Kick it like Lavinia Biagiotti

Die Kaschmir-Prinzessin im OK!-Interview

Sie ist die Thronfolgerin eines Mode-Imperiums. Trotzdem will die 31-Jährige Designerin mit OK! nicht über Design sprechen. Sondern über Männer und Fußball.

Sie wollte Medizin studieren. Aber dann kam alles ganz anders. Im ­Alter von gerade 18 Jahren trat ­Lavinia ­Biagiotti ins Familienunternehmen ein, um ihre Mutter Laura nach dem Tod des ­Vaters zu unterstützen. Heute ist die 31-Jährige eine der jüngsten Topmanagerinnen der Modewelt. Wir haben die Powerfrau in Rom getroffen, um mit ihr zu sprechen – weniger über Mode, sondern über – bitte festhalten – Fußball!

Frauen interessieren sich selten für Fußball, Sie aber schon …

Mein Vater war ein großer Fan. Als ich vier Jahre alt war, nahm er mich mit ins Stadion. Ich liebe diesen Sport, weil er voller Leidenschaft ist. Wenn ich dann mitfiebere und schreie, kann ich meinen Kopf frei machen und mal richtig abschalten.

Sie haben als einzige Frau im Team der italienischen „Nationalmannschaft der Modedesigner“ sogar selbst gespielt. Wie kam das?
Wissen Sie, dieser Sport hat mit Mode viel gemeinsam. Als Designer muss man sich auf die Präsentation einer Kollektion genauso gut vorbereiten wie ein Fußballspieler auf die Weltmeisterschaft. Zweitens ist auch Mode Teamarbeit. Klar, es gibt auch Ausnahmespieler wie zum Beispiel Cristiano Ronaldo. Aber wenn man gewinnt, dann mit der gesamten Mannschaft. Ich war sehr froh, als man mich fragte, ob ich für das Team der Modedesigner spielen möchte. So habe ich eine freundschaftliche ­Beziehung zu meinen Kollegen bekommen. Man sieht sich dann plötzlich nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Mitglieder einer ­Gemeinschaft.

Wie haben all Ihre männlichen Mitspieler auf Sie reagiert?

Michael Schumacher, der für das Team der Formel-1-Fahrer kickte, war anfangs nicht sehr begeistert, gegen eine Frau zu spielen. Ich bin ja auch nicht so gut wie die Jungs, wobei ich fast alles über diesen Sport weiß. Aber dann war er sehr nett zu mir. Mir macht es Spaß mit Männern zu spielen, denn bei Frauen wird immer gleich ein Konkurrenzkampf daraus.

Spielen Sie denn auch privat?
Nicht wirklich, aber ich treibe viel Sport, gehe oft joggen. Seit ein paar Jahren nehme ich außerdem Tanzunterricht, dreimal die Woche zwei Stunden. Das kann ich wirklich jeder Frau empfehlen, es stärkt das Körperbewusstsein und ist gut für die Haltung. Und man fühlt sich dabei richtig feminin und sexy.

Mit „Mistero di Roma Uomo“ bringen Sie jetzt Ihren zweiten Herrenduft auf den Markt. Haben Sie dabei auch an einen Sportler gedacht?
Nein. (lacht) Der Duft soll an meine Heimatstadt Rom erinnern. Mit der Komposition aus Zitrusfrüchten, Moschus und Amber kann jeder Mann seine Persönlichkeit unterstreichen – nicht nur Sportler.
 
Können Sie neben so viel Arbeit und Sport eigentlich auch mal richtig abschalten?
Ja, das habe ich mit der Zeit gelernt. Früher habe ich sogar meine Freizeit durchgeplant. Aber heute genieße ich es, einfach mal in den Tag hineinzuleben und nicht ständig auf die Uhr gucken zu müssen. Dann schalte ich das Handy und den Computer aus, gehe auf Flohmärkte, lese, koche für meinen Freund oder gehe mit meinem Hund spazieren.
 
Gibt es etwas Verrücktes, das Sie gern mal ausprobieren würden?
Vielleicht ist es schon verrückt genug, Fußball zu spielen. Aber wenn ich so darüber nachdenke – da gäbe es einiges: Ich würde sehr gern mal an einem richtigen Tanzwettbewerb teilnehmen und den New-York-City-Marathon laufen.

Stephanie Neubert