Star-Stylist Eric Daman im Interview

Er verrät seine besten Tricks

Dieser Mann setzt Trends: Kostüm­designer Eric Daman machte die "Gossip Girls" -Darstellerinnen in kürzester Zeit zu Fashion-Vorbildern und löste damit einen wahren Hype um die Serie und ihre Charaktere aus. Erst er macht aus

Bereits für "Sex and the City“ war er (zusammen mit der US-Designerin Patricia Field) für den Look von Carrie & Co. verantwortlich. Jetzt hat Eric Daman einen neuen Job: Als Fashion Director des Onlineshops yalook.com kümmert er sich um das Aussehen der Frauen vor der Mattscheibe …

Obwohl in Deutschland erst eine Staffel von "Gossip Girl" gelaufen ist, werden die Darstellerinnen bereits als neue Stilikonen zelebriert …
Ja, die Zuschauer lieben den „Gossip Girl“-Look und viele wollen selber so aussehen wie die Frauen in der Serie. Dabei geht es nicht nur um ein bestimmtes Kleidungsstück, sondern um den Stil und die Persönlichkeit der Charaktere.

Was ist für Sie der Unterschied zwischen Ihrer Arbeit für "Gossip Girl" und "Sex and the City"?
In diesem Fall ist es tatsächlich eine Frage des Alters, denn die Crew von "Gossip Girl" ist ja wesentlich jünger. Also können wir beim Styling mehr wagen und experimentieren. Die Arbeit mit Sarah Jessica Parker hat natürlich auch viel Spaß gemacht, aber die anderen "Sex and the City"-Girls kleiden sich eher klassisch. Außerdem sind die männlichen Darsteller von "Gossip Girl" eine zusätzliche Herausforderung für mich.

Wie läuft das Styling am Set? Haben Sie vor Drehbeginn schon eine feste Vorstellung, welcher Look zu den Darstellern passt, oder entwickelt sich so etwas mit der Zeit?
Natürlich versucht man vorab, den ­Charakter der Figuren kennenzulernen, um den jeweils passenden Stil für ihn zu finden. Bei einer TV-Serie ist es aber auch noch etwas anders als bei einer Filmproduktion. Schließlich verändern sich die Charaktere im Laufe der Serie und mit ihnen auch ihr Kleidungsstil. Das ist spannend und macht irre viel Spaß!

Was macht für Sie guten Stil aus?
Wichtig ist die Mischung. Man ist nicht automatisch gut gekleidet, wenn man sich von Kopf bis Fuß in ein einziges Label hüllt. Altes und Neues, günstig und preiswert, H&M mit Yves Saint Laurent oder Dior – das zeigt Persönlichkeit.

Wo kaufen Sie die Klamotten für Ihre Arbeit ein?
In New York, wo ich momentan lebe, stöbere ich gern stundenlang bei "What comes around goes around", einem edlen Secondhandshop mit viel Vintage-Mode. Wenn ich in L.A. bin, besuche ich die Flohmärkte der Stadt und versuche, das ein oder andere Schätzchen zu finden. Das Tweedjackett von Yves Saint Laurent, das ich heute trage, war so ein toller Fund und hat mich nur einen Dollar gekostet!

Seit Kurzem sind Sie Fashion Director bei yalook.com. Wie kam es zu dieser Zusammen­arbeit und was genau sind Ihre Aufgaben?
Das innovative Konzept dieses Onlineshops hat mich gleich überzeugt, genauso wie die Vielfalt der Produkte. Ich stelle die unterschiedlichen Looks für den Shop zusammen, betreue die Fotoproduktionen und gebe den Kundinnen Styling-Tipps.

Und die wären? Was sollte frau im nächsten Sommer in ihrem Kleiderschrank haben?
Pastellfarben werden ein großer Trend in der kommenden Saison! Architektonisch ­inspirierte Formen und klassische Schnitte definieren den neuen Minimalismus. In Sachen Accessoires gilt allerdings: je größer und auffälliger, desto besser! Die Investition in üppige Ketten wird sich in jedem Fall auszahlen.

Und was würden Sie als Modesünde bezeichnen?
Ein wilder Mustermix, bei dem nichts zusammenpasst. Wenn man verschiedene Dessins miteinander kombiniert, sollte unbedingt eine Farbfamilie beibehalten werden. Zu viel Schmuck auf einmal, also ein großer Ring und dazu noch ein auffälliges Armband, ist ebenfalls eine Modesünde.

Deutsche Schauspielerinnen haben nicht gerade den Ruf, modische Vorbilder zu sein. Was halten Sie vom Stil der Deutschen?
Ich finde deutsche Frauen wunderschön! In Sachen Mode sind sie aber eher konservativ, vor allem die ältere Genera­tion. Die jungen Frauen sind da zum Glück ganz anders, viel trendorientierter und auch mutiger. Durch meine Arbeit bei yalook.com habe ich hoffentlich bald die Möglichkeit, nach Deutschland zu reisen – und dann werde ich noch mal ganz genau hinschauen. (lächelt)

Welchem Star würden Sie gern mal beratend zur Seite stehen?
Ich möchte ja nicht schlecht über jemanden reden – aber Lindsay Lohan hätte in meinen Augen eine Beratung nötig! Gwyneth Paltrow dagegen bewundere ich sehr für ihren Stil – er ist so pur und elegant.

Sie standen früher selbst vor der Kamera, haben als Model gearbeitet …
Ja, nach der Uni arbeitete ich in einer exklusiven Boutique in Paris und wurde dort von dem Fotografen Steven Meisel angesprochen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich doch lieber im Hintergrund arbeiten will. Ich begann für Modemagazine zu arbeiten, bis ich dann beim Film landete.

Seit fast 16 Jahren leben Sie nun schon in New York. Auch in Zukunft? Oder können Sie sich vorstellen, noch einmal die Koffer zu packen?
New York ist mein Pflaster. Ich liebe diese Stadt! Hier bekomme ich die Inspira­tion für alle meine Looks. Alt werden möchte ich hier aber nicht. Irgendwann ist es sicher an der Zeit für einen Tapetenwechsel.

Nadine Najjar