James Morrison zeigt Mode für Männer

Die neue Lässigkeit

„Bequem und praktisch muss Mode für Herren sein. Und schön lässig“, sagt der britische Hit-Sänger James Morrison („Broken Strings“). Wie das aussehen soll? Das zeigt er Ihnen hier … Und er erz&a

E r ist kein Mann großer Worte, doch mit großen Gefühlen kennt sich James Morrison aus. Auch seine steile Musikkarriere mit den zwei Erfolgs­alben „Undiscovered“ und „Songs For You, Truths For Me“, sowie seiner Nummer-eins-Single „Broken Strings“ konnten nichts an seiner Bodenständigkeit ändern. Die Familie ist und bleibt der Lebensmittelpunkt des 24-Jährigen. Dass ihm dennoch der Schalk im Nacken sitzt, mussten wir während des OK!-Modeshootings erfahren …

Sie leben in Cornwall im Südwesten Englands. Diese Region ist bekannt für gute Pubs …
Ja, und ich liebe sie alle! (lacht) Ein Kumpel von mir hat einen Pub, in dem er sein eigenes Bier braut – mein Lieblingsbier. Ich mag die Atmosphäre dort sehr. Die Tische kleben, es gibt oft Livemusik und man trifft dort immer Leute, mit denen man abhängen kann.

Sie selbst haben Ihre Musikkarriere auch mit Auftritten in Pubs begonnen, oder?
Das stimmt. Zu Beginn spielte ich in einer Schulband, mit der ich durch Bars getingelt bin. Meine Güte, waren wir damals schlecht! Einmal hat uns ein Barbesitzer Freibier angeboten, wenn wir aufhören zu spielen! (lacht) Aber es war auch eine gute Zeit. Ich habe gelernt mit den verschiedensten Situationen umzugehen. Manchmal habe ich in Läden gespielt, in denen die Gäste eigentlich nur Bier trinken wollten und wahrscheinlich dachten: „Kann mal jemand das Geräusch dahinten leise drehen?“ Wenn jetzt mal
etwas schiefgeht, weiß ich, was zu tun ist.

Mittlerweile spielen Sie allerdings nicht mehr in kleinen Kneipen …
Es ist absolut unglaublich. Ich meine, ich habe im Londoner Wembley Stadium gespielt. Daran hätte ich vor zehn Jahren noch nicht einmal in meinen kühnsten Träumen gedacht. Es ist wirklich abgefahren.

Hat der Erfolg einen großen Einfluss auf Ihr Privatleben?
Nein, eigentlich gar nicht. Klar, wenn mir erzählt wird, dass mein Album gerade von null auf eins in die Charts geschossen ist, dann bin ich natürlich stolz und freue mich. Aber das löst keine alltäglichen ­Probleme und macht mich auch nicht zu einem besseren Menschen. Und ich glaube auch, dass es mir mittlerweile schwerfallen würde, wieder zurück auf eine Mini-Bühne in irgendeinem Pub
zu gehen. Ich sehe Erfolg eher als Gesamtkonstrukt und sammle meine guten
Momente in Gedanken, um später mal meinen Kindern davon erzählen zu können.

Stichwort Kinder: Sie sind schon lange mit Ihrer Freundin Gill zusammen, im September letzten Jahres sind Sie Vater geworden. Jetzt waren Sie gerade fast ein halbes Jahr lang auf Tour – wie passt das alles zusammen?
Das ist so eine Sache und wirklich ziemlich hart. Ich mache so viel Musik, dass ich eigentlich keine Freizeit habe. Auf Tour habe ich meine Tochter Elsie so vermisst wie noch nichts vorher. Wenn ich mir dann vier, fünf Tage freischaufeln kann, bin ich ganz bei meiner Familie. Ich versuche ein guter Vater zu sein und mache alles, was anfällt. Füttern, Windeln wechseln, Vorlesen – das alles bedeutet mir unglaublich viel. Aber ich bin wirklich erschöpft und eigentlich immer müde. Allerdings wird es mit der Zeit besser und ich glaube, ich bin auf einem guten Weg, die Balance zwischen Beruf und Familie zu finden.

Engagiert sich Ihre Freundin Gill genauso für Ihre Musik wie Sie für die Familie?
Definitiv. Sie ist meine größte Kritikerin. Sie und meine Eltern. Na ja, eher mein Vater, denn meine Mutter findet alles, was ich mache, grundsätzlich erst mal ganz toll. Außer einen Song, den ich über sie geschrieben habe! (lacht) Aber ansonsten ist Gill diejenige, die am ehrlichsten zu mir ist. Ich habe ihr als Erstes den Song „Broken Strings“ vorgespielt – und sie hat es gehasst. Sie sagte: „James, ich liebe dich, aber dieser Song ist großer Mist.“ Und das ist genau das, was ich an ihr liebe. Ich bin auf ihren Rat angewiesen, denn sie kennt mich besser als irgendjemand sonst auf der Welt.

Hat sich Gill irgendwann mit „Broken Strings“ anfreunden können?
Als der Song fertig produziert war, ja. Ich hatte ihn ihr damals auch eine Tonart tiefer vorgespielt. Das klang wirklich nicht so toll. Aber das ist es, was ich meine: Ich habe mir ihre Kritik zu Herzen genommen.

Sie haben diesen Song gemeinsam mit Nelly Furtado gesungen. Gibt es noch
jemanden, mit dem Sie unbedingt auch mal ein Duett machen möchten?

Wenn Otis Redding, der berühmte Soul-Sänger, heute noch leben würde, wäre er meine erste Wahl. Wobei, wenn ich das recht bedenke, klingt es in meinem Kopf viel cooler, als es dann in Realität wahrscheinlich wäre. Ich glaube, ich würde neben ihm total untergehen.

Also bekommen wir in Zukunft keine Duette mehr von Ihnen zu hören?
Duette sind merkwürdig. Ich habe es nie für möglich gehalten, so ein Ding zu machen. Eigentlich finde ich Duette nämlich furchtbar. Aber für Alicia Keys würde ich nochmal eine Ausnahme machen.

Anna-Julia Meyer