So bekämpfen wir Winterdepressionen erfolgreich!

Hunger, müde, Pipi, kalt – Winterdepressionen sind gar nicht so selten

Mit der Dunkelheit kommt die Schwermut. Doch das muss nicht sein. Wir zeigen euch Wege aus dem Seelen-Tief. Der Alltag fühlt sich erdrückend an, der Körper ist schlapp und Sorgen und Ängste nehmen zu? Wenn es dunkel, kalt und ungemütlich wird, kann sich auch die Stimmung merklich trüben. Auch ein ausgeprägter Heißhunger auf Kohlenhydrate ist symptomatisch für eine Winterdepression und wir würden uns am liebsten in einem Winterschlaf verziehen. Wir können also eigentlich nix dafür, wenn wir gerade dicker werden?! Vielleicht, aber wir können was dagegen tun und wir verraten euch wie!

Diese Winterdepression wird auch Saisonal-affektive Störung, oder SAD (Seasonal Affective Disorder) genannt.

OK! Magazin und Deutschlands erstes Online Selbsthilfe-Portal Selfapy haben für euch Tipps, um sich aus dem Tief herauszubewegen und langfristig gegen depressive Stimmungen zu wappnen.

Winterdepression wird auch Lichtmangeldepression genannt

Die SAD tritt überwiegend zur dunklen Jahreszeit auf und so verwundert es nicht, dass diese in nördlichen Ländern besonders verbreitet ist. In Alaska leidet zum Beispiel jeder Dritte an einer Saisonal-affektiven Störung. Im Gegensatz zur saisonal unabhängigen Depression, treten hier auch atypische Symptome auf. Dazu zählen unter anderem ein gesteigertes Schlafbedürfnis, vermehrter Appetit und Gewichtszunahme.

Das Hormon, das uns glücklich macht, heißt Serotonin

Produziert unser Körper, aufgrund fehlender Sonnenstrahlen weniger Vitamin D, wird die Regulation des Botenstoffs ebenfalls negativ beeinflusst. Das Glückshormon wird stattdessen in Melatonin umgewandelt, das uns schläfrig macht. Eine Studie der Washington University School Of Medicine unterstützt diese These und zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und gedämpfter Stimmung.

Da eine Winterdepression sehr plötzlich auftreten kann, wissen Betroffene oftmals nicht, was die Ursache für ihre Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit ist. Diese Unsicherheit kann zusätzlich belasten und bedrücken:

Soforthilfe ist wichtig, um den Zustand der Ungewissheit zu überwinden und aktiv werden zu können. Meist ist keine Psychotherapie nötig, aber die seelische Verstimmung sollte ernst genommen werden.

erklärt Kati Bermbach, Gründerin von Selfapy. Dafür ist das Online-Programm von Selfapy prädestiniert – denn auf reguläre Therapieplätze warten an Depressionen leidende Menschen in Deutschland zwischen drei und sechs Monate.

Speziell für eine Winterdepression hat unser Gesundheitssystem kaum Lösungen parat. Und pauschale Medikamentierungen vom Hausarzt zeigen meist geringe Effekte.

so die Psychologin.

Wir leben in einem Zeitalter in dem man Tinnitus über eine App behandeln und ein Online Diabetes-Tagebuch führen kann. Im Vergleich zur konventionellen Psychotherapie schnitten Onlineprogramme teils sogar besser ab.

klärt Nora Blum, Co-Founderin von Selfapy, auf. Das Erfolgsrezept dieser Internet-Therapie basiert auf einer Mischform aus Onlinetherapie und psychologischen Gesprächen via E-Mail, Chat oder Telefon. Der persönliche Kontakt in Kombination mit individualisierten Reflektionstechniken ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.

In Ländern wie England, den Niederlanden, Schweden und auch Australien gehören onlinebasierte Selbsthilfeprogramme bei psychischen Erkrankungen schon zur Regelversorgung. Laut schwedischen Gesundheitsreports ziehen mindestens die Hälfte der Patienten, die in Stockholm eine Psychiatrie aufsuchen oder dorthin verwiesen werden, den internetbasierten Ansatz der konventionellen Therapie vor. Kati Bermbach prognostiziert:

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande Onlinehilfe einen festen Platz neben der konservativen Psychotherapie einnehmen wird. Durch das Programm werden Betroffene motiviert, ihren Alltag auch im Winter aktiv zu gestalten. Das Programm beinhaltet Übungen, die eine Wochenstruktur schaffen und dazu anhalten, sich wieder an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen. Unsere Psychologen motivieren die Nutzer und helfen Ihnen, sich aufzuraffen und der Niedergeschlagenheit die kalte Schulter zu zeigen.

Und genau das ist auch der Schlüssel um aus einer solchen Winterdepression rauszukommen, am besten schreibt man sich einen Wochenplan, überwindet seinen inneren Schweinehund auch im Winter aktiv zu bleiben und wenn man das alleine nicht schafft und das große schwarze Loch immer größer wird, dann ist professionelle Hilfe schon ratsam.

Laut Schätzungen leiden weltweit rund 350 Millionen Menschen an einer Depression. Auslöser hierfür können die Gene, Hormone oder Stress sein. Laut Robert Koch Institut werden affektive Störungen bis 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein, sodass der Kampf um Therapieplätze noch erbitterter wird. Eine Prognose, die alternative Lösungen auf den Plan ruft.