Beziehungsprobleme: Kann ich mit diesen 5 Tipps meinen Freund nacherziehen?

Wie erziehst du deinen Freund? Gar nicht!

Er ist der perfekte Mann für dich, wenn er nicht … Wem kommen diese Wunschgedanken bekannt vor? Aber sind deine Erziehungsbemühungen auch tatsächlich erfolgreich? Wahrscheinlich bewirken sie eher das Gegenteil. Vor allem Männer reagieren sogar ziemlich verschnupft auf Veränderungsversuche von außen. Der Grund: Menschen verändern sich nur, wenn sie es selbst möchten. Warum diese fünf beliebten „Erziehungsmethoden“ garantiert zum Scheitern verurteilt sind und was du statt dessen machen solltest.

1. Erziehungsplan

Wenn du glaubst, aus einem introvertierten Bücherwurm einen extrovertierten Partytiger machen zu können, dann viel Spaß beim Scheitern. Menschen können ihr Verhalten ändern, ja sogar ihre Einstellungen, nicht aber ihre Persönlichkeit. Abgesehen davon – welchen Sinn macht es, einen Menschen 180° umzupolen? Damit ginge doch auch viel von dem verloren, warum du dich überhaupt verliebt hast.

2. Beleidigt zurückziehen

Er ist dir schon wieder ins Wort gefallen und hat dich nicht ausreden lassen? Sehr unhöflich ist das. Aber beleidigtes Schweigen bringt leider gar nichts. Wie soll denn dein Partner wissen, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist? Die meisten Männer haben keine Lust auf Ratespielchen und reagieren eher genervt als mit Verständnis.

3. Nörgeln

„Schon wieder“ und „immer“ oder „nie“ und das Ganze mit der leicht nasal-raunzigen Stimme des Nörglers vorgetragen – das verfehlt nie sein Ziel. Vorausgesetzt, das Ziel lautet Abwehr und Stillstand. Das erreichen Nörgler nämlich in der Regel. Durch die permanente Negativkritik wird diese zum Einheitsbrei, wo Man(n) oder auch Frau abschaltet. Und: wirklich essentielle, berechtigte Kritik geht leider auch unter.

4. Manipulieren

„Du, Lennart hat …“ Wer Änderungswünsche an den Partner durch die Blume formuliert, darf sich nicht wundern, wenn die Botschaft nicht ankommt. Entweder der andere versteht die Aufforderung nicht, es diesem Lennart gleich zu tun, oder er versteht sie zwar, wehrt sich aber gegen die unterschwellige Manipulation. So oder so – die Geschichte ist für die Tonne...

5. Erpressen

„Wenn du mich liebst, dann würdest du…“ Sorry, aber Erpressen ist nur kurzfristig von Erfolg gekrönt. Auch wenn er dir zu liebe auf seine geliebte Sportschau oder seinen Kumpelsabend verzichtet, so ist spätestens nach dem Abflauen der ersten Schmetterlinge wieder alles beim Alten. Im Gegenteil – er wird seine Kumpels und die Sportschau nur umso heftiger verteidigen.

Aber kann er sich überhaupt ändern?

Ja, er kann. Wir Menschen können störende oder nicht erfolgreiche Verhaltensmuster identifizieren, reflektieren und verändern. Allerdings müssen wir das für uns selbst auch wollen. Bei ständiger Kritik, Nörglerei, versuchter Manipulation, Erpressung oder beleidigtem Schweigen schalten die meisten Menschen auf stur und beharren auf ihrem Verhalten, verbinden das mitunter sogar mit ihrer Persönlichkeit – nach dem Motto „ich bin halt so“. Reaktanz nennt man das.

Der Ausweg beginnt bei dir selbst

Du kannst nur dich selbst verändern, kannst deine Standards an dich erhöhen, kannst Grenzen setzen,

sagt Beziehungscoach und Lebensberater Dominik Borde. Oft zieht der andere dann mit, etwa wenn es darum geht, weniger süß zu essen oder mehr Sport zu machen oder an der Beziehung zu arbeiten. Bei manchen Dingen reicht Vorbild sein zwar nicht aus. Aber auch dann bringen positive Vorschläge mehr als Rumjammern.

Wichtig ist, dem anderen zu sagen, was er dir Gutes tun könnte. Hat er etwa keine Zeit für dich hat, dann wünsche dir beispielsweise, dass ihr euch bewusst freie Abende zu zweit nehmt und mach am besten gleich einen Vorschlag, was du dann unternehmen möchtest,

rät Borde. Das heißt natürlich, dass du dich mit dem auseinandersetzen musst, was stattdessen sein soll. Aber die Mühe lohnt sich, garantiert.

 

Unser OK! Beziehungs-Experte Dominik Borde:

Dominik Borde, geb. 1971, ist führender Beziehungscoach und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik. Neben seiner Tätigkeit als Trainer und Coach ist er viel zitierter Beziehungsexperte im deutschsprachigen Raum und Autor von mehreren Fachbüchern zum Thema Beziehungsgestaltung. In seiner Arbeit verwendet Borde unter anderem die von ihm entwickelte „360° Methode“ und das Konzept der „Sozialdynamik“. Dominik Borde ist selbst vierfacher Vater und glücklich in einer Beziehung.

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