Exklusiv: Elle Macpherson

Ein Model macht Mode - und will damit jetzt Deutschland erobern

Von der Catwalk-Queen zur Business- Lady: Seit 20 Jahren entwirft "The Body" erfolgreich Dessous. Exklusiv in OK! verrät sie das Geheimnis ihres Erfolgs.

Elle Macpherson ist noch immer eins der bestbezahlten Models der Welt und ihr Spitzname "The Body" steht bis heute als Synonym für endlos lange Beine und einen umwerfenden Körper.Seit 20 Jahren entwirft das 45-jährige Supermodel und die inzwischen zweifache Mutter Unterwäsche für ihr Label Elle Macpherson Intimates. Jetzt will sie auch den deutschen Markt erobern. 

Sie entwerfen seit 20 Jahren Unterwäsche. Warum kommen Sie damit erst jetzt nach ­Europa?
Es ging mir nie darum, einfach nur meinen Namen auf ein Label zu drucken. Ich war von Anfang an persönlich an den Entwürfen beteiligt und habe jedes Design mitentwickelt. Deshalb hing das Wachstum der Firma schon immer eng damit zusammen, wie viel Zeit ich für diese Arbeit aufbringen konnte.

Was hat Sie aufgehalten?
Ich habe nebenbei viele andere Jobs gemacht: gemodelt, später auch als Schauspielerin gearbeitet. Erst als ich mit meinem ersten Sohn schwanger wurde und mehr Zeit in England verbracht habe, wurde mir bewusst, dass wir ein tolles Produkt haben, das wir auch in Europa anbieten sollten. So fing alles an.

Was macht richtig gute Unterwäsche aus?
Sie muss vor allem bequem sein. Schließlich tragen wir sie den ganzen Tag lang. Sie kommt ständig mit den intimsten Stellen des Körpers in Berührung. Deshalb muss sie sich einfach gut anfühlen. Und die Passform muss natürlich stimmen.

Worauf achten Sie bei Ihren Entwürfen?
Unterwäsche ist die Untermauerung der Kleidung, das Gerüst. Das ist ähnlich wie bei Möbeln, die nur wirken können, wenn die Architektur drum herum stimmt. Denn erst wenn die Struktur unter der Kleidung stimmig ist, kommt auch die Mode richtig zur Geltung. Und wenn die Kleider ausgezogen werden, sollte perfekte Unterwäsche natürlich auch immer das Beste aus dem Körper rausholen.

Sie präsentieren Ihre Kollektionen oft an ungewöhnlichen Orten, wie hier in Berlin in einer Galerie. Warum?
Ich bin einfach kein Fan von Laufstegpräsentationen. Ich interessiere mich sehr für Kunst, Musik, Literatur und Architektur. Deshalb werden nicht nur meine Designs davon beeinflusst, sondern auch die Art und Weise, wie wir die Kollektion präsentieren.

Was tun Sie für Ihr tolles Aussehen?
Glauben Sie’s mir oder nicht, aber mein Aussehen hat für mich nicht die oberste Priorität. Mein Leben hat viele Facetten: Ich bin vom Glück verwöhnt, habe zwei Söhne großgezogen (Arpa, 11, und Aurelius, 6, Anm. d. Red.), ohne Kindermädchen wohlgemerkt, und ich habe es geschafft, auch als Mutter Karriere zu machen. Heute Abend fliege ich zum Beispiel zurück nach London und kann die Kinder morgen früh zur Schule bringen.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Der liebe Gott hat mich mit langen Beinen und breiten Schultern gesegnet. Und wer weiß, vielleicht wurde in Australien ja auch was ins Wasser gemischt! Aber am wichtigsten ist für mich, meine Interessen zu befriedigen, lachen zu können, neugierig zu bleiben, zu lieben und geliebt zu werden. Die wichtigsten Erfahrungen habe ich gemacht, wenn ich neue Wege ausprobiert habe. Abwechslung macht das ­Leben aufregender.

Welches war Ihr schönstes Kompliment bisher?
Ich war einmal verheiratet (mit Gilles Bensimon, 1985–89, Anm. d. Red). Als ich damals in meinem Hochzeitskleid die Treppe hinunterkam, hat meine Mutter zu mir gesagt, dass ich wunderschön aussehen würde. In diesem Moment war mir klar, dass ich das bis dahin nicht besonders oft gehört hatte, weil die Leute davon ausgingen, dass ich es sowieso dauernd hören würde. Damals hat mir das viel bedeutet. Aber wenn mir heute so was gesagt wird, ist es, als würde jemand zu mir sagen, ich hätte blonde Haare. Das wäre mir zu oberflächlich.

Was würde Sie heute berühren? 
Wenn Leute meine Kinder als offene, gut erzogene, höfliche, aufmerksame kleine Menschen wahrnehmen. Wenn sie mir sagen, wie besonders die beiden sind.

Wie haben Sie es geschafft, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen?
Ganz einfach: Die Kinder kommen immer an erster Stelle, alles andere ergibt sich von allein. Das heißt aber nicht, dass ich dauernd mit ihnen zusammenglucken muss. Es geht darum, die richtige Balance zu finden. Ich habe den beiden erklärt, dass wir für unseren fabelhaften Lifestyle etwas tun müssen. Sie haben verstanden: Von nichts kommt nichts.

Kati Degenhardt