Bluthochdruck: Die Erkrankung im Überblick

Ursachen und weitere Eckpunkte

Viele Menschen fühlen sich mit Bluthochdruck gut: Sie erkennen die Erkrankung meist nicht sofort, da sie nichts von der schleichenden Gesundheitsgefahr in ihren Adern spüren. Regelmäßige Check-ups beim Arzt können für Klarheit sorgen. Bedeutung, Ursachen und weitere Eckpunkte zu Bluthochdruck erklären wir dir hier.

Was ist Bluthochdruck und warum ist er so gefährlich?

Bluthochdruck (medizinisch: Hypertonie) ist eine ernsthafte Erkrankung des Gefäßsystems. Er fällt meist nicht so schnell auf wie niedriger Blutdruck, welcher sehr belastend sein kann: Betroffene haben oft Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme nach schnellem Aufstehen.

Mit etwas erhöhtem Druck in den Adern geht es vielen Leuten eher besser und sie nehmen ihn nicht direkt wahr, beispielsweise treten selten kalte Hände oder Füße auf. Anzeichen wie innere Unruhe oder Schlafprobleme deuten womöglich auf zu hohen Blutdruck hin, Betroffene bringen sie aber oft nicht in den Zusammenhang.i Unbemerkt kann ein dauerhafter Bluthochdruck allerdings zu schweren Erkrankungen führen, wie Herzproblemen und Schlaganfällen oder auch zu Seh- und Hörproblemen.ii

Das Tückische am Bluthochdruck ist: Die meisten Menschen erkennen viel zu spät, dass sie daran erkrankt sind. Das trifft sogar auf vier von fünf Betroffene zu!iii Dabei beruht fast die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Hypertonie ist daran als eine der wichtigsten Risikofaktoren beteiligt.iv Rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich das Entstehen von Folgeerkrankungen hinauszögern oder sogar ganz verhindern.v

Welche Ursachen stecken hinter Bluthochdruck?

Zu den Risikofaktoren für erhöhten Blutdruck gehören: Übergewicht, zu wenig Bewegung, Rauchen und Alkohol, ungesunde Ernährung (Fastfood, zu viel Salz) sowie anhaltender Stress ohne genügend Entspannung zum Ausgleich. Auch im Alter kommt Hypertonie häufiger vor und bei manchen Frauen steigt der Blutdruck nach den Wechseljahren an.

Nur bei wenigen Betroffenen gibt es erkennbare organische Ursachen für einen ständigen Bluthochdruck.vi Ärzte sprechen in dem Fall von essenzieller oder auch primärer (arterieller) Hypertonie.vii Bluthochdruck kann aber auch familiär gehäuft auftreten oder entsteht infolge einer anderen Krankheit, unter anderem durch Typ-2-Diabetes, Nierenprobleme oder Störungen im Hormonhaushalt. Dann heißt die Diagnose „sekundäre Hypertonie“. Durch die Therapie der Grunderkrankung sinken die Pumpwerte des Herzens oft wieder in den Normalbereich.viii

Blutdruck-Messungen

Die Maßeinheit für die Blutdruckmessung lautet Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Das stammt noch aus vergangenen Zeiten, als die Messung mithilfe einer anderen Technik (Quecksilbersäule) erfolgte. Heute gibt es moderne Blutdruckmessgeräte, die auch zu Hause oder unterwegs brauchbare Ergebnisse liefern – gemessen wird entweder am Oberarm oder am Handgelenk.

Bluthochdruck: Welche Werte sind noch normal?

Es gilt: Niedriger ist besser. Normal sind Werte von 120 zu 80 Millimeter Quecksilbersäule. Der höhere Wert heißt Systole, der kleinere Diastole.

Wenn deine Kontrolle häufiger einen systolischen Wert über 140 oder eine Diastole über 90 anzeigt, dann nimm das nicht auf die leichte Schulter, sondern frage deinen Arzt um Rat.ix Liegt ein Bluthochdruck vor, kann er ihn behandeln. Es gibt viele geeignete Medikamente, die das Herz und die Blutbahnen vom zu hohen Druck entlasten. In den USA haben Experten vor ein paar Jahren sogar noch strengere Normalbereiche vorgeschlagen: Dort gelten Messungen von 130 zu 80 bereits als zu hoch.x

Wenn du es genau wissen willst, dann lass deine Werte in einer Arztpraxis prüfen. Falls nötig, legt dir dort das Fachpersonal ein 24-Stunden-Messgerät an, um zu kontrollieren, wie sich deine Daten im Laufe eines Tages verändern und ob sich Blutdruckspitzen zeigen. Bluthochdruck lässt sich dadurch erkennen.

Gut zu wissen: Schwankungen sind normal

Hast du schon mal vom „Weißkittel-Hochdruck“ gehört? Manche Menschen sind so aufgeregt oder nervös beim Arztbesuch, dass ihr Blutdruck allein dadurch zu hoch ist.

Eine einzige Messung sagt also nicht unbedingt etwas aus. Wenn du wissen willst, ob deine Werte normal sind, dann miss sie mindestens dreimal an zwei unterschiedlichen Tagen.xi Denn: Auch bei ganz gesunden Personen schwankt der Druck in den Gefäßen und reagiert auf körperliche oder seelische Belastungen. Und zum Beispiel beim Sport darf das Herz gerne – vorübergehend – etwas stärker pumpen!

Bluthochdruck vermeiden: So geht’s!

Etwas für die eigene Gesundheit tun – das ist immer eine gute Idee. Diese einfachen Tipps helfen dir, damit deine Blutgefäße elastisch bleiben:

  • Geh regelmäßig zum Check-up beim Arzt.

  • Falls du Medikamente brauchst, nimm sie genau nach Verordnung ein.

  • Ernähre dich so abwechslungsreich wie möglich und verzichte auf Fastfood.

  • Genieße Genussmittel wie Alkohol nur in Maßen.

  • Bewege dich täglich oder treibe Sport.

  • Sorge jeden Tag für ausreichend Pausen, Entspannung und erholsamen Schlaf.

  • Pflege deine sozialen Kontakte und hab Spaß am Leben.

Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich Bluthochdruck oft schon gut behandeln.

 

i Techniker Krankenkasse: Bluthochdruck - Alarmglocken läuten nur leise. (17.06.2021).

ii Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Bluthochdruck: Untersuchungen & Diagnose. (10.06.2021).

iii Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Was ist Bluthochdruck? (10.06.2021).

iv ebd.

v Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®/Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention: Bluthochdruck. (10.06.2021).

vi ebd.

vii ebd.

viii ebd.

ix Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Bluthochdruck: Untersuchungen & Diagnose. (10.06.2021).

x Springer Medizin Verlag GmbH, Berlin: Neue US-Hypertonie-Leitlinie. Hoher Blutdruck fängt jetzt bei 130 an! (10.06.2021).

xi Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®/Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention: Bluthochdruck. (10.06.2021).