Natürliche Schmerzmittel: Die 11 effektivsten Heilpflanzen

Von Arnika bis Zinnkraut

Bei Bauchkrämpfen, Kopfweh und Verspannungen greifen wir schnell zur Tablette. Dabei sollten wir lieber erstmal auf die sanfte, aber effektive Kraft der Natur vertrauen. Gegen fast alle Beschwerden ist nämlich ein Kraut oder eine Wurzel gewachsen. Wir verraten dir die elf besten grünen Schmerzmittel.

Arnika

Die Bergblume ist der Klassiker, wenn Muskeln und Gelenke überfordert sind. Ihre Wirkstoffe, vor allem Helenalin, lindern die Beschwerden. Entweder Salbe auftragen oder Wickel zubereiten. Dazu zwei Teelöffel Blüten mit einer Tasse Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. Tuch tränken und auflegen.

Beinwell

Sein Name ist Programm: Bei Verstauchungen und Prellungen sorgen Beinwell-Wirkstoffe wie Allantoin dafür, dass alles wieder gut wird. Verbände stoppen Schmerzen sowie Schwellungen: Die Salbe oder Essenz auftragen, Verband umlegen und über Nacht einwirken lassen.

Kurkuma

Wie gut die Natur bei Gelenk-, Darm- und Hautentzündungen wirkt, zeigt sich im Fall von Kurkuma. Präparate mit dem Wirkstoff Curcumin schneiden in Studien ebenso gut, teilweise sogar besser ab als synthetische Schmerzmittel. Bei Hauterkrankungen wie Psoriasis wirken sie sogar ähnlich wie Kortison und bremsen den Entzündungskreislauf. Ideal ist die Kombi mit Weihrauch (Boswellia), der ebenfalls entzündungshemmend wirkt.

 

 

Kamille

Drückt und krampft es im Magen, beruhigt Kamillentee die gestressten Magenschleimhäute und wirkt am besten als Rollkur: Eine große Tasse Kamillentee auf leeren Magen trinken, sich jeweils fünf Minuten auf Rücken, Seiten und Bauch legen.

Tipp: Tee ist nicht gleich Tee!

1. Auf Qualität setzen

Ob ein Heiltee seinen Auftrag erfüllt, liegt vor allem an der Kräuterqualität. Man unterscheidet zwischen einfachen Kräutertees, die jeder Supermarkt anbietet, und Arzneitees. Letztere sind zugelassene Medizinprodukte. Die Kräuter dafür werden biologisch angebaut, sind pestizidfrei und der Wirkstoffgehalt stimmt. Beispiel: Arzneitees müssen 1,2 Prozent Minzöl enthalten, Kräutertees nur 0,6 Prozent.

Im Beutel oder lose?

Beutel sind besser als ihr Ruf, wenn sie dicht verschlossen sind und einen Barriereschutz haben. Er sichert die Wirkstoffe. Die heilkräftigen Substanzen des Tees können jedoch am besten gelöst werden, wenn sie während der Ziehzeit frei im Teewasser schwimmen. Es gibt Kannen mit extragroßem Siebeinsatz. Oder aber man filtert den Aufguss ab. Bei größeren Blättern oder Zweigen lässt sich der Tee oft auch ohne Filter gut abgießen.

Abdecken

Damit die wertvollen aromatischen Wirkstoffe nicht an die Umgebung verdampfen, sollten insbesondere Heiltees niemals offen ziehen. Setze stets einen Deckel auf Kanne oder Tasse.

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Lindenblüten

Erkältung im Anflug? Kurz vorm Zubettgehen eine große Tasse Lindenblütentee trinken, ab in die Federn und Erkältung ausschwitzen. Die Blüten wirken schweißtreibend, fiebersenkend, entzündungshemmend und bremsen die Erkältung aus.

Minze

Frisch und angenehm kühl – so fühlt sich ätherisches Pfefferminzöl an, wenn wir es uns auf die Schläfen, die Stirn und in den Nacken massieren. Und genau dieser wunderbar kühlende Effekt ist es, der den hämmernden Schmerz lindert und den Kopf schnell wieder klar macht: Indem er das Schmerzsignal überdeckt, trickst er die Nerven gewissermaßen aus.

Nelken

Dieses Pochen ist wirklich richtig schlimm. In der Küche finden wir das richtige SOS-Mittel: Gewürznelken. Ihre ätherischen Öle betäuben augenblicklich die schmerzende Stelle. Eine Nelke langsam kauen und dann mit dem Speichel den Zahn umspülen.

Rosmarin

Der Nacken ist steinhart, im Rücken zwickt es ... da hilft eine Massage mit Rosmarinöl. Es regt die Durchblutung an und löst die Verspannungen. Das ätherische Öl nie pur auftragen, sondern mit Jojobaöl mischen – sechs Tropfen auf 50 Milliliter.

Schafgarbe

Krämpfe im Bauch können den ganzen Tag vermiesen. Oma hätte dann eine Wärmflasche empfohlen oder einen Tee aus Schafgarbe. Er wirkt krampflösend und entzündungshemmend. Zwei Teelöffel getrocknete Schafgarbe mit 250 Millilitern Wasser überbrühen, nach 10 Minuten abfiltern.

Weidenrinde

In der Rinde steckt Salicin, das im Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird. Daraus entwickelte man die Grundsubstanz für Acetylsalicylsäure (ASS). Als Tee hilft es bei leichten Kopf-, Zahn-, Muskel- und Gelenkschmerzen: Einen Teelöffel getrocknete Rinde mit einer Tasse Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen.

Zinnkraut

Seine harntreibenden Flavonoide und die heilende Kieselsäure helfen zum Beispiel bei Blaseninfekten und rheumatischen Erkrankungen wie Gicht. Tee aus zwei Teelöffeln Kraut und 250 Millilitern Wasser 30 Minuten ziehen lassen.

 

Richtig dosieren - auch bei Natur-Arzneien:

Viel hilft nicht viel - das gilt auch für Phytomittel, also pflanzliche Arzneien. Sie sind sanft im Sinne einer natürlichen Wirkung, haben es aber auch in sich: Anders als synthetische Schmerzmedikamente liefern sie immer eine Vielzahl an Inhaltsstoffen. Das macht sie vielseitig, erhöht aber auch das Risiko von Neben- und Wechselwirkungen. So kann Arnika zu Hautreizungen oder Kamille in hohen Dosen zu Übelkeit und Erbrechen führen. Wichtig: Immer die empfohlene Dosierung einhalten, Arzneitees maximal vier Wochen einsetzen, nicht mehr als drei bis vier Tassen täglich trinken.