"Glory" siegt bei Oscars: Rührender Auftritt von John Legend und Common

David Oyelowo und Chris Pine in Tränen aufgelöst

Den Triumph feierte Legend mit seiner Ehefrau Chrissy Teigen und dem Award im Bett. Teigen und Legend sind seit sieben Jahren ein Paar, im vergangenem Jahr heirateten sie.

Es war der magischste Moment der gestrigen Oscar-Verleihung: John Legend und der Rapper Common performten auf der beeindruckenden Bühne ihren Oscar-Siegersong "Glory", den Titeltrack des ebenfalls für "Best Picture" nominierten Films "Selma", in dem ein Zeitabschnitt der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung thematisiert wird. Der gefühlvolle Auftritt rührte das Publikum; Hauptdarsteller David Oyelowo (spielt Martin Luther King jr.) wurde von Oprah Winfrey in den Arm genommen, Chris Pine konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

Rassismusvorwürfe gegen Academy

Vor den diesjährigen Oscars sah sich die Academy Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, da sich unter den nominierten Schauspielern ausschließlich "weiße" Schauspieler befanden. Vergessen schien, dass im vergangenen Jahr die Kenianerin Lupita N'Yongo für ihre Darstellung in "12 Years a Slave" ausgezeichnet wurde und das Sklaverei-Drama zum besten Film gewählt wurde, vergessenen schienen Oscar-Nominierte und Oscar-Gewinner wie Sidney Poitier, Billie Holiday, Will Smith, Jamie Foxx oder Jennifer Hudson.

"Selma ist jetzt"

Seit Monaten gibt es in Ferguson, Missouri Unruhen, nachdem im vergangenem Jahr ein schwarzer Teenager von einem weißen Polizisten erschossen wurde; tausende Menschen gingen auf die Straße und protestieren, als man den Schützen freisprach. Ferguson wird auch in "Glory" erwähnt. In seiner Dankesrede umschrieb John Legend die aktuellen Geschehnisse und brachte sie mit der Bürgerrechtsbewegung in Verbindung:

Selma ist jetzt, denn der Kampf um Gerechtigkeit findet gegenwärtig statt.

Ein emotionsreicher Kampf, der in der gefühlvollen Performance von John Legend und Common so ausdrucksvoll vorgetragen wurde, dass es vom Publikum Standing Ovations gab.

David Oyelowo, der für seine Darstellung von Martin Luther King jr. keine Oscar-Nominierung bekam, fand sich in Oprah Winfreys Armen wieder, Chris Pine rollten Tränen das Gesicht herunter. 

Darum geht es im Historiendrama "Selma"

Das formal bestehende Wahlrecht für Afroamerikaner in den USA wird in der Realität des rassistischen Südens ad absurdum geführt. Schwarze sind Bürger zweiter Klasse und täglich Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Die Stadt Selma, Alabama, ist einer der Orte, in denen sich der Widerstand formt. Dr. Martin Luther King (David Oyelowo), jüngst mit dem Friedensnobelpreis geehrt, schließt sich den lokalen Aktivisten an und zieht damit nicht nur den Unwillen der örtlichen Polizei und des Gouverneurs von Alabama auf sich. Auch Kings Verhältnis zu Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) gerät unter Spannung. Zudem droht die Ehe zwischen King und seiner Frau Coretta (Carmen Ejogo) unter dem Druck und der ständigen Bedrohung zu zerbrechen. Der Kampf um Gleichberechtigung und Gerechtigkeit schlägt Wellen, die bald das ganze Land in Aufruhr versetzen.

Die Oscar-Performance könnt ihr euch hier noch einmal angucken: