Ein neuer Trend: Die flexible Rente wird für junge Leute immer interessanter

3 Optionen der Flexirente

Wer noch mitten im Berufsleben steht, denkt meist noch nicht darüber nach, wie es im Rentenalter aussehen wird. Allerdings ist das Thema bereits für junge Bürgerinnen und Bürger äußerst wichtig, da bereits jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen. Die sogenannte Flexirente stellt insbesondere für junge Leute eine attraktive Form der Rente dar. Was man unter einer Flexirente versteht und welche Vorteile sie bietet, erklärt dieser Artikel.

Die 3 Optionen der Flexirente

Das Rentenmodell, das es erst seit dem Jahr 2017 gibt, bietet drei unterschiedliche Möglichkeiten, den Übergang ins Rentenalter zu gestalten: Sonderzahlungen, Hinzuverdienst bei der Frührente und Rentenzuschläge. Wofür man sich letztendlich entscheidet, ist die eigene Entscheidung.

Ausgleich von Rentenabschlägen: Diese Option ermöglicht es Arbeitnehmern, Sonderzahlungen ab dem 50. Lebensjahr vorzunehmen. Dadurch vermeidet man Abschläge bei der Frührente. Die spezielle Rentenauskunft informiert den Versicherten, in welcher Höhe die Sonderzahlungen ausfallen müssen, damit Rentenabschläge ausgeglichen werden.

Arbeiten neben der Regelaltersgrenze: Das Motto dieser Option lautet: „Früher in Rente gehen und weiterarbeiten“. Wie sieht das in der Praxis aus? Wer vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand geht, kann weiterarbeiten, um seine Altersbezüge aufzubessern. Dabei ist jährlich ein Verdienst bis zu 6.300€ möglich, bis die Regelaltersgrenze erreicht ist.

Arbeiten über die Regelsaltersgrenze hinaus: Wer sich dazu entschließt, später in den Ruhestand zu gehen, erhält Zuschläge für das Weiterarbeiten. Im Monat entspricht das einem Bonus in Höhe von bis zu 0,5 Prozent der Rente. Rechnet man dies auf ein Jahr hoch, erhält der Versicherte durch das Weiterarbeiten einen Zuschlag in Höhe von 6 Prozent.

Warum ist eine Flexirente sinnvoll?

Betrachtet man den demographischen Wandel unserer Gesellschaft, so stellt man schnell fest, dass sie viel schneller altert als vor ein paar Jahren. Das war auch der Hauptgrund dafür, warum die Flexirente ins Leben gerufen wurde. Wer sich für das flexible Rentenmodell entscheidet, tut das in erster Linie für sich selbst. Doch auch Arbeitgeber profitieren davon: Während Beschäftigte über die gesetzliche Altersgrenze hinaus arbeiten, um ihre Rente aufzubessern, zieht der Arbeitgeber aus der langjährigen Erfahrung des Mitarbeiters einen Vorteil.

Da die Arbeitsstunden bei der Flexirente schrittweise reduziert werden, bis man in den endgültigen Ruhestand einkehrt, stellt sie auch eine Erleichterung des Übergangs vom Berufsleben ins Rentnerdasein dar. Viele tun sich nämlich damit schwer, von heute auf morgen nicht mehr zur Arbeit zu gehen. Wer sich nicht davor bereits ein zeitintensives Hobby zugelegt hat, wird Schwierigkeiten mit der Umgewöhnung an den neuen Alltag bekommen.

Außerdem bietet das flexible Rentenmodell einige steuerliche Vorteile. Wer früher in den Ruhestand geht, verlegt seinen Renteneintritt nach vorne. Da für die Rentenbesteuerung das Jahr des Eintritts in den Ruhestand eine Rolle spielt, können Versicherte daher Steuern sparen. Je später man sich in den Ruhestand begibt, desto höher ist der Anteil, der versteuert werden muss. Mit der Flexirente kann man dies geschickt umgehen.

Wer die Flexirente als Rentenmodell wählt, kann Steuern sparen. – ©stevepb via pixabay.com

Für wen eignet sich eine Flexirente?

Ein gleitender Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand und ein Nebenverdienst als Mittel gegen Langeweile oder zur Aufbesserung der Rente sind aussagekräftige Argumente. Doch ist das flexible Rentenmodell für jeden geeignet?

Wer eine niedrige bis durchschnittliche Altersvollrente bezieht, profitiert in jedem Fall von der Flexirente. Bei einer höheren Altersvollrente könnte sich das mit dem Hinzuverdienst allerdings etwas schwieriger gestalten. Man muss dabei aufpassen, dass die Teilrente durch einen zu hohen Hinzuverdienst nicht geringer ausfällt als ohne Hinzuverdienst. Dies ist jedoch immer im individuellen Fall abzuwägen.

Wer während des Ruhestands noch arbeiten möchte, kann sich allerdings darüber freuen, dass es keine Monatsgrenze mehr gibt, sondern eine Jahresgrenze. Bis zum Jahr 2017 wurde es so gehandhabt, dass Versicherte monatlich nicht mehr als 450€ dazuverdienen durften. Alles darüber wurde mit 40 Prozent besteuert. Die Jahresgrenze von 6300€ - welche im Übrigen 14 Monatsgehältern von 450 € entspricht- stellt daher eine erhebliche Erleichterung dar.

Fazit

Ob die Flexirente für den persönlichen Ruhestand geeignet ist oder nicht, muss jeder selbst abwägen. Allerdings bietet sie viele attraktive Vorteile und ist so flexibel gestaltet, dass jeder Arbeitnehmer seinen Übergang in den Ruhestand selbst bestimmen kann.

Für welche Option man sich demnach entscheidet, liegt beim Versicherten selbst. Fühlt man sich im Alter noch fit genug, kann man über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus noch berufstätig sein. Möchte man Rentenabschläge vermeiden, bietet die Flexirente auch hierfür die passende Lösung.

 

Quelle: Finanzen.de