Colbie Caillat im OK!-Interview

'Ich habe Riesenangst'

Mit ihrem romantischen Gute-Laune-Song "Bubbly" eroberte Sängerin Colbie Caillat 2007 die Charts, aber zum stolzen Popstar wurde sie trotzdem nicht automatisch ...

Dass sie unbedingt Sängerin werden wollte, weiß Colbie Caillat, 24, seit sie elf Jahre alt ist. Als kleines Mädchen aus Malibu, Kalifornien, hört sie zum ersten Mal Lauryn Hills Version von "Killing Me Softly" mit den Fugees, spielt die Platte rauf und runter und singt den Song zusammen mit zwei Freundinnen sogar bei einer Schulaufführung in der sechsten Klasse. Doch bis zum ersten Plattenvertrag, vorderen Chart-Platzierungen und knapp drei Millionen verkauften Singles ihrer Hymne für Verliebte "Bubbly" war es ein langer Weg, wie sie beim Mode-Shooting für OK! verrät.

Welches war die bisher härteste Herausforderung in Ihrer Karriere?

Meine Live-Auftritte! Eine Bühne zu betreten, jagt mir jedesmal eine Riesenangst ein. Ich habe furchtbares Lampenfieber...

Was geschieht dann mit Ihnen?
Zuerst fange ich an zu zittern. Viel schlimmer ist aber, dass ich meist kaum noch Luft bekomme und keinen normalen Ton mehr herausbringe.

Was haben Sie dagegen unternommen?
Ich habe mich bewusst mit dieser Angst auseinandergesetzt und gelernt, mich aus meiner ­Komfortzone – also dem einsamen ­Songschreiben und den Aufnahmen im Studio – heraus­zuwagen. Spätestens als ich meinen Plattenvertrag bekam, musste ich vieles ganz neu lernen: auf fremde Leute zuzugehen und Smalltalk zu halten, dabei spontan und witzig zu sein oder auf Knopfdruck zu singen.

Haben Sie Ihre Angst überwunden?
Ich habe mich bewusst in unbequeme Situationen begeben und jetzt geht es mir nicht mehr so schlecht damit. Es ist wie alles andere im Leben, das man sich vornimmt: Wenn man abnehmen will, muss man ins Fitnessstudio gehen und trainieren oder eine strenge Diät einhalten. Ohne an sich zu arbeiten, funktioniert es nicht.

Hat dieser Lernprozess Sie verändert?
Ich habe die Angst nicht völlig besiegt, aber wenn sie wiederkommt, weiß ich wenigstens, wie ich damit umgehen muss.

Bei unserem Shooting haben Sie auch zunächst ein wenig steif gewirkt...
Hey, Moment mal! Ich bin in Südkali­fornien und auf Hawaii aufgewachsen. Da laufen wir die meiste Zeit in Jeans, Tank Tops und Sandalen rum. Mir gefällt zwar die Mode, die ich hier anziehen durfte, aber ich brauche eben ein bisschen, bis ich die Sachen an mir selbst auch schön finde …

Gibt es Parallelen zwischen der Modelwelt und Ihrer Rolle als Sängerin?  
Es geht in beiden Jobs darum, die eigene Persönlichkeit zu präsentieren und locker zu bleiben. Manchmal ist das gar nicht so leicht: Wenn ich mich bei einem Konzert zu sehr auf meinen Gesang konzentriere, vergesse ich schnell zu lächeln oder mit den Fans zu reden. Das darf nicht passieren

Was erzählen Sie denen über Ihren Song "Fearless" auf dem neuem Album?
Das Lied habe ich aus der Perspektive meines Ex-Freundes geschrieben, als wir uns nach zwei Jahren On-and-Off-Liebe getrennt hatten. Er war sehr verletzt damals, trotzdem hat er versucht mir zu sagen, dass das Ende unserer Beziehung für ihn nicht das Ende der Welt bedeutet.

War da wirklich kein Liebeskummer?
Menschen denken oft, die Welt müsste zusammenbrechen, nur weil man sich trennt. Aber ich glaube daran, dass jede Beziehung ein neues Kapi­tel in unserem Leben schreibt und jede Liebe uns hilft, herauszufinden, wer wir sind. Ich wünsche mir, dass die Menschen das erkennen.

Mit wem teilen Sie gerade diese großartige Erfahrung?
Mein Freund heißt Justin. Wir kennen uns schon länger und arbeiten auch zusammen. Plötzlich hat es gefunkt und wir sind sehr glücklich.

Kati Degenhardt