Cannabis verdampfen – was steckt hinter dem Trend?

So funktioniert ein Vaporizer

Kiffen war gestern. Heute greifen immer mehr Menschen zu CBD, das als Wundermittel gegen etliche Krankheiten angepriesen wird. Im Vaporizer haben sie das ideale Gerät für ihren CBD-Konsum gefunden. Geht es dabei nur um die gesellschaftliche Akzeptanz von Cannabis oder steckt tatsächlich mehr dahinter?

Was ist ein Vaporizer?

Der Vaporizer, auch Verdampfer oder Vaporisator genannt, dient dem Inhalieren von pflanzlichen Inhaltsstoffen. Nicht zu verwechseln mit der E-Zigarette, die hauptsächlich als Zigarettenersatz Verwendung findet und außerdem nur mit E-Liquids funktioniert. Vaporisatoren hingegen verdampfen darüber hinaus Heilkräuter, Öl und Wachs.

Tatsächlich handelt es sich um keine Erfindung der Moderne. Bereits die alten Ägypter verwendeten dieses Prinzip. Sie erhitzten Steine im Feuer und legten dann Kräuter und Gewürze darauf, die so wohlriechende ätherische Öle freisetzten.


Pixabay/Zac Gnadinger

Arten von Verdampfern

Die Funktionsweise verhindert zudem das Inhalieren von Schadstoffen. Denn die Vaporizer Temperatur ist gerade so hoch, dass sie nur die Wirkstoffe verdampfen. Dabei erwärmen Konvektionsvaporizer die Heilkräuter mittels heißer Luft, Konduktionsvaporizer durch direkten Kontakt mit der erhitzten Oberfläche. Da die Konvektionstechnologie komplizierter ist, sind diese teurer und verbrauchen mehr Energie. Dafür produzieren sie dichteren sowie geschmacksintensiveren Dampf.

Besonders beliebt sind tragbare Geräte. Sie passen in jede Hosentasche und lassen sich somit bequem überallhin mitnehmen. Um einiges größer sind die sogenannten Tisch- oder Desktop-Vaporizer. Sie ähneln einer Wasserpfeife. Ihre Nutzung ist etwas komplexer, ihr Dampf ist allerdings ebenfalls geschmackvoller und dichter.

Wieso Cannabis verdampfen?

Klar, einige Konsumenten suchen schlicht nach einem gesünderen Weg, den leicht psychedelischen Zustand zu erreichen. Denn obwohl beim Kiffen geringere Mengen an Toxinen inhaliert werden als beim Rauchen von Zigaretten, setzt das Verbrennen dennoch Schadstoffe frei. Cannabis-Verdampfer sind weitaus weniger gesundheitsschädlich. Allerdings gehören Gras und Hasch in Deutschland nach wie vor zu den illegalen Substanzen.

Anders sieht es beim CBD aus. In Form von Ölen, Kapseln oder Lotionen ist es in Drogerien, Apotheken, Reformhäusern, im Internet sowie natürlich in Verdampfer-Shops legal erhältlich. Das liegt daran, dass der THC-Gehalt dieser Produkte so niedrig ist, dass sie keine berauschende Wirkung mehr aufweisen.

Was ist CBD?

CBD steht für Cannabidiol, eines der Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze. Es gehört zu den sogenannten Cannabinoiden. Diese Stoffe wurden erst in den Siebzigerjahren entdeckt, weshalb das CBD erst relativ spät Einzug in die medizinische Forschung hielt.

In diesem Zusammenhang stießen Wissenschaftler auf unser körpereigenes Endocannabinoid-System, das auf die im Hanf enthaltenen Cannabinoide reagiert. Vor allem aber beeinflusst es unser Wohlergehen, da es verschiedene Prozesse in unserem Körper reguliert. Das macht Cannabis natürlich besonders interessant für den therapeutischen Einsatz.


Pexels/Laryssa Suaid

Bei welchen Krankheiten hilft CBD?

Bisher gibt es erst wenige wissenschaftliche Daten zum Thema. Diese zeigen die gesundheitsfördernde Wirkung von CBD jedoch deutlich auf. So lindert es Schmerzen, stimuliert den Appetit, verringert Angstgefühle und hellt ganz allgemein die Stimmung auf, hemmt Entzündungen, entkrampft und schützt unser Erbgut vor negativen Einflüssen. Als Salbe angewendet, beruhigt es die Haut und soll sogar Hautalterung vorbeugen.

Wird der Vaporizer übrigens nachweislich zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. In Deutschland sind außerdem bereits zwei cannabishaltige Medikamente erhältlich. Sativex, für Patienten mit Multipler Sklerose oder Epilepsie, sowie Canemes, das Übelkeit und Appetitlosigkeit während einer Chemotherapie vorbeugt. Außerdem hilft CBD bei folgenden Beschwerden:

  • Chronische Schmerzen
  • Nervenkrankheiten
  • Arthritis
  • Neurodermitis
  • Akne
  • Depression
  • Angst
  • Schlafprobleme

Vor- und Nachteile von CBD-Verdampfern

CBD ist vor allem in Form von Öl oder als Kapseln bekannt, die oral eingenommen werden. Das Vaporisieren ist jedoch effektiver. Die Wirkung tritt schneller und bereits mit geringeren Mengen ein, da beim Inhalieren mehr Cannabinoide ins Blut gelangen. Das erleichtert es vor allem Anfängern, die richtige Dosierung zu finden. Auch Schmerzpatienten wissen die rasche Linderung zu schätzen. Die einzigen Nachteile sind, dass Nutzer den Vaporizer reinigen, sowie ihn regelmäßig aufladen müssen.

Beim Verdampfen von Cannabis und vor allem CBD geht es also ganz klar um viel mehr als bloß darum, sich zu benebeln. Es ist zwar kein Allheilmittel, hat aber einen nachgewiesenen Gesundheitsnutzen. Das macht die Cannabispflanze höchst wertvoll für die Verwendung zu medizinischen Zwecken.