Kinderwunsch: Natürliche Maßnahmen oder gleich Kinderwunschzentrum?

Faustregeln und Mythen rundums Thema Kinderwunsch

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Viele Paare wünschen sich sehnlichst ein Kind, doch es klappt nicht mit dem Schwangerwerden. Was ist dran an Faustregeln und Mythen rundums Thema Kinderwunsch und welche anderen Maßnahmen können helfen.

Faustregeln und Mythen rundums Thema Kinderwunsch

Viele Paare versuchen vergebens, ein Kind zu bekommen. Ob es an der Dusche nach dem Sex oder an anderen Dingen liegt, soll dieser Beitrag zeigen. Üblicherweise scheinen Geld, Zeit und Karriere dafür verantwortlich gemacht, dass in Deutschland teilweise ganz bewusst auf Kinder verzichtet wird. Was jedoch lange Zeit missachtet wurde, ist die Tatsache, dass viele Paare auch ungewollt kinderlos sind. Laut Wunschkind e.V. sind 1,5 bis 2 Millionen Paare von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Welche Maßnahmen ganz natürlich dabei helfen, schwanger zu werden, und wie es um professionelle Unterstützung in sogenannten Kinderwunschzentren bestellt ist, verrät dieser Beitrag.

Faustregel: Nach einem Jahr sollten Paare schwanger werden

Es gibt zwar kein Gesetz, wohl aber Richtwerte, die besagen, dass Paare, die um die 30 Jahre alt sind etwa ein Jahr einkalkulieren sollten, um schwanger zu werden. Ältere Paare, die bereits über 35 oder 38 Jahre alt sind, sollten zwei Jahre bis zur Schwangerschaft einrechnen. Der Grund dafür liegt in der statisch betrachteten Abwärtskurve der Fruchtbarkeit der Frau, die ab 35 Jahren deutlich sinkt und ab 43 bzw. 45 Jahren fast auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Hilfreich beim Projekt „Wir werden schwanger“ ist in jedem Fall die Nutzung eines Eisprungkalenders. Dieser zeigt an, an welchen Tagen die Chance besonders hoch ist, schwanger zu werden. Die Online-Variante birgt insofern Vorteile, dass mit Blick auf die Zyklus-Dauer berechnet werden kann, wann Sex am „effektivsten“ sein könnte. Eine ähnliche Variante ist die Temperatur-Methode, die allerdings Messfehler durch Erkältungen oder Medikamenteneinfluss nicht nivellieren kann.
Ammenmärchen und echte Wahrheiten rund ums Thema Kinderwunsch

Spezielles Verhalten, um die Chance einer Schwangerschaft zu erhöhen, gibt es nicht.

Ein spezielles Verhalten beim Sex, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, gibt es nicht.
Um zunächst einmal aufzuklären, welche Mythen kursieren, und welchen Wahrheitsgehalt sie bergen, sollten Paare mit Kinderwunsch einen Blick auf diese Tabelle werfen. Hier zeigt sich, was wahr ist und was in die Rubrik Ammenmärchen gehört.

Das ist wissenschaftlich bestätigt:
    •    Rauchen minimiert die Chancen, schwanger zu werden.
    •    Die beste Zeit, um schwanger zu werden, ist in der Zeit des Eisprungs. Allerdings können Spermien drei bis fünf Tage überleben – es kann also auch dann zur Befruchtung kommen, wenn der Sex vor dem Eisprung liegt.
    •    Die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs wirkt sich deutlich auf die Spermien aus: Binnen 24 Stunden sind die Spermien wieder startklar, darunter sind sie meist langsamer.
    •    Unter- oder Übergewicht wirken sich negativ auf den Hormonspiegel der Frau aus. Beim Mann wirkt sich ein ungünstiger BMI ebenfalls auf die Spermienproduktion aus.
    •    Stress und Sorgen wirken sich negativ auf den Plan aus, schwanger zu werden. Wer sich möglichst wenig Druck macht, hat die größten Chancen auf ein Familienglück mit Baby

Der wissenschaftliche Nachweis fehlt:

    •    Nach dem Sex liegen zu bleiben, ist sicherlich nicht schädlich. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Schwangerschaft durch Nach-Sex-Ruhe sich schneller einstellt.
    •    Nach dem Sex zu duschen, ist nicht schädlich, denn: Die Spermien sollten ohnehin schon nahe der Eizelle sein.
    •    Grundsätzlich kann eine Frau auch ohne Orgasmus schwanger werden. Positiv zu bewerten ist allerdings die Bewegung der Gebärmutter beim Orgasmus. Diese soll buchstäblich     anziehend auf die Spermien wirken.

Stichwort Kinderwunschzentrum. Was kann dort geleistet werden?

Wie viele Paare, die ungewollt kinderlos sind, den Gang in ein Kinderwunschzentrum wagen, ist statisch nur schwer nachvollziehbar. Während die einen sich aus Scham weigern, sich professionelle Hilfe zu holen, haben andere wiederum schlichtweg nicht das Geld, eine Kinderwunschbehandlung zu bezahlen, denn diese wird nur zur Hälfte von der Krankenkasse bezuschusst. In Kinderwunschzentren, die mittlerweile deutschlandweit häufig zu finden sind, werden (wenn dies noch nicht im Vorfeld passiert ist) zunächst die Ursachen geklärt.
Laut der Stiftung Kinderwunsch können diese durchaus vielfältig sein: „Organische Ursachen, aber auch seelische, berufliche und wirtschaftliche Gründe, das Alter der Frau, Lebensweise, Ernährung, Zigaretten-, Alkoholkonsum und Umweltfaktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Die organischen Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit werden ebenso oft beim Mann (etwa 40 Prozent) wie bei der Frau (etwa 40 Prozent) oder aber bei beiden gemeinsam (etwa 30 Prozent) diagnostiziert. Nur bei circa 10 Prozent der ungewollt kinderlosen Paare können die Ursachen der Sterilität nicht festgestellt werden.“
Sind die Ursachen geklärt, wird ein individuell auf diese Gründe abgestimmtes Behandlungskonzept erstellt. Auch bei der Behandlung in einem Kinderwunschzentrum ist es wichtig und nötig, sich gedanklich aufs Schwanger werden vorzubereiten. Ein gesunder Lebensstil ohne Stress, dafür mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung sind die Grundpfeiler für eine Schwangerschaft. Auch muss der Zusammenhalt des Paares groß sein, um den Kopf-Stress der Kinderwunschbehandlung entsprechend minimieren zu können.

Für Frauen bzw. Paare, die sich in eine Kinderwunschbehandlung begeben, ist der Weg bis zur Schwangerschaft mindestens genauso aufregend wie das Mutterglück, das die Versuche krönt.

Entscheidend für den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung ist nicht zuletzt das Alter der Frau. Eine 32-Jährige wird bei einer In-vitro-Fertilisation in 43 Prozent der Fälle schwanger werden. Eine 42-Jährige Frau hat bei derselben Behandlungsmethode nur noch eine Chance von 18 Prozent. Im Schnitt liegen die Erfolgschancen damit zwischen 15 und 25 Prozent bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion und der In-vitro-Fertilisation. Vor einem unerfüllten Kinderwunsch sind Stars und Sternchen im Übrigen ebenso wenig gefeit, wie die Beispiele von Melanie Müller und Tyra Banks zeigen.

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