Jennifer Rostock reagiert nach Messer-Attacke auf rassistische Kommentare

User posten ausländerfeindliche Beiträge auf ihrer Facebook-Seite

Jennifer Weist reagiert auf rassistische Kommentare auf ihrer Facebook-Seite. Jennifer-Rostock-Frontfrau Jennifer Weis Ihr Freund wurde mit einem Messer attackiert. Die Band Jennifer Rostock

Nachdem ein Freund von Jennifer-Rostock-Frontfrau Jennifer Weist, 28, am Wochenende in Berlin mit einem Messer attackiert wurde, postete die 28-Jährige das Bild der Halsverletzung auf Facebook - und wollte damit eigentlich vor den Tätern warnen. Doch daraus entwickelte sich ein rassistischer Shitstorm, mit dem wohl auch die Sängerin nicht gerechnet hätte.

Jennifer Weist war am Samstagabend, 15. August, nach einem Konzert mit einem Freund auf dem Weg nach Hause, als dieser von zwei Jungen attackiert wurde. Anschließend kamen drei andere Männer dazu und verletzten ihn mit einem Messer am Hals.

Auch wenn die Sängerin keine Angaben zur Nationalität oder dem Aussehen der Täter machte, hagelte es anschließend etliche rassistische Kommentare auf ihr Posting:

"Alles Kröppzeug bei uns reinlassen"

So schreibt ein User: „Das haben wir davon, das wir alles Kröppzeug bei uns reinlassen. Beschissene Öffnung nach Osteuropa.“

"So sieht Deutschlands Zukunft aus"

Eine andere Userin kommentiert: „Irgendwann könnt ihr euch alle in der Wohnung einschließen und froh sein, wenn sie nicht zu euch kommen (so sieht Deutschlands Zukunft aus) !! Wird Zeit zur Gegenwehr“

Dazu postet sie einen Faust-Emoji und erntet für ihre Äußerung knapp 4.000 Likes.

"Beschissene rassistische Kackkommentare"

Weist reagiert geschockt auf diese Kommentare und bezieht deutlich Stellung:

Ich versteh' einfach nicht, was hier los ist?! Eure ganzen beschissenen rassistischen Kackkommentare könnt ihr euch echt schenken! Ihr wisst alle ganz genau, dass ihr da auf meinem Profil an der falschen Adresse seid! Es geht hier um die Aufklärung eines Verbrechens. Ich möchte Leute vor dieser "Bande" warnen und dazu anhalten dort in der Gegend vorsichtig zu sein. Kein Grund hier wieder nur über die "Scheiß Ausländer" zu wettern. Mein Freund mit der Schnittverletzung ist selber auch einer!!!

In einem weiteren Posting macht Jennifer ihrer Wut Platz, dass sie für jede Äußerung auf ihrer Facebook-Seite kritisiert wird. Ob es um ein „Ich-lieg-Sonntag-im-Bett-rum-Foto" oder ihren vegetarischen Aufschnitt geht - immer wieder erntet sie unzählige Anfeindungen.

So auch bei dem Foto ihres attackierten Freundes: „Ich poste was mir und meinem Freund Schlimmes widerfahren ist und will andere Leute davor beschützen, dass ihnen das selbe passiert --> ein brauner Haufen Scheiße verteilt sich über alle Kommentare, irgendwelche rassistischen Seiten verteilen ihr Gedankengut mit Hilfe meines Posts und von "der Antifa" muss ich mich als "Pegida-Jenny" beschimpfen lassen.“