Kilian Kerner und Matthias Schweighöfer im OK!-Interview

Neues Mode-Label

Mit zwei guten Kumpels haben der Schauspieler und der Designer das Label German Garment gegründet. Um Mode geht es aber nur am Rande  …

Das Angebot war bloß nett gemeint: Bei der Fashion Week Berlin bot Schauspieler Matthias Schweighöfer, 28, seinem Kumpel, dem Designer Kilian Kerner, 30, an, für ihn als Model über den Catwalk zu laufen. Aber Kerner lehnte ab: „Promis gehören bei mir nicht auf den Laufsteg, sondern in die erste Reihe.“ Was aber nicht bedeutet, dass die beiden ihre kreativen Ideen nicht zusammen umsetzen würden. Mit MTV-Moderator Joko Winterscheidt und Musikmanager Sebastian Radlmeier haben sie das junge Modelabel German Garment gegründet. Ihr ehrgeiziges Ziel: Jedes Teil der Kollektion soll in Deutschland produziert werden. Erste T-Shirts, bedruckt mit grafischen Berlin-Motiven, hat das Quartett bereits backstage bei Kerners Modenschau vorgestellt. Wie es mit den Newcomern nun weitergeht und warum Schweighöfer unter die Designer gegangen ist, verraten die beiden im OK!-Interview.

Warum haben Sie Ihr eigenes Label gegründet?
Matthias: Es ist doch toll, wenn man die Möglichkeit hat, eigene Projekte zu entwickeln und voranzutreiben, dabei auf etwas aufbauen kann und das Ganze dann auch selbst finanziert. Dadurch wird man ein bisschen unabhängiger. Für die Zukunft gesehen hat mir der Deutschlandaspekt gefallen. Ich fand es auch wichtig, dass Kilian mit ins Boot gekommen ist. Das Gefühl, sich in diesem Land zu verbünden und Hilfe zu bekommen, ist schön.

Was musste alles organisiert werden?
Kilian: Wir hatten unsere Ideen relativ schnell zusammengetragen, haben aber dann lange am Schnitt gesessen. Wir ließen die T-Shirts von vielen Leuten anprobieren, weil uns wichtig war, dass sie möglichst vielen Menschen passen.
Matthias: Wir haben aber nur drei, maximal vier Monate daran gearbeitet.

War es schwer, Ihre unterschiedlichen beruflichen Hintergründe unter einen Hut zu bekommen?
Kilian: Überhaupt nicht. Das einzige Problem, das wir haben, ist die mangelnde Zeit. Wir müssten uns mindestens einmal im Monat treffen, das ist manchmal schwierig. Aber was die Ideen angeht, sprechen wir dieselbe Sprache.

Es heißt, viele Köche verderben den Brei …
Kilian: Bisher gab es noch keinen Streit. Jeder betreut seinen Schwerpunkt. So kommen wir uns nicht in die Quere.
Matthias: Es ist ja nicht so, dass alle jeden einzelnen Strich diskutieren. Es kann und soll nicht jeder alles machen. Das ist wie in jeder anderen Firma auch.

Was ist konkret Ihre Aufgabe?
Matthias: Ich kümmere mich bei German Garment ums Marketing und überlege zum Beispiel, wem man die Kollektion zeigen kann oder wen man um Unterstützung bitten könnte.

Schauspieler lenken ihre Kreativität zwischen Dreharbeiten oft auf andere Projekte. Warum widmen Sie sich der Mode?
Matthias: Ich habe noch eine Film­firma, die kostet mich den Großteil meiner Energie und Zeit. Die Arbeit für German Garment hat für mich einen anderen Aspekt: Ich kann in einem neuen Metier mit Freunden zusammenarbeiten. Wenn an diesem Projekt Fremde beteiligt gewesen wären, hätte ich nicht mitgemacht. Das wäre Zeitverschwendung! Aber mit Freunden zu arbeiten, ist nie verlorene Zeit. Arbeitszeit ist Lebenszeit. 

Warum haben Sie mit T-Shirts begonnen?
Kilian: Weil die jeder braucht! Ich selbst bin total der T-Shirt-Träger. Außerdem ist ein Anfang mit T-Shirts sicher am einfachsten. Wir wollten erst mal abwarten, wie die Leute darauf reagieren.

Wird es weitere Produkte geben?
Kilian: Die Reaktion auf die erste Kollektion war so positiv, dass wir schon jetzt an der zweiten arbeiten. Es wird Kapuzenpullis, Kapuzenjacken und Baby­sachen geben.

Könnte Letzteres damit zu tun haben, dass Matthias gerade Vater geworden ist?
Kilian: Nein, das war meine Idee! Ich möchte irgendwann auch Vater werden und wollte schon immer Baby-T-Shirts machen.

Matthias, hat Ihre Tochter Greta coole Klamotten?
Matthias: Mir werden viele Babysachen für sie zugeschickt, aber ich gehe am liebsten in Secondhand-Läden und kaufe da für sie ein. Ein Strampler ist ja meist nach einer Stunde schon wieder durch. (lacht)

Kati Degenhardt