fehlt. Ein wenig unbefriedigend endete der "Tatort: Der Wald steht schwarz und schweiget" am Sonntagabend, 13. Mai, für die Fernsehzuschauer. Über acht Millionen folgten Lena Odenthal und ihren Entführern auf der Flucht durch den Pfälzerwald - und viele von ihnen wollten anschließend virtuell den Täter überführen.

Die User werden zu Kollegen von Lena Odenthal und Mario Kopper - Zeugen können befragt, Kriminaltechniker und Rechtsmediziner zu Rate gezogen werden. Auch Beweisstücke und Laborergebnisse lassen sich online analysieren. Außerdem können sich die User über Twitter und Facebook austauschen, um den Mörder zu finden. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Beendet wird die Onlineermittlung spätestens am kommenden Samstag.

So weit, so gut. Doch statt Rätsel-Spaß gab's beim Internet-„Tatort“ Chaos: Abstürze, Fehlermeldungen und User-Schelte! Die Server stürzten ab, die Anmeldung über Facebook und Twitter hing, weil einfach zu viele Fans den „Tatort“ sofort im Internet lösen wollten. Au Backe!

"Das Internet steht schwarz und schweiget. Ganz schön peinlich" oder "War ja klar, dass die Seite zusammenbricht", schrieben enttäuschte User auf der Facebook-Seite des "Tatorts". Andere machten sich über die Panne lustig: "ARD macht auf modern, ähnlich erfolgreich wie die Facebookparty vom Seehofer :-)". 

Der SWR teilte mit, dass trotz aller Vorbereitungen im ersten Ansturm kurzzeitig der Server zusammenbrach. Trotz Pleiten, Pech und Pannen blieben in der ersten Nacht des Online-Spiels über 20 000 User dran.

Mittlerweile scheint jedoch alles wieder zu funktionieren, und die ersten Hobby-Kommissare haben bereits verkündet, dass sie den Mörder schon gefunden haben.

Die ARD will nun alle Reaktionen sammeln und in Ruhe über die Zukunft der Online-Ermittlung beraten. Wir sind gespannt, wie es nach der virtuellen Krimipanne weitergeht!

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