Coronavirus: Düstere Zukunftsprognose

"Ich befürchte, dass wir vor einem Kollaps stehen"

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt täglich weiter an. Viele Deutsche fürchten sich nun vor einer bevorstehenden Ausgangssperre — doch eine Ärztin vermutet, dass es dafür längst zu spät sein könnte …

Drohen jetzt auch Deutschland Zustände wie in Italien?

Um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung nun weitere verschärfte Maßnahmen veranlasst. Das Ziel dahinter ist klar definiert: Zeit gewinnen, damit ein Ausnahmezustand wie in Italien nicht auch dem deutschen Gesundheitssystem droht.

Am Sonntagabend, 22. März, sprach auch Anne Will in ihrer Talkshow über das Coronavirus. Ihre Gäste: Politiker, eine Virologin und auch Ärztin Bernadett Erdmann, die eine düstere Zukunftsprognose stellte:

Ich befürchte, dass wir in wenigen Wochen vor einem Kollaps stehen, weil wir die Versorgung nicht mehr sicherstellen können,

so die Expertin.

Ihrer Meinung nach hätte ein Kontaktverbot in Deutschland bereits viel früher ausgesprochen werden müssen, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Sie selbst arbeitet in der zentralen Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg, wo der Vorrat an Schutzbekleidung für das Personal gerade mal eine Woche ausreichen würde. Außerdem mache die Isolation den Patienten schwer zu schaffen.

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Ende der Kontaktsperre noch nicht absehbar

Wie lange das öffentliche Leben noch stillstehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingeschätzt werden. Fakt ist aber, dass die deutsche Wirtschaft schon jetzt großen Schaden genommen hat und langfristige Sperren von Schulen, Restaurants und Co. nur schwer umzusetzen sind. Erdmann ist der Meinung, dass die strengen Kontaktsperren zukünftig nur für Risikogruppen bestehen bleiben sollten. Für den Rest der Bevölkerung sollten sie zeitnah wieder gelockert werden.

Ein Impfstoff für das neuartige Coronavirus wird frühestens Anfang nächsten Jahres erwartet.